IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 7/1996, Seite 21 ff.


VERBÄNDE AKTUELL 


Nordrhein-Westfalen


Innung Mönchengladbach

Die Ölheizung hat Zukunft

Zu einer Fachveranstaltung "Die moderne Ölheizung - eine Perspektive im Wärmemarkt?" hatte die Innung Sanitär-Heizung-Klima einen breiten Kreis von Fachleuten eingeladen. Rund 180 Zentralheizungs- und Lüftungsbauer, Ingenieure, Architekten, Schornsteinfeger und örtliche Brennstoffgroßhändler waren der Einladung gefolgt.

Obermeister Günter Wohlsein und Friedrich-Carl Hollweg, Geschäftsführer und Gesellschafter der Firma Gottschall & Sohn, freuten sich über die rege Teilnahme und hießen die anwesenden Fachleute herzlich willkommen.

Die Veranstaltungsteilnehmer erlebten einen hochinteressanten Fachabend, bei dem umfassend die Vorteile des Brennstoffes Öl und die Möglichkeiten der Anwendung moderner Heiztechniken dargestellt wurden.

Der Repräsentant des Institutes für wirtschaftliche Ölheizung e.V., Adrian Willig, stellte anhand einer Vollkostenrechnung für Mönchengladbach die Preisvorteile des Brennstoffes Öl dar. "Nach Einschätzung von Fachleuten reichen die derzeitigen förderbaren Vorkommen noch mindestens 44 Jahre. Mit verbesserten Fördertechniken können weitere vorhandene Vorkommen bis weit ins nächste Jahrtausend erschlossen werden", so Willig.

Referate zu den Themen Verbrennungstechnik mit modernen Ölkesseln (Matthias Pütz, Georges Flick: De Dietrich Heiztechnik), Forschung in der Brennertechnik (H. J. Freitag: MAN Brennertechnik) und Ableitung der Rauchgase (Georg Fröhling: LDW) rundeten das Programm ab.

Am Schluß der Referate eröffnete Fachgruppenleiter Dipl.-Ing. Norbert Schalm die Diskussion, in deren Rahmen die Referenten Rede und Antwort standen.

Eine Ausstellung im Foyer informierte zum Thema des Abends, insbesondere von der Gewinnung des Öls über die Lagerung und Verbrennung bis hin zur Ableitung der Abgase.

 


Landesfachgruppen-Tagung Klempnerei

Rund 40 Teilnehmer folgten der Einladung des Fachverbandes Sanitär-Heizung-Klima NRW zur alljährlichen Landesfachgruppen-Tagung Klempnerei am 30. Januar nach Dortmund. Von der Geschäftsstelle des Fachverbandes SHK NRW nahmen teil Ing. Peter Kivelitz und Peter Pauly. Landesfachgruppenleiter Dieter Aufderheide begrüßte die Innungsvertreter mit einer düsteren Prognose für das angelaufene Jahr 1996: "Wir können nicht so optimistisch in die Zukunft blicken, wie wir das noch vor einem Jahr getan haben. Die allgemein schlechte Wirtschaftslage verschont uns diesmal nicht, und somit müssen wir eine gewisse Durststrecke überstehen. Aber wenn wir über unseren Tellerrand blicken und uns mit Märkten beschäftigen, die wir bisher eher stiefmütterlich behandelt haben, dann schaffen wirs." Aufderheide meinte damit, die Aktivitäten auch auf die Unterkonstruktion, auf die Dämmung und z.B. auf andere Falze zu legen. Denn verlorengegangene Marktanteile müssen an anderer Stelle zurückgewonnen werden.

Es sei nicht zu verkennen, so Aufderheide, daß die Sturmhäufigkeit und die Sturmheftigkeit zunähme, so daß es immer öfter zu Schäden an Bedachungen und Fassaden käme. Aber die Versicherungen zahlten nicht so bereitwillig wie noch vor einigen Jahren. Erklärt wurde dies von einem Innungsvertreter mit der zunehmenden europäischen Konkurrenz im Versicherungswesen. Der Einnahmeausfall durch die nach unten korrigierten Prämien werde in der Schadensbegleichung wieder eingespart. Versicherungen stellen nunmehr eigens Fachleute ein, um in der Herstellung einer Werkleistung, beispielsweise einer Bedachung, Fehler aufzudecken. Folge: Bei tatsächlichem Mangel begleicht die Versicherung den Schaden nicht und wälzt die Reparaturkosten auf den Handwerksunternehmer ab.

