IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 8/1997, Seite 48


ISH-NACHLESE


"Wasserspar-Fachmesse" im Frankfurter Flughafen

War die Aqua Minus Flop oder Erfolg? Wen wollte sie ansprechen?

"Aqua Minus" nannte sich die 1. Fachmesse weltweit zum Thema Wassersparen mit modernster Technik. 60 Aussteller aus den verschiedensten Segmenten der SHK-Branche präsentierten sich parallel zur ISH 97 auf der 2000 m großen Ausstellungsfläche der Airport-Gallery des Frankfurter Flughafens.

Geplant war die Präsentation innovativer Produkte und Konzepte vor einem internationalen Publikum. Die Initiative dazu ging von der Stadt Frankfurt aus. Mit der Fachgemeinschaft Armaturen im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der rund 25% der Aussteller angehören, hatte sie einen namhaften Mitveranstalter gefunden. Die Idee ist eingebettet in zahlreiche Projekte und Förderprogramme, die das Land Hessen seit einiger Zeit zum Thema "Wassersparen und "Regenwassernutzung" ins Leben gerufen hat. Und die auf der Airport-Gallery ausgestellten Produkte reichten denn auch von erprobter Sanitärtechnik bis zu Erzeugnissen jüngeren Datums.

Die Stadt Frankfurt wollte mit ihrer Initiative der Industrie Impulse geben, ihr Angebot im Bereich der Wasserspartechnik weiter auszubauen und ihre Bemühungen in Forschung und Entwicklung von Wasserspartechnologien zu intensivieren. Den auf dieser Fachmesse vertretenen Firmen bieten sich nicht nur in Mitteleuropa, sondern auch in den wasserarmen Regionen Südeuropas und des Nahen Ostens gute Absatzchancen.

Hatte man optimistisch anfangs mit 40000 bis 50000 Besuchern gerechnet, so gab ein Tagesablauf Anlaß zu weit weniger Optimismus. Schon politisch stand die Veranstaltung unter ungünstigen Vorzeichen. Tom Königs hatte noch zur Eröffnung eingeladen, und war zum Zeitpunkt des Beginns der Aqua Minus schon nicht mehr im Amt. Wir sahen die eine oder andere Schulklasse statt der erhofften Ströme internationalen Publikums. Auch die "Anreicherung" dieser Ausstellung mit Verkaufstischen, auf denen Bio- und Dritte-Welt-Erzeugnisse feilgeboten wurden, ließen den ursprünglich guten Gedanken zu einer Art Marktplatz in deplazierter Umgebung werden. Vielleicht trug auch die geradezu zart zu nennende Werbung bzw. Hinweise auf die Aqua Minus zum "Quoten-Flop" bei.

Schade eigentlich. Wirklich positiv können wir nur das Engagement der ausstellenden Firmen bewerten. Da war bei keiner etwas von Halbherzigkeit zu verspüren. Standaufmachung, Produktpräsentation und eine kleine Standbesatzung machten dem Besucher unmißverständlich klar, daß die Aussteller das gestellte Thema ernst nahmen und eine Antwort dazu hatten. Fd


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