IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 13/1996, Seite 60


HEIZUNGSTECHNIK


Gut gefiltert mit gesintertem Kunststoff

Wie die Ölheizung vor Betriebsstörungen geschützt wird

Wo immer Filter eingesetzt werden, da können sie auch gelegentlich verstopfen. Das ist bei einer Ölheizung nicht anders als beim Auto. Wie aber macht sich ein verstopftes Öl-Filter bemerkbar? Wann ist ein Filterwechsel notwendig? Was läßt sich gegen Filterverstopfungen tun? Das Institut für wirtschaftliche Ölheizung (IWO) gibt Antworten und praktische Tips.

Betriebsstörungen der Ölheizung infolge verstopfter Vorfilter müssen nicht sein, denn sie können weitgehend verhindert werden. Ein großes Risiko wird zum Beispiel einfach dadurch ausgeschaltet, daß der Kessel während einer Öllieferung ausgestellt und erst nach rund zwei Stunden wieder angestellt wird. Bei der Befüllung des Tanks nämlich kann Bodensatz aufgewirbelt werden, der sich unter Umständen in den Filtern festsetzt. Wird die zweistündige Wartezeit eingehalten, ist diese Verstopfungsgefahr gebannt.

Bild 1: Heizölfilter für Zweistrangsysteme; brennerseitig Außengewinde, tankseitig Innengewinde. Filtereinsatz aus gesintertem Kunststoff.

Zum Schutz vor Filterverstopfungen trägt auch bei, wenn das Ende der Saugleitung im Tank mindestens 10 cm Abstand zur Tanksohle hat. Je nach Tankgeometrie kann der Mindestabstand auch höher sein. Auf einen zu geringen Abstand der Saugleitung zur Tanksohle weisen Absetzungen am Boden der Filtertasse hin. In den meisten Fällen genügt es dann, die Saugleitung um ein paar Zentimeter anzuheben.

Vereinzelte punktförmige Ablagerungen auf der Filteroberfläche oder gar nur eine dunkle Verfärbung sind kein Indiz etwa für verschmutztes Heizöl und noch lange kein Grund zu einem Filterwechsel. Denn der Einsatz ist noch voll funktionsfähig. Erst wenn ein gleichmäßig dichter Belag die Filteroberfläche überzieht, so das IWO, ist ein Filterwechsel geboten.

Bild 2: Kombination aus Heizölfilter und Heizölentlüfter; tankseitig Innengewinde, brennerseitig Außengewinde. Filtereinsatz aus gesintertem Kunststoff.

Die dunkle Verfärbung im Filterschauglas beruht nicht etwa auf einer Verunreinigung des Heizöls, wie manchmal irrtümlich angenommen wird. Hier wird vielmehr der optische Effekt augenscheinlich, der helle Stoffe in feuchtem Zustand dunkel erscheinen läßt.

Vorfilter gibt es in verschiedenen Materialien. Am wirksamsten sind nach Experten-Meinung Filterelemente aus gesintertem Kunststoff (Bilder 1 und 2). Doch auch das beste Filter muß irgendwann einmal ausgetauscht werden, vorsorglich einmal pro Jahr im Rahmen der Heizungswartung. Ansonsten macht sich ein verstopftes Filter häufig auch akustisch bemerkbar: durch deutlich wahrnehmbare Geräuschentwicklung der Brennerpumpe.


B i l d e r : F.W. Oventrop, KG, Olsberg


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