IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 6/1997, Seite 133 ff.


SANITÄRTECHNIK


Wasserspar-Armaturen im Trend

Aufschlußreicher Geberit-Test im Flughafen Frankfurt/M.

Wenn es ums Wassersparen geht, handelt es sich bei der Flughafen AG Frankfurt/M. (FAG) nicht nur um ein paar Liter des kostbaren Stoffs. Etwa 50000 Personen sind am Airport beschäftigt, brauchen und verbrauchen Wasser.

Wirtschaftliches Denken und Handeln schont sowohl die Umwelt als auch die Finanzen. Der generelle Trend zum sparsamen Umgang mit wichtigen Ressourcen rückt gerade auch bei Sanitär-Armaturen immer mehr in den Vordergrund. Der Verbraucher hat dies erkannt und richtet sein Kaufverhalten zunehmend darauf aus. Gefordert werden von ihm neue Techniken, die Wassersparen mit gewohntem Bedienungskomfort verbinden. Dabei soll weder die Hygiene noch das jeweilige Benutzerverhalten beeinträchtigt werden.

Das gilt auch für die Flughafen AG Frankfurt/M. (FAG). Dort geht es nicht nur um ein paar Liter des kostbaren Stoffs Wasser. Etwa 50000 Personen sind am Airport beschäftigt, brauchen und verbrauchen Wasser. Hier können jede Woche Tausende Kubikmeter Wasser gespart werden.

Grafiken: Gesamt- und Durchschnittsverbrauch

Die Sanitärabteilung der FAG ermittelte deshalb zusammen mit der Geberit GmbH über einen Zeitraum von fünf Wochen im Herren-WC eines der fünf Personalrestaurants die Frequentierung (Akzeptanz), die Effizienz und die Wirtschaftlichkeit von verschiedenen Waschtisch-Armaturen. Im Mittelpunkt stand dabei neben der Geberit Public Selbstschlußarmatur und zwei Einhandmischern die neue Waschtisch-Electronic von Geberit.

In diesem Versuch ging es darum,

1. den gesamten Warm- und Kaltwasserverbrauch an den einzelnen Waschtisch-Anlagen zu ermitteln,

2. die Frequentierung der einzelnen Armaturen herauszufinden,

3. daraus resultierend den durchschnittlichen Wasserverbrauch pro Waschvorgang zu ermitteln und

4. realistische Werte für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung zu erhalten.

Die Rahmenbedingungen des Versuchs:

Ruhedruck

5,5 bar

Temp. Kaltwasser

17C

Temp. Warmwasser

45C

Preis Kaltwasser

3,75 DM/m

Preis Warmwasser

14,95 DM/m

Preis Abwasser

7,25 DM/m

Versuchsdauer

5 Wochen

Die Electronic WT Armatur von Geberit ging aus dem Vergleich als die Waschtisch-Armatur hervor, die den geringsten Verbrauch pro Benutzung aufwies und am häufigsten in Anspruch genommen wurde. Dies läßt auch auf ein gesteigertes Hygienebewußtsein schließen, da die Armatur weder zum Öffnen noch zum Schließen berührt werden muß.

Dazu kommt der enorme Spareffekt: Über anderthalb Liter spart die "Electronic WT" pro Waschvorgang gegenüber der verbrauchsintensivsten Armatur. So wird wertvolles Trinkwasser gespart, werden Kosten drastisch reduziert. In Gästetoiletten und vor allem in Toilettenanlagen von Gast- und Raststätten, Büro- und Verwaltungsgebäuden, Industrieanlagen sowie dem öffentlichen Bereich sind elektronisch gesteuerte, berührungslose Armaturen somit wirtschaftlich sinnvoll und teils sogar Vorschrift (z.B. im medizinischen Bereich, in fleisch- und milchverarbeitenden Betrieben, in gewerblichen Küchen, Bundeswehreinrichtungen und Autobahnraststätten).

Blick in einen offenen WT-Unterschrank mit den eingebauten Versuchsarmaturen.

Auch bei Renovierungen ist die Geberit Electronic WT problemlos einzusetzen, da sie wie gängige Zweigriff- bzw. Einhandmischer einzubauen ist und ohne jeden zusätzlichen Aufwand mit handelsüblichen Batterien funktioniert.