Doch zunächst stand die Wahl des Landesfachgruppenleiters und der Mitglieder auf der Tagesordnung. Aufderheide wurde einstimmig für drei Amtsjahre wiedergewählt, stellte aber vor seiner Kandidatur die Bedingung, während seiner letzten Ehrenamtszeit einen geeigneten Nachfolger einarbeiten zu können. Gewählt als Mitglieder der Fachgruppe wurden:

- Dieter Aufderheide (Fachgruppenleiter), Münster,
- Jürgen Angele, Krefeld,
- Wolf-Dieter Ernst, Iserlohn,
- Hans-Paul Esztermann, Düsseldorf,
- Jürgen Luft, Essen,
- Jürgen Schultze, Herford,
- Erich Streicher, Hagen.

Firma Rheinzink, vertreten durch die Herren Behning und Weilguni, referierten zu dem Thema "Schäden an Bedachungen und Fassaden aus Zink". Rheinzink propagiert die Bedachung ohne Trennlage. Die Nachteile einer Trennlage besonders bei flachgeneigten Dächern (bis 7) überwiege: Wasser kann sich auf der unteren Abdichtbahn sammeln und in direkten Kontakt zum Zinkblech treten. In solchen Fällen ist Lochkorrosion von unten möglich, weil an diese quasi luftdichte Stelle kein Kohlendioxid gelangt. Kohlendioxid aus der Luft ist jedoch zur Bildung des schützenden "basischen Zinkkarbonates" unerläßlich. Zwar schreibe die VOB eine Trennlage vor, jedoch hätten die Fachregeln einen höheren Stellenwert. Weilguni zitierte aus der VOB 18339, wonach mit dem Bauherrn vertraglich vereinbart werden kann, auf eine Trennlage zu verzichten. Behning ergänzte die Kuriosität zur Frage, ob Trennlage ja oder nein, mit der Aussage, daß die Trennlage in Deutschland laut VOB vorgeschrieben, während sie beispielsweise in Frankreich und Belgien verboten sei.

Behning stellte die zahlreichen Möglichkeiten des Eindringens von Wasser während und nach der Bauphase ausführlich dar und nannte Maßnahmen, dies zu verhindern oder wenigstens abzumildern. Viel problematischer als der einmalige Wassereindrang während der Bauzeit ist jedoch der permanente Zufluß mit den oben beschriebenen Lochfraßproblemen.

Wie jedes Jahr war auch der Sitzungssaal der diesjährigen Landesfachgruppentagung Klempnerei voll besetzt.

Zum Tagesordnungspunkt "Änderung der Anlage A der Handwerksordnung" referierte Peter Kivelitz vom Fachverband. Er führte aus, daß der ß 7 a der Handwerksordnung wichtiger sei als ß 5. Denn ß 7 a lasse zu, daß sich z.B. Dachdecker in die Handwerksrolle der Klempner eintragen lassen können, wenn sie ihre Eignung für Klempnereiarbeiten nachweisen. Ist erst einmal eine solche Eintragung vollzogen, sei der Verlust von Marktanteilen im Bedachungsgeschäft vorprogrammiert.

Und zum Thema der Verwandtschaftserklärung Klempnerei/Dachdeckerei vertritt Kivelitz die Meinung, daß - mindestens - ein Handwerk dabei "baden geht". Deshalb solle die Diskussion beendet werden. Niemand, weder Dachdecker noch Klempner, wolle sie. Auch der Zentralverband Sanitär Heizung Klima sieht zur Zeit keinen Handlungsbedarf, die Verwandtschaft zu forcieren.

Aufderheide hielt als letzten Tagesordnungspunkt einen Dia-Vortrag mit Bildern von Fassadenarbeiten in Klempnertechnik, wie sie in der Schweiz ausgeführt wurden und werden. Er machte deutlich, daß die hohe Qualität der ausgeführten Arbeiten letztlich aus zwei Merkmalen resultiert: 1. aus vorgefertigten Profilen, etwa Sinusprofilen, und 2. aus Werkstattvorfertigungen.

Fußangeln bei Fassadenarbeiten, so Aufderheide, sind zum einen die Gefahr, daß man Dübel verwendet, die nicht zugelassen sind. Eine andere Gefahr besteht bereits in der Angebotsphase. Wärmedämmung ist oftmals nicht nur mit der Wärmeleitfähigkeit ausgeschrieben, sondern auch mit der Rohdichte. Liegt dem Unternehmer ein besonders günstiges Angebot eines Lieferanten vor, kann es daran liegen, daß die Wärmedämmung nicht die geforderte Rohdichte aufweist. Fällt das dem Klempnerunternehmer nicht auf und verlegt er die Minderwärmedämmung, bedeutet dies meist Zahlungskürzungen mit Schadenersatzforderungen von seiten des Auftraggebers.

Aufderheide bedankte sich abschließend im Namen des Fachverbandes für das zahlreiche Erscheinen der Innungsvertreter und hofft auf ein Wiedersehen auf dem Klempnertag im September in Kassel.


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