IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 18/1996, Seite 14 ff.


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Kurz und bündig


Qualitätsmanagement: 2. Informationsseminar

Die Einführung eines zertifizierten Qualitätsmanagements erweist sich zunehmend auch für kleine und mittlere SHK-Betriebe zu einem wesentlichen Wettbewerbsfaktor. Ebenso vorteilhaft ist jedoch auch die damit verbundene Optimierung der eigenen Betriebsabläufe, die zu einer internen Kostenreduzierung und zur besseren Kundenorientierung führt.

Wegen der guten Resonanz des ersten beim ZVSHK durchgeführten Informationsseminars und weil bereits weitere Anfragen vorliegen, bietet die SHK-ZERT nun ein zusätzliches zweitägiges Seminar "Qualitätsmanagement im SHK-Handwerk" an. Es findet am 6. und 7. November 1996 in Winterscheid bei Hennef statt.

Zum Programm gehören allgemeine Informationen über den Aufbau und die Umsetzung der 9000er Normenreihe. Außerdem werden Aufbau- und Ablauforganisation sowie die geforderte QM-Dokumentation erläutert und anhand von praktischen Beispielen dokumentiert. Dazu gehören auch Aufwand, Zeit und Kosten. Schließlich stellt Dr. Rüdiger Oehmke, Leiter der Zertifizierungsstelle von ZDH-ZERT, die Zertifizierung eines QM-Systems ausführlich dar.

Die Teilnahmegebühr für das Seminar beträgt 920,- DM zuzüglich Mehrwertsteuer. Darin enthalten sind neben den Kosten für die Seminarunterlagen eine Übernachtung, zwei Mittag- und ein Abendessen sowie die Tagungsgetränke. Anmeldungen werden bis zum 14. Oktober an die SHK-ZERT beim ZVSHK in St. Augustin erbeten. Das Seminar ist auf 20 Teilnehmer beschränkt, die Anmeldungen werden nach der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Weitere Informationen: SHK-ZERT, Telefon 02241-29056.

SHK-Umfrage: Direktvertrieb im Boom

Mit der Zukunftsperspektive des traditionellen dreistufigen Vertriebsweges für Badmöbel, Armaturen und sonstige Sanitärprodukte befaßte sich eine Umfrage von fünf Sanitärherstellern bei den Vertriebspartnern Industrie, Handel und Handwerk. Die Ergebnisse waren ernüchternd und bestätigen den offensichtlichen Trend hin zum Direktverkauf solcher Produkte an den Endverbraucher.

Von 81% der befragten Großhändler und 80% der Handwerker wurden fachfremde Anbieter als gefährliche Wettbewerber bezeichnet. Obwohl die weitaus überwiegende Zahl der Großhändler und der Handwerker (74 und 84%) für eine bessere Wahrnehmung der Einzelhandelsfunktion des Handwerks plädieren, gaben nur 27% des Großhandels und 30% des Handwerks an, bereits mit Gegenstrategien am Markt aktiv zu sein.

Als stark verbesserungsbedürftig wurde auch das Image der Sanitärbranche bezeichnet: 45% des Großhandels und 32% des Handwerks halten es für "eher schlecht". Daß die Sanitärbranche Gefahr läuft, sich preisbedingt von ganzen Bevölkerungsschichten zu verabschieden, glauben sogar 60% der Großhändler und 67% der Handwerker.

Solarenergie: Noch unwirtschaftlich

Die Photovoltaik, der Gewinnung elektrischer Energie aus Sonnenlicht also, ist bis heute nicht wirtschaftlich, erklärt die Siemens Solar, ein Gemeinschaftsunternehmen des Elektrokonzerns mit der Bayernwerk AG.

Die Größenordnungen der unterschiedlichen in Deutschland genutzten Energiequellen macht eine Untersuchung der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke deutlich. Danach lieferten Solaranlagen 1995 nur 0,01 Milliarden kWh, das waren ganze 0,002% des Stromverbrauchs.

Solaranlagen für den privaten Heizungsbereich werden mit erheblichen öffentlichen Mitteln gefördert. Fest steht allerdings, daß ihr Beitrag zur Entlastung der Umwelt nur gering ist. Wesentlich effektiver und dabei kostengünstiger, darauf weist der ZVSKH hin, sei gerade im Kleinfeuerungsbereich eine Modernisierung der bestehenden Öl- oder Gasheizung. In Verbindung mit einer Verbesserung der Wärmedämmung lassen sich damit leicht 30 und mehr Prozent der Verbrauchskosten einsparen - mit entsprechender Verringerung der CO2 Emissionen.