Fazit

Die einzelnen Versuche sowie die Wirtschaftlichkeitsberechnung mit den Amortisationszeiten (s. Diagramm) beweisen, daß sich im öffentlichen bzw. halböffentlichen Bereich eine berührungslose, elektronisch gesteuerte Waschtisch-Armatur trotz der höheren Anschaffungskosten gegenüber einer manuell zu betätigenden Armatur innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes wirtschaftlich rechnet. 

Vorschriften und Bestimmungen

Einsatzbereiche, in denen Waschtisch-Armaturen nicht von Hand zu betätigen sein dürfen:

Im medizinischen Bereich

In Arbeitsbereichen mit erhöhter Infektionsgefährdung müssen an Händewaschplätzen Wasch-Armaturen installiert sein, die ohne Berührung mit der Hand benutzt werden können.

Gemeint sind alle betreffenden Bereiche, z.B. in Krankenhäusern, med. Laboratorien, Arztpraxen, Heilpraxen, Sektionsräumen, Fachpraxen, Rettungs- und Krankentransporten, OP-Räumen.

Bestimmung:

Unfallverhütungsvorschrift VBG 103, April 1986 Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege.

In fleischverarbeitenden Betrieben

In größtmöglicher Nähe des Arbeitsplatzes sind in ausreichender Anzahl Einrichtungen zur Reinigung und Desinfektion der Hände mit heißem Wasser einzusetzen, die nicht von Hand zu betätigen sein dürfen.

Dies gilt z.B. für alle Schlachthöfe, Zerlegungs- und Verarbeitungsbetriebe sowie Fleischabteilungen mit Frischfleisch, Metzgereien, fleischverarbeitende Industrie.

Bestimmung:

- Fleischhygiene-Verordnung HHV vom 30.10.1986

- LG-Richtlinie 73 A für Fleischerzeugnisse (Bundesanzeiger vom 2.4.1979) Hinweise der ARGEVET (Arbeitsgemeinschaft der leitenden Veterinärbeamten der Länder) vom 22.1.1981 Bekanntmachung der Anforderungen für die Zulassung von Betrieben (Bundesanzeiger 94a) vom 21.5.1987.

In milchverarbeitenden Betrieben

In Räumen, in denen Milch behandelt wird, müssen in größtmöglicher Nähe des Arbeitsplatzes und in ausreichender Anzahl Einrichtungen zum Waschen der Hände vorhanden sein, die nicht von Hand betätigt werden dürfen.

Angesprochen sind Molkereien, Käsereien, Milchsammelstellen, Be- und Verarbeitungsbetriebe von Molkereiprodukten.

Bestimmung:

-Verordnung über Hygiene- und Qualitätsanforderungen an die Gewinnung, die Behandlung und das Inverkehrbringen von Milch (Milchversorgung)

EG-Richtlinie 85/397/LWG des Rates vom 5.8.1995 (Milch-Hygiene-Richtlinie)

In gewerblichen Küchen

Um die Übertragung von Krankheiten zu verhindern, sind die Armaturen der Waschanlagen so zu gestalten, daß sie nicht von Hand, sondern z.B. elektronisch zu bedienen sind. Dies gilt für alle Großküchen und gewerblich genutzte Küchen.

Bestimmung:

- Bundesgesundheitsblatt, Sonderdruck vom 9.12.1977, Hygieneanforderungen im Küchenbereich zur Verhütung übertragbarer Krankheiten.

In Bundeswehreinrichtungen

Waschtische in Truppenküchen müssen mit berührungslos gesteuerten Armaturen ausgestattet sein.

Bestimmung:

- Baufachliche Richtlinien für die Durchführung von Baumaßnahmen der Bundeswehr. Teil: Wirtschaftsgebäude vom 11.12. 1986.

In Autobahnraststätten

Im öffentlichen WC-Bereich von Raststättenvorräumen sind Waschtische grundsätzlich mit elektronischen Armaturen auszustatten.

Bestimmung:

- Einführung durch den Bundesminister für Verkehr, aufgesetzt durch die Gesellschaft für Nebenbetriebe der Bundesautobahnen mbH (Gl N).


B i l d e r : Geberit GmbH


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