IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 9/1997, Seite 72 f.


EDV-SPECIAL


Modernes Gebäudemanagement im privaten Wohnbereich

Home Electronic System

Die große Multimedia-Show läuft demnächst in den privaten Haushalten ab. Home Electronic System ist das Zukunftsthema der Hausgerätebranche. Von einem Touch Screen Bildschirm eines Multimedia-PCs wird der gesamte Haushalt gesteuert.

Das von Bosch-Siemens Geräte GmbH entwickelte Managementsystem umfaßt die Funktionalität des ganzen Bereiches einer Wohnumgebung. Das Kernsystem ist der sogenannte Home Assistant, eine auf einem Standard-Multimedia-PC laufende Managementsoftware mit grafischer Bedieneroberfläche.

Die bedienerfreundliche und übersichtlich konzipierte HES-Oberfläche stellt die am Bus angeschlossenen Komponenten als grafische Symbole dar. Die Auswahl der Funktionen, zum Beispiel das Ein- und Ausschalten der Hausgeräte oder der Abruf vorprogrammierter Einstellungen, erfolgt über Touch Screen oder mit Hilfe der Tastatur oder der Maus. Der Home Assistant kann auch in mehreren Räumen im Haus installiert werden, z.B. in der Küche am Herd, in der Diele, im Arbeits-, Schlaf- oder Wohnzimmer.

Der Home Assistant

Die Hardware des Home Assistant besteht aus einem Standard-Multimedia-PC, der bestimmten Mindestanforderungen bezüglich Prozessor, RAM, Taktrate, Sound Card etc. genügen muß. Es ist geplant, das HA-Hardware-Design den verschiedenen Umgebungen anzupassen und beispielsweise in die Programme von Küchenmöbelherstellern zu integrieren.

Voraussetzung für die Bedienung, Steuerung und Überwachung der haustechnischen Geräte mit HES ist die Vernetzung über einen Installationsbus nach EIB-Standard. Wie jedes andere Gerät auch, wird die Zentraleinheit des Home Assistant an das EIB-Netz angeschlossen.

Die Home Assistant Software besteht aus einem Kernel, der eine universelle Plattform für unterschiedliche Anwendungen bietet. Über standardisierte Softwareschnittstellen stellt er den Anwendungen eine Reihe von Services zur Verfügung, die über die Leistungen heutiger Betriebssysteme deutlich hinausgehen. Der Kernel ermöglicht auch die Kommunikation mit dem EIB-System und den externen Netzen, wie Telefon/ISDN, Fax, online-Services und TV.

Dieses besondere Touch Screen-Interface ist speziell unter ergonomischen Aspekten entwickelt worden. Es ermöglicht einen barrierefreien Zugang zu allen Funktionen und enthält ausschließlich Elemente, die jeder kennt; z.B. leicht erkennbare Schalter usw., die nicht nur den "PC-Experten" ansprechen.

Gerade mittelständischen Fachbetrieben eröffnet HES damit neue Perspektiven für die beratungs- und serviceintensive, sehr auf die individuellen Bedürfnisse eines Haushaltes ausgerichtete Vermarktung. Es macht auf diese Weise das Bussystem "erlebbar" und ermöglicht dem Endkunden den Zugang zu allen Funktionen im Haus.

Netzwerkfähig

Da HES multimediafähig ist, fungiert die Software gleichzeitig als Gateway zwischen Funktionen innerhalb des Hauses und externen Netzen. Das heißt beispielsweise, daß Funktionsstörungsmeldungen über das Telefonnetz direkt an externe Dienstleister weitergeleitet werden können.

Als offenes System ist HES zur Zusammenarbeit mit allen Herstellern haustechnischer Produkte und Systeme angelegt. Hersteller, die EIB-standardisierte Komponenten anbieten, können ihre eigenen Produkte und Anwendungen in die HES-Applikationssoftware integrieren und über die HES-Plattform ansprechen und verwalten.

Alle Anwendungen und Funktionen können über die grafische Oberfläche der Software abgerufen werden.

Individuell einsetzbare Module

Dank des modularen Aufbaus paßt sich HES an Kundenwünsche an. Der Kunde muß nicht das gesamte Softwarepaket erwerben, sondern kann Module gezielt für seine individuelle Gebäudegestaltung auswählen. HES hat heute einen Zugang zu allen verfügbaren EIB-Komponenten. Zusätzlich werden im Laufe des Jahres 1997 neue Produkte auf den Markt kommen, die speziell den HES-Anforderungen genügen. Hierzu zählen nicht nur Haushaltsgeräte, sondern auch Heizungsanlagen, Alarmanlagen und vieles mehr.

Ein Charakteristikum solcher Produkte ist zum Beispiel eine produktspezifische CD-ROM, die neben Informationen wie Seriennummer und Typenspezifikation auch völlig neugestaltete, teilweise animierte Bedienungsanleitungen enthalten können. So kann beispielsweise im Falle eines Ausfalls die jeweilige Produktinformation zusätzlich zum identifizieren wahrscheinlicher Fehler automatisch zu dem jeweiligen Servicezentrum übertragen werden, damit zum vereinbarten Reparaturtermin auch die entsprechenden Ersatzteile verfügbar sind. 


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