IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 9/1996, Seite 122 f.



Kein Geheimnis um die silberne Scheibe

CD-ROM als Datenspeicher in dem User-PC

Es steht dem Anwender wieder einmal eine Ablösung ins Haus. Aus den achtziger Jahren kennen wir noch den Standard der Floppy-Disk mit 5,25" und der Papphülle. Alternativ kam dann Mitte des letzten Jahrzehnts die revolutionierende Floppy-Disk in der kompakten Größe von 3,5" auf den Markt. Nicht nur, daß das Ausmaß bedeutend handlicher war und die Hülle um vieles robuster, so hat sich gleichzeitig die Speicherkapazität verdoppelt. Heute sprechen wir von der CD (Compact Disk).

Zuerst zog sie als Musikträger in unser Leben und verdrängte gleich die Schallplatte und die Bandkassette in kürzester Zeit aus dem Wettbewerb. Es sind kaum fünf Jahre vergangen, seit den ersten Diskussionen um die silberne Scheibe als Datenträger für den PC. Die Frage hat sich schnell gelöst, das CD-ROM (Read Only Memory = Nur-Lese-Speicher)-Laufwerk gehört bereits zur Standardausrüstung. Wer heute einen PC kauft, wird das feststellen. In 40% aller verkauften PC-Einheiten ist mittlerweile ein CD-ROM-Laufwerk eingebaut.

Warum das CD-ROM zur Pflicht wird?

Die Frage beantwortet sich eigentlich schon von selbst durch die Bewegung am Markt. Alles stellt sich auf die 12 cm große Scheibe ein, und der Grund ist in diesem Falle auch für den Anwender leicht einsehbar. Bringt sie doch die enorme Speicherkapazität von sage und schreibe 640 MByte mit. Das bedeutet zunächst für den "one way" vom Versender der Daten zum Anwender eine Ersparnis von Zeit, Kosten und Nerven.

Die Datenübertragung großer Mengen vom Laufwerk zur Festplatte oder auch nur die Datennutzung von dem Datenträger ist nicht mehr mit dem ständigen Laden und Entnehmen der Disketten aus dem Laufwerk verbunden.

Die CD als Datenträger setzt sich immer stärker durch. Spätestens wenn das Beschreiben der Silberscheibe Standard ist, wird sie das Speichermedium schlechthin (Bild: Hewlett Packard).

Der Fortschritt geht unaufhaltsam weiter. Mit der beschreibbaren CD ist nun auch die letzte Hürde zur Durchsetzung der CD-Datenübertragung gefallen. Um die Anschaffung eines CD-Laufwerkes kommen Anwender kaum mehr herum, egal ob als "Nur Lesegerät" oder mit eigener Brennstation.

Die Hersteller von Standardsoftware und Spielesoftware sind bereits kompromißlos zur CD übergegangen und die Softwarehersteller von Anwendungen sind schon auf dem Weg, ihre Programme auf der Silberscheibe zu transportieren. Noch wird die Alternative per 3,5" Floppydisk selbstverständlich angeboten, es ist nur die Frage, wie lange. Spätestens dann, wenn die beschreibbare CD Standard geworden ist, wird mit den 3,5" Disketten auch langsam Schluß sein, und das, schaut man auf die Bewegungen in der EDV-Entwicklung der letzten zehn Jahre zurück, kann nicht mehr lange dauern.

Wie rüste ich nach?

Was beim Nachrüsten von einem CD-ROM-Laufwerk beachtet werden muß, ist im Grunde genommen nicht viel und die Kosten sind nicht sehr hoch. Will sich ein Handwerksbetrieb noch nicht groß in das Thema "Multimedia" einklinken, bezieht sich die CD-ROM einzig und allein auf den allgemeinen Datentransport im täglichen Alltag.

Ein brauchbares "Nur-Lesegerät" mit Quad Speed (vierfache Übertragungsgeschwindigkeit) kostet rund 400,- DM und der Einbau weitere 50,- bis 80,- DM.

Wer über das CD-ROM-Laufwerk auch noch Musik hören will, die meisten CD-ROM bieten diese Möglichkeit, kann dies entweder über die Kopfhörerbuchse am Laufwerk oder über eine nachgerüstete Sound-Karte. Wer letzteres für notwendig hält, sollte das bei der Umrüstung gleich mit berücksichtigen und einbauen lassen. Die Mehrkosten belaufen sich in diesem Falle um die 200,- DM.

CD-ROM überall

Wie wird das CD-ROM in die PC-Architektur integriert? Eine Frage, die besonders wichtig ist, denn sie gibt die Antwort darauf, wie flexibel ihr gesamtes Computersystem sein wird.

Es gibt eine Schnittstelle, die dieser Anforderung Rechenschaft trägt. Die SCSI (Small Computer System Interface = Schnittstelle für Kleincomputer) bezieht sich auf eine Industrienorm, die die Datenübertragung zwischen dem Computer und der Peripherie, wie in diesem Falle dem CD-ROM Laufwerk definiert, aber auch zu anderen Peripheriegeräten, wie Festplatten, Scanner und Drucker.

