IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 13/1996, Seite 26 f.


SANITÄRTECHNIK


Innovative Hilfen für barrierefreie Bäder

Erhaltung der eigenständigen Lebensführung im Alter

Wer im Alter wegen abnehmender motorischer Fähigkeiten, Krankheit oder Behinderung auf Hilfe angewiesen ist, kann trotzdem weitgehend selbständig bleiben. Technische Hilfen - vor allem im Bad - können das tägliche Leben erleichtern und somit auch meistens den Umzug in ein Alten- oder Pflegeheim verhindern.

Nach einer Studie* lehnen schließlich 80 Prozent der über 60jährigen einen solchen Umzug ab und möchten auch weiterhin in ihren Wohnungen bleiben und die eigenständige Lebensführung erhalten. Eine Anpassung an die meist eingeschränkten Fähigkeiten älterer Menschen ist im Bad vonnöten, um die Unfallrisiken zu verringern. Die Verbindung von Wasser und Seife und anderen Körperpflegemitteln verursacht beispielsweise nicht nur auf den gefliesten Fußböden eine erhöhte Rutschgefahr. Auch der Ausstieg aus Wanne oder Dusche führt immer wieder zu unfallträchtigen Situationen. Häufig zeigen jedoch schon einfache Ausstattungshilfen die erforderliche Wirkung und aufwendige Umbauarbeiten sind nicht notwendig.

Der Kippspiegel, ein wichtiger Bestandteil eines barrierefreien Bades, läßt sich problemlos über den wandmontierten Drehknopf einstellen.

Innovative Lösungen zum Thema "Barrierefreies Wohnen" im Bad hat beispielsweise der Arolser Hersteller HEWI im Programm. Alle Produkte dieses Sortiments überzeugen durch Stabilität und Sicherheit sowie durch ihre charakteristische Farb- und Formgebung. Damit können die technischen Hilfen auch als optisches Gestaltungsmittel in den Bädern eingesetzt werden.

Neben dem WC oder dem Waschtisch montierte klappbare Stützgriffe, die mit Armpolstern sowie Toilettenpapierhaltern ausgestattet werden können, erleichtern die tägliche Körperhygiene und machen die alten Menschen gerade in diesem Intimbereich unabhängig von Pflegekräften. Unter der Dusche ist das Hilfsmittel der Klappsitz. Der Sitz zeichnet sich durch hohe Stabilität sowie leichte und sichere Handhabung aus. Er wird komplett vormontiert und mit integrierter Wandplatte zur Verbesserung der Lastverteilung geliefert, so daß er auch an Leichtbauwänden montiert werden kann.

Innovation auch bei der WC-Bürste. Durch den konischen, längeren Griff, der Trichterform sowie einer nach vorne geneigten Öffnung, ist eine anwendungsfreundliche Nutzung erreicht worden.

Für Menschen, die ihre Körperpflege im Sitzen ausüben müssen, ergibt sich oft das Problem, daß die Spiegel über den Waschtischen nicht einsehbar sind. Ein Kippspiegel löst auch dieses Problem. Der Spiegel kann aus dem Sitzen durch einen Drehknopf in jede beliebige Position verstellt werden. Zwei seitlich montierte, spritzgeschützte Energiesparlampen sind nicht nur auf die Bedürfnisse energiebewußter Verbraucher abgestimmt, sondern sorgen auch für eine optimale Ausleuchtung der Spiegelflächen.

Bei der Produktgestaltung wurde vor allem der Hygieneaspekt nicht außer acht gelassen: Die porenfreien Oberflächen und die abgerundeten Ecken vermeiden Schmutzkanten und Verletzungsgefahr. Die glatten Kunststoffmaterialien lassen sich leicht und problemlos reinigen.

Der Klappsitz vereinfacht die Körperhygiene unter der Dusche.

Das gesamte Programm "Barrierefreies Wohnen" ist in den HEWI Farben erhältlich und läßt sich so bestens mit den Sanitärausstattungen, wie beispielsweise Bade- und Handtuchhaltern, Ablagen, Toilettenpapierhaltern, Seifenspendern, Brause- und Zahnbecherhaltern, Badmöbeln, aber auch mit Tür-, Fenster- und Möbelbeschlägen kombinieren.

Untersuchungen haben ergeben, daß 95 Prozent aller über 65jährigen in Wohnungen ohne altengerechte Ausstattung leben. Diese Zahl läßt einen erheblichen Handlungsbedarf erkennen. Mit einer entsprechenden Beratungs- und Planungskompetenz im Bereich "Barrierefreie Bäder" könnte das Sanitärhandwerk den praktischen Bedürfnissen der alten Menschen Rechnung tragen und dieses Geschäftsfeld noch erfolgreicher abschließen.


* Bausparkasse BHW


B i l d e r :   HEWI Heinrich Wilke GmbH