IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 5/1996, Seite 78 ff.


SANITÄR


Hotels und Gastronomie

Sanitärausstattungen aus Edelstahl setzen Akzente bei Design und Funktionalität

Nach einigen erfolgsverwöhnten Jahren wird es für das Sanitär-Fachhandwerk inzwischen wieder schwerer, neue und zukunftsträchtige Marktfelder zu erschließen. Vor dem Hintergrund der allgemeinen Konjunkturentwicklung ist nur in wenigen Bereichen eine konstant hohe Nachfrage zu verzeichnen. Ein Beispiel ist die Hotel- und Gastronomiebranche. Hier kommt es darauf an, mit interessanten Produkten anspruchsvolle Gestaltungslösungen zu realisieren, die zudem auf die speziellen Einsatzbedingungen zugeschnitten sind.

Nachdem das Baugewerbe in den vergangenen Jahren zum Teil zweistellige Zuwachsraten zu verzeichnen hatte, scheint sich jetzt eine Wende in der Baukonjunktur anzudeuten. Insbesondere der Wohnungsbau, der lange Zeit die Rolle einer "Konjunkturlokomotive" innehatte, zeigt derzeit zumindest in Westdeutschland stark rückläufige Tendenz. Branchenkenner befürchten, daß sich die Zurückhaltung bei privaten Bauinvestitionen auf Sicht auch auf das SHK-Fachhandwerk auswirken wird. Dies gilt um so mehr, als auch bei privaten Modernisierern die Mark bei weitem nicht mehr so locker sitzt wie noch vor wenigen Jahren - mit der Folge, daß auch überfällige Badmodernisierungen zunehmend auf die lange Bank geschoben werden.

