IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 16/1996, Seite 37 ff.


VERBÄNDE AKTUELL 


Rheinland-Rheinhessen


Landesverbandstag

Delegierte und Obermeister trafen sich in Mainz

Konkrete Forderungen an die Politik und wichtige Weichenstellungen für die innerverbandliche Arbeit standen im Mittelpunkt des Verbandstages des Fachverbandes Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) Rheinland-Rheinhessen in Mainz.

Small talk vor Beginn der Sitzung.

Die Rahmenbedingungen zur Ausbildung wurden mit dem Wirtschaftsminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Rainer Brüderle, diskutiert. Seitens der Delegierten und des Verbandes wurde die Forderung nach dem Wegfall des 2. Berufsschultages erhoben. Landesinnungsmeister Reinhold Feltes in seiner Begrüßung hierzu: "Es dürfte niemanden verwundern, daß die Betriebe immer weniger bereit sind, weitere Lehrlinge auszubilden". Hiermit verbunden sei eine hohe Kostenbelastung und zum anderen eine fehlende Qualifikation der beginnenden Lehrlinge nach ihrem Schulabschluß. Seit der Einführung des 2. Berufsschultages stehe zudem der Lehrling den Betrieben für eine sinnvolle praktische Unterweisung nur im geringeren Umfang zur Verfügung. In vielen Betrieben kann der Ablauf nicht ordnungsgemäß vorbereitet werden.

Der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau bezeichnete die derzeitige wirtschaftliche Lage als eine "echte strukturelle Anpassungskrise". Brüderle ist für die Beibehaltung des dualen Ausbildungssystems und sieht gewichtige Gründe für die Reduzierung der Berufsschultage.

Wirtschaftsminister Brüderle sicherte eine Überprüfung zu, wobei weitere Verbände ebenso angehört werden sollten. Auch soll nach Auffassung des Wirtschaftsministers das SHK-Handwerk in die Überlegungen zur Gründung einer Energieagentur in Rheinland-Pfalz, wie sie in der jüngsten Koalitionsvereinbarung festgelegt wurde, einbezogen werden.

Dipl.-Vw. Karlheinz Gaschler erläuterte den Geschäftsbericht und legte zugleich die Geschäftsführung des Verbandes nieder. Feltes dankte ihm für seine engagierte Arbeit und bat ihn zugleich um eine kooperative Zusammenarbeit mit dem neugewählten Geschäftsführer Ass. jur. Werner Loch.

Solidarität

Ausführlich ging Landesinnungsmeister Reinhold Feltes in seiner Begrüßungsansprache an die Delegierten und Obermeister auf die bestehende wirtschaftliche Situation ein. "Die abflauende Baukonjunktur bleibt auch für unsere Branchen nicht ohne Folgen", resümierte Feltes. Zurückhaltende private wie staatliche Auftraggeber verursachten nicht nur geringere Betriebsauslastung, sie führten auch zum ruinösen Preiskampf untereinander. "Das darf nicht zu Billigangeboten führen", mahnte Landesinnungsmeister Feltes und beschwor die Kollegen zur Solidarität.

Ehren-Landesinnungsmeister Ing. Karl-Heinz Notter, rechts, sorgte als Wahlleiter für einen korrekten Wahlablauf und gratulierte im Anschluß LIM Reinhold Feltes, Trier, zur Wiederwahl.

Der Verband will sich eine "feste Bleibe" in Koblenz schaffen. Mit großer Mehrheit sprachen sich die Delegierten für den Erwerb von Eigentum des Fachverbandes mit einer eigenen Etage im "Servicehaus Handwerk" in Koblenz aus. Das Finanzierungskonzept hierfür sieht vor, den Erwerb aus den bestehenden Rücklagen im Haushalt zu decken.

Die Delegierten von Rheinhessen vertraten kontroverse Standpunkte und forderten mehr Transparenz in der Verbandsarbeit.

Neuwahlen

Turnusgemäß standen die Neuwahlen zum Vorstand an. Zum Landesinnungsmeister wurde Reinhold Feltes (Trier) wiedergewählt. Zum stellvertretenden Landesinnungsmeister wurde Gerhard Horn gewählt. Die Fachgruppe Sanitär wird wiederum von Friedrich Linn (Simmern) geführt, während zukünftig Ernst Muscheid, als Nachfolger von Gerhard Horn, die Leitung der Fachgruppe Heizung übernimmt. Dem Vorstand gehören im weiteren an: Walter Scharntke, Walter Anspach, Jens Löser, Ernst Schmitz, Rüdiger Tullius, Karl-Peter Jennewein und Wolfgang Kämmerer.