Nachwuchswerbung: Broschüren und Anzeigen

Ende September startet der ZVSHK seine diesjährige Nachwuchswerbung für SHK-Berufe. Mit unterschiedlichen Foldern für die verschiedenen Ausbildungsberufe sollen Schulabgänger auf die Attraktivität der SHK-Berufe Klempner/Spengler/Flaschner, Zentralheizungs- und Lüftungsbauer, Gas- und Wasserinstallateur, Kachelofen- und Luftheizungsbauer sowie Kupferschmied, Anlagen- und Apparatebauer aufmerksam gemacht werden. Gleichzeitig startet eine Anzeigenkampagne, die die Betriebe auf die Bedeutung der Berufsausbildung für die Zukunftssicherung aufmerksam macht. 


Jahrestreffen der Technischen Referenten

Herausforderung Europa bewältigen

Ein dicht gedrängtes Programm erwartete die Technischen Referenten der SHK-Landesverbände und des ZVSHK bei ihrer Tagung am 2. und 3. Juli in St. Augustin: Neue gesetzliche Regelungen über Sicherheit von Druckgeräten, auch auf europäischer Ebene, Fragen der Zertifizierung von Betrieben, das Kreislaufwirtschaftsgesetz, das am 7. Oktober dieses Jahres in Kraft treten soll, die Heizungsanlagen- und die Wärmeschutzverordnung, Fragen neuer Verarbeitungstechniken an Rohrleitungssystemen und vieles mehr standen auf der Tagesordnung.

Fast einen ganzen Tag nahmen die Änderungen bisheriger Regelungen der Gewerbeordnung betreffend überwachungsbedürftige Anlagen in Anspruch. Sie sind im Gerätesicherheitsgesetz von 1992 erfaßt und die für das SHK-Handwerk relevanten Verordnungen finden sich in jeweils zugehörigen Technischen Regelwerken niedergelegt.

Offene Grenzen für Druckgeräte

Besondere Sorgfalt erfordert die Arbeit an und mit Druckbehältern. Auch in diesem Bereich wirft Europa seine Schatten voraus. So beschloß der Länderausschuß bereits 1993, daß ß 8 Absatz 3 Nr. 7 der Druckbehälterverordnung (Ausdehnungsgefäße in Wasserheizungsanlagen) schon zur Anwendung gelangen sollte, auch wenn die Druckbehälterverordnung noch nicht geändert werden konnte.

Der deutsche Vorschlag, gleiche Regelungen für die europäische Druckgeräte-Richtlinie zu erreichen, nämlich Membrandruckausdehnungsgefäße aus dem Anwendungsbereich der Druckgeräte-Richtlinie herauszunehmen, wurde in Brüssel abgelehnt. Damit fallen Membrandruckausdehnungsgefäße in Zukunft als Bauteil unter die Druckgeräte-Richtlinie. Das Inverkehrbringen von mit dem CE-Kennzeichen versehenen Druckgeräten europäischer Hersteller, sofern sie in den Anwendungsbereich der Richtlinie fallen und dieser entsprechen, darf nicht beschränkt werden.

"Stand der Technik" statt "anerkannte Regel der Technik"

Einen kleinen, gleichwohl aber feinen Unterschied gibt es bei der Verordnung zur Änderung von Verordnungen nach ß 11 Gerätesicherheitsgesetz. Hieß es hier bisher, daß die "anerkannte Regel der Technik" einzuhalten sei, so wurde dieser Ausdruck in "Stand der Technik" geändert.

Demonstriert werden soll damit auch, daß ein Dampfkessel oder ein Druckbehälter, der die technischen Voraussetzungen im Herstellerland erfüllt, in einem anderen Land der Europäischen Union verkauft und eingesetzt werden kann. Technische Finessen oder formale Fallstricke in nationalen Normen dürfen nicht zur Behinderung von Erzeugnissen aus anderen Ländern der EU führen.

Qualitätsmanagement als Chance nutzen

Solche Fallstricke gibt es genug - und neue kommen hinzu. Ein Beispiel dafür war vor einigen Jahren die Einführung des zertifizierten Qualitätsmanagements in Japan, das dort zunächst als wirkungsvolles Handelshemmnis gegen unerwünschte Importe eingesetzt wurde. Inzwischen breitet sich das Prinzip "wer nicht über ein zertifiziertes Qualitätsmanagement verfügt, der bekommt keinen Auftrag", zwar schleichend, aber zunehmend weltweit aus. Abzusehen ist bereits, daß davon auch das SHK-Handwerk betroffen wird, wenn es als Auftragnehmer im internationalen Objektgeschäft tätig werden will.

