IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 4/1997, Seite 64


REPORT


Hilfeleistung in Rumänien

Heizungsbauer reparierte Kesselanlage im Waisenhaus Jasi

Die Vereinigung "Katholische Frauen Deutschland" im Bistum Münster hatte 1992 das Heizungs- und Sanitärmaterial für ein neu einzurichtendes Kinderheim in Jasi, Rumänien, bei dem Hiltruper Heizungs- und Sanitärmeister Dieter Maager bestellt und nach dem Einbau 1993, wurde im letzten Jahr eine Überprüfung fällig.

Durch die Unterstützung zahlreicher deutscher Hersteller war es dem Handwerker gelungen, fast alle benötigten Materialien mit erheblichem Nachlaß, direkt bei den Herstellern zu ordern und der Arbeitsgruppe "Rumänienhilfe" zur Verfügung zu stellen.

Die Montage der Gasheizkessel (zwei Doppelkessel mit insgesamt 186 KW) sowie der gesamten Hausinstallation übernahmen einheimische Handwerker.

Im Jahr 1993 konnte die KFD das Waisenhaus, ein ehemaliges Schulgebäude, das für 24 Kinder eingerichtet wurde, der Caritas in Jasi übergeben.

3. Winter brachte Probleme

Nach dem 3. Winter, der in Jasi Temperaturen von unter minus 25 C brachte und zudem noch sehr lang war, gab es Probleme mit der für rumänische Verhältnisse sehr modernen Anlage. Zwei der vier Kesseleinheiten fielen häufiger aus. Gasflammen schlugen aus der Kesselfront und beim Zünden der Anlage gab es nach Aussagen einer Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe "... einen lauten Knall!"

 

Heizzentrale: Vier 1000 l WW-Speicher, zwei Junkers-Gaskessel mit 186 KW und vorne rechts der alte Schwerölkessel, der die explosionsgefährdete Situation verursachte.

Das hier etwas geschehen mußte, war allen klar, doch Fachfirmen in Jasi, die eine solche Anlage warten und einstellen konnten, gab es nicht.

In der Arbeitsgruppe Rumänienhilfe wurde der Entschluß gefaßt, den Heizungsbaumeister Dieter Maager zu bitten, die Anlage in Rumänien "wieder auf Vordermann zu bringen."

Handwerker "flog" Einsatz

Handwerksmeister Maager flog nun mit 40 kg Werkzeug- und Ersatzteilen und in Begleitung zweier Mitarbeiterinnen des Arbeitskreises nach Rumänien.

Der Weg führte ihn über Bukarest, dann mit dem Auto weiter nach Ariesti, zu einem Projekt für 60 "Straßenkinder", anschließend nach Baucau, wo Maager wertvolle Tips beim Bau eines Heims für 60 spastische Kinder geben konnte.

 

Die Kinder schlossen schnell Freundschaft mit ihrem "deutschen Spezialisten" und freuten sich über den gelungenen Eingriff.

In Jasi angekommen, wartete viel Arbeit auf den "Spezialisten", denn die rumänischen Heizungsbauer hatten einen Heizkessel mit Schwerölverbrennung mit an das Rauchrohr der Gaskessel angeschlossen.

Da die Gasversorgung vor allem im Winter und in "Stoßzeiten" zusammenbricht und im Haus kein Druckregler eingebaut war, fiel die Heizung oftmals plötzlich aus. Um diese "Störungen" überbrücken zu können, ist der alte Schwerölkessel für die Versorgung unverzichtbar. Diese gefährliche Anbindung des Kessels an den Kamin hatte aber aufgrund der enormen Rußbildung die Züge der Gaskessel verstopft und so mußte Maager zwei Tage am Umbau der Rauchgasanlage und an der Reinigung, Wartung und Einstellung der Kesselanlage arbeiten. Er erneuerte Gasregler, Zündelektroden und Flammenüberwachungssonden und setzte die Anlage wieder in Betrieb.

Nach diesem "Kundendiensteingriff" liefen die vier Kessel, zur Freude des Hausmeisters und der Bewohner, wieder einwandfrei.

Einiges an Werkzeug, das der Hausmeister für die einfachsten Wartungsarbeiten bekam und der Einbau der erforderlichen Ersatzteile erleichterten das Gepäck des Meisters aus Münster um mehr als 30 kg.

Auch diese "Servicearbeiten" standen unter dem Motto "Dienst am Nächsten". "Es war viel Arbeit und viel Zeit, die hier draufgegangen ist," meinte Maager, "aber es hat sich gelohnt."

Dann bis zur nächsten Wartung, spätestens Herbst 1997.


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