Minister Brüderle zeichnete insgesamt 18 verdiente und langjährige Mitglieder des Verbandes aus. Die "Goldnadel" erhielten Jens Löser, Mitte, Innung Neuwied und Walter Anspach, rechts, Innung Mittelrhein/Mosel. Anspach setzte sich während der Tagung vehement für die Belange seiner Berufskollegen ein und fand dafür Anerkennung bei Minister Brüderle. "Sie sollten in die Politik gehen", kommentierte Brüderle.

Ein Wechsel vollzog sich auch in der Geschäftsführung des Verbandes. Im Rahmen des Geschäftsführungsvertrages mit der Kreishandwerkerschaft Mittelrhein wurde Ass. jur. Werner Loch zum neuen Geschäftsführer gewählt. Landesinnungsmeister Feltes dankte in besonderer Weise dem bisherigen Geschäftsführer Karlheinz Gaschler für seine Tätigkeit im SHK-Handwerk.

Ehrungen des Verbandes

Folgende Personen wurden anläßlich des Verbandstages für langjähriges, verdienstvolles Engagement im Verband oder in der Innung ausgezeichnet:

Ehrennadel des Verbandes:

Dieter Schön (Sanitär-Innung Alzey)

Berthold Dobroschke (Spengler-Installateur-Innung Bingen)

Erich Emil Effgen (Sanitär-Innung Birkenfeld)

Karl Otto Ulrich (Sanitär-Innung Alzey)

Alois Blumers (Sanitär-Innung Alzey)

Silbernadel des Verbandes:

Elmar Bömmel (Sanitär-Heizung-Innung Worms)

Rudolf Gundlach (Spengler-Installateur-Innung Bingen)

Karl-Heinz Heintzelmann (Sanitär-Heizung-Innung Worms)

Oswald Straßburger (Spengler-Installateur-Innung Bingen)

Karl Hans Pfeifer (Spengler-Installateur-Innung Bingen)

Hartmut Amlung (Heizungsbauer-Innung Mainz)

Goldnadel des Verbandes:

Jens Löser (Zentralheizungs-Lüftungsbauer-Innung Neuwied)

Walter Anspach (Installateur- und Klempner-Innung Mittelrhein/Mosel)

Ehrenteller des Verbandes:

Peter Becker (Zentralheizungs-Lüftungsbauer-Innung Neuwied)

Wilfried Schnorr (Sanitär-Innung Westerwald)

Manfred Lellek (Spengler-Installateur-Innung Bingen)

Gerhard Maldaner (Sanitär-Innung Simmern)

Josef Herrmann (Sanitär-Innung Simmern).


Seminar für Gas- und Wasserinstallateurmeister

"Planung und Bau von Warmwasserzentralheizungsanlagen mit Öl- und Gasfeuerung"

- Eintragung der Betriebe nach ß 7 a Handwerksordnung möglich -

Der Fachverband Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Rheinland-Rheinhessen hat bereits vier Seminare "Planung und Bau von Warmwasserzentralheizungsanlagen mit Öl- und Gasfeuerung" zur Qualifizierung von Gas- und Wasserinstallateurmeistern im Sinne des ß 7 a Handwerksordnung durchgeführt.

Das nächste Seminar zur Eintragung von Gas- und Wasserinstallateurbetrieben in die Handwerksrolle für das Teilgebiet Planung und Bau von Warmwasserzentralheizungsanlagen mit Öl- und Gasfeuerung wird vom 16. bis 21. September 1996 in Kell am See durchgeführt.

Informationen und Anmeldeformulare sind beim Technischen Referenten des Fachverbandes, Dipl.-Ing. Wolfgang Schäfer, (Tel.: 06589/7815) anzufordern.

Lerninhalte:

- DIN 4701/83 - Regeln für die Berechnung des Wärmebedarfs von Gebäuden

- Systeme der Wasserheizungen

- DIN 4751 - Wasserheizungsanlagen

- Heizkörper - Flächenheizung - Heizkessel

- Dimensionierung von Zweirohrwasserheizungen

- Heizungsanlagen-Verordnung

- Landesbauordnung, Feuerungsverordnung, Feuerungsrichtlinie

- Die Problematik der Abgasführung über Schornstein

- Bundesimmissionsschutzgesetz

- VOB Teil C, DIN 18380, Heizungsanlagen . . .

- Regelungstechnik