Zwar betonen die öffentlichen Auftraggeber heute noch, daß die Zertifizierung kein Kriterium für die Auftragsvergabe sei. Erste inoffizielle Stellungnahmen weisen jedoch darauf hin, daß ein solches Zertifikat durchaus "die Entscheidung beeinflussen könne".

In diesem Zusammenhang hat sich der ZVSHK mit der SHK-ZERT ein Instrument geschaffen, das als maßgeschneidert für die Branche anerkannt ist. Daß die Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems außerdem für den betreffenden Betrieb zu erheblichen Effizienzgewinnen und Rationalisierungseffekten führe, dürfe nicht unterschätzt werden. Innerhalb weniger Jahre können sich dadurch die Kosten einer Zertifizierung amortisieren.

"Dauerbrenner" Heizöl

Ein weiteres Thema war die Auseinandersetzung mit dem Thema Heizölqualität. Zwei unterschiedliche Probleme verursachten speziell in den letzten Jahren den Betrieben Kopfzerbrechen und teilweise erhebliche Kosten. So führten außergewöhnlich kalte Winter vermehrt zu Paraffinbildung, die das gesamte Versorgungssystem der Heizanlagen lahmlegten.

In ständiger Diskussion mit den Mineralölkonzernen drängen die zuständigen SHK-Gremien darauf, daß diese ihre Produkte entsprechend modifizieren. Das Argument: "Im Sommer getanktes Heizöl paraffiniert eben leichter aus als Winteröl", mögen die SHK-Fachleute nicht gelten lassen.

Mindestens ebenso heiß kocht auch noch die Frage, wer die Kosten für hunderte von Betriebsstörungen in modernen Kleinfeuerungsanlagen durch mangelhafte Ölqualitäten tragen muß. Hier haben die Firmen der Branche, die sich auf Wartungsverträge spezialisiert haben, im wahrsten Sinne des Wortes den "Schwarzen Peter" gezogen.

Fest steht inzwischen, daß längere Zeit gelagertes Heizöl durch die Einwirkung von Bakterien, Licht, Wärme aber auch durch die katalytische Wirkung von Metall (Kupfer) erheblich an Qualität verliert. Mit dem Institut für wirtschaftliche Ölheizung e.V. (IWO), Hamburg, der deutschen Mineralölindustrie führen die SHK-Organisationen deshalb eine noch offene Diskussion.

Ein volles Programm hatten die Technischen Referenten der SHK-Organisationen bei ihrem Jahrestreffen in St. Augustin zu bewältigen.

Interessant dabei ist, daß sich sowohl die Ölseite als auch die Kupferseite gegenseitig verantwortlich machen. Nicht akzeptiert werden kann aber, daß diese Auseinandersetzung auf dem Rücken der Heizungsbauer ausgetragen wird.

Recycling auch für SHK-Werkstoffe

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz, das im Oktober dieses Jahres in Kraft treten soll, stellt auch die SHK-Branche vor neue Herausforderungen. Ein im vergangenen Jahr gestartetes erstes Pilotprojekt mit INTERSEROH zeigte gute Ergebnisse. Voraussetzung ist jedoch, daß sich auch die Betriebe umstellen und eine konsequente Abfallsortierung vornehmen.

Umweltschutz: Herausforderung und Chance

Verschärfte Emissionsbegrenzungen, die Wärmeschutz- und die Heizungsanlagenverordnung erweisen sich mehr und mehr als Initialzündung für Hochtechnologie im Heizungsbau.

Für die Betriebe der Branche ist das Herausforderung und Chance zugleich. Verlängerte Wartungsintervalle im Bereich von Kleinfeuerungsanlagen erfordern eine Anpassung. Die Betreuung von haustechnischen Anlagen öffnet zusätzliche Tätigkeitsfelder. Voraussetzung dafür ist jedoch die Ausbildung qualifizierter Mitarbeiter. Auch hier haben die SHK-Organisationen mit der Einrichtung von Weiterbildungslehrgängen zum SHK-Kundendiensttechniker bereits gute Vorarbeit geleistet. An den Betrieben liegt es nun, diese Möglichkeit zu nutzen.   Sra


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