IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 21/1996, Seite 90 f.


UNTERNEHMENSFÜHRUNG


Grüne Dächer im Rheinland

Neuer Verwaltungskomplex mit gefälligen Formen

Laubengang zwischen dem Verwaltungsgebäude und der Technikzentrale.

Ein nicht alltäglicher Verwaltungssitz ist in Viersen im Rheinland entstanden. Das Entsorgungsunternehmen Trienikens benötigte für die Verlagerung seiner Verwaltung neue Räumlichkeiten. Dabei ist mit den gewählten Baukörperformen und den verwendeten Materialien die Eingliederung von neuen Gebäuden in ein vorhandenes Firmenareal gelungen.

Entwurf

Die Architekten Jansen & Ergocenen, Düsseldorf, entwarfen einen Gebäudekomplex aus mehreren eigenständigen Bauteilen mit vorwiegend gerundeten Formen. Das nach vorn herausgezogene Pförtnerhaus am Hauptgebäude mit dem aufgehenden Treppenhaus und die Terrassendächer geben den Gebäuden ein aufgelockertes und gefälliges Aussehen.

Die Cafeteria, als Rotunde ausgebildet, ist im zentralen Bereich des Gebäudekomplexes angeordnet und somit von allen Seiten des Areals erreichbar. Die sehr fein gegliederte Einteilung der konisch zugeschnittenen Scharen unterstreicht die "Selbständigkeit" zu den anderen Gebäuden.

Das aus der Fassade vorgezogene Pförtnerhaus gewinnt Anschluß und Einheit an das aufgehende Treppenhaus durch die Verwendung von Kupfer-Stehfalz-Deckung für Dach und Fassade.

Der Gebäudeteil mit dem Technikhaus bildet den Anschluß an die vorhandene Bausubstanz. Hier findet nicht nur ein Übergang vom Altbauteil zum Neubauteil statt, sondern auch ein Wechsel in den geometrischen Formen von rechtwinklig zu gerundeten Bauformen.

Klempnertechnik

Die Dacheindeckungen sowie die Ausbauten sind mit ca. 1500 m2 TECU®-Patina gedeckt und stellen einen gesonderten Blickfang dar, der zusätzlich die Formen der Gebäude betont.

Für das Bedachungsunternehmen Kohlen, Viersen, war dies der bisher größte Auftrag für Kupferstehfalzarbeiten und wie Geschäftsführer Dirk Kohlen betonte: "Eine interessante Aufgabe und zugleich eine Herausforderung".

Die von vier Klempnern ausgeführten Arbeiten beherbergen außer der bogenförmig und konkav gerundeten Rinne des Technikhauses so manche klempnertechnische Feinheit, die insgesamt ein gelungenes Stück Arbeit darstellt.

Dachkonstruktion

Alle Dächer sind als einschalige Dachkonstruktionen ausgeführt worden, d.h. auf einer Binderkonstruktion wurde als erste Tragschale ein Trapezblech aufgelegt, das mit Dampfsperre vollflächig abgeklebt wurde. Darauf wurden Konterhölzer aufgebracht und die Zwischenräume mit einer mineralischen Dämmung voll ausgefacht. Als zweite Tragschale wurde eine Holzschalung aufgenagelt und mit einer Trennlage versehen, auf der dann die Kupfer-Deckung verlegt wurde.

 Neubau und Altbau umrahmen die kreisrunde Cafeteria mit ihrem Kupferdach, die den zentralen Punkt des Gebäudekomplexes bildet.

Eine solche Metalldachkonstruktion wird problemlos durch die Verwendung des Werkstoffes Kupfer ermöglicht, da das Material frei von Rückseitenkorrosion ist. Neben den technischen Vorzügen stellt die einschalige Dachkonstruktion auch eine kostengünstige Variante dar, die durch die Einsparung aufwendiger Konstruktionsdetails für Be- und Entlüftung gestützt wird.

Gestaltung

Durch die Dacheindeckung mit TECU®-Patina konnte von Beginn an ein Farbkonzept verwirklicht werden, das dem Planer die mühelose Eingliederung der Neubauten in die umgebende Bebauung ermöglichte. Sowohl der gerundete Ausbau des Technikhauses als auch das weitspannende Tonnendach des Hauptgebäudes harmonieren mit dem roten Verblender der Fassade und dem sandfarbigen Sockelstein. Die Formen und das fein abgestimmte Farbkonzept prägen den Gebäudekomplex nachhaltig.


B i l d e r : KM-kabelmetal AG