Die Schnittstellenkarten werden von zahlreichen Unternehmen hergestellt. Herstellereigene Karten hingegen dienen nur einem einzigen Zweck: der Steuerung des im Lieferumfang enthaltenen CD-ROM-Laufwerkes. Sie werden nur von einer einzigen Firma hergestellt: dem Hersteller des Laufwerkes. Daher müssen Sie sich beim Aufrüsten und bei der technischen Unterstützung ausschließlich auf diese Firma verlassen.

Welche Geschwindigkeiten?

Die Antwort lautet: "Das kommt ganz darauf an!" Der Typ des Laufwerkes, welches Sie einsetzen wollen, hängt in erster Linie davon ab, wozu das Laufwerk benötigt wird und wie anfällig der Anwender gegenüber Werbeaussagen ist.

Wer auch unterwegs die CD-ROM als leistungsstarke Datenträger nutzen will, findet ideale Partner in portablen Geräten. Bei diesem Modell erfolgt die Verbindung mit dem Notebook über eine mitgelieferte PCMCIA-SCSI-2-Schnittstellenkarte. Auch ein Anschluß an den heimischen Desktop-PC ist problemlos möglich (Bild: Panasonic).

Benötigt man das Laufwerk lediglich dazu, die Software von der CD auf die Festplatte zu übertragen, reicht ein Double Speed Laufwerk, welches bis 1994 als Industriestandard galt, vollkommen aus. Aber wie es nun einmal in der EDV üblich ist, orientiert man sich an dem derzeitigen Standard. Und das ist heute das Quad Speed.

Oftmals sind Programme und Informationen so angelegt, daß eine ständige Kommunikation zwischen Rechner und CD-ROM-Laufwerk nötig ist. Besonders dann, wenn es um Übertragungen aus Katalogen und Bilddateien geht. Hier werden große Datenmengen verwaltet, die ganz schnell die Festplatte an oder über ihre Kapazitätsgrenze bringt. Weil das nicht machbar ist, spielt auch die Übertragungsgeschwindigkeit eine gewisse Rolle. Sie sollten sich aber darüber im klaren sein, egal ob Sie ein 1x, 2x, 3x, 4x oder sogar ein 6x-Laufwerk einsetzen, es wird wahrscheinlich immer die langsamste Komponente in Ihrem Computer darstellen.

CD-ROM unterwegs

Neben fest in einem PC eingebauten CD-ROM-Laufwerken gibt es auch externe Geräte. Darüber hinaus sind auch Notebooks mit CD-ROM-Laufwerken im Handel.

Externe Geräte bieten den Vorteil, sie überall einsetzen zu können: An verschiedenen Arbeitsplätzen als auch unterwegs an das Notebook.

Auf der einen Seite unterstützen diese Geräte die Flexibilität der CD-ROM-Anwendung bei geringen Grundkosten, auf der anderen Seite können sie natürlich immer gerade dort fehlen, wo sie im Moment am dringendsten benötigt werden.

Verschiedene Hersteller bieten auch Notebooks mit eingebautem CD-ROM an. Das Nachrüsten eines Inboard-Laufwerkes ist nicht möglich.

Wer aber auch unterwegs CD-ROMs als leistungsstarke Datenträger nutzen will, kann bedenkenlos auf ein externes Gerät zurückgreifen.

Schublade oder Caddy?

Bei einem Caddy handelt es sich um eine kleine Kunststoff-Box, etwa so groß wie die CD-Hülle, die mit der CD in das Laufwerk eingelegt wird. Der Sinn liegt in der schonenden Behandlung der Silberscheibe.

Die erste Generation der CD-ROM-Laufwerke verwendete ausschließlich dieses System, aber immer mehr Hersteller gehen, wie bei dem CD-Player, zur Schublade über.

In der Tat halten die silbernen Scheiben viel aus, sind aber nicht unzerstörbar. Ein kleiner Kratzer auf der Unterseite der Scheibe kann schon ausreichen, um sie zu ruinieren. Daher sollten Sie Ihre CDs auf jede nur mögliche Art und Weise schützen.

CD-ROM selbst gebacken

Es ist endlich soweit, daß nun auch jeder seine CD selbst brennen kann. Die Geräte bestehen aus einem internen Laufwerk und sind nicht größer als das herkömmliche CD-ROM-Laufwerk. Schon für unter 2000,- DM sind komplette Kits mit Laufwerk, verschiedenen Softwarepaketen, Controler und CD-Rohlingen lieferbar.

Der Vorteil der CD liegt im Vergleich zu anderen Speichermethoden in der unvergleichlich hohen Kapazität und der Unempfindlichkeit gegenüber Umwelteinflüssen. Wer mit einer beschreibbaren CD arbeitet, verfügt quasi mit jeder CD über eine zusätzliche Festplatte. Die Speicherkapazität liegt immerhin bei 640 MByte und einer Datentransferrate Lesen/Schreiben im vierfach Mode bis zu 700 KB/s.

Schnelle und zuverlässige Sicherungskopien von umfangreichen Datenbeständen, wie das Backup einer Festplatte, ist kein Problem mehr.

Für kleinere Betriebe, die sich beispielsweise ihre eigenen Produktkataloge oder sonstige Präsentationen auf CD erstellen wollen, bietet diese Möglichkeit eine interessante Perspektive. Erscheint das Schreib/Lese-CD-Laufwerk dem einen oder anderen noch zu teuer, so bleibt eine berechtigte Hoffnung: auch hier werden die Preise über kurz oder lang in den Keller gehen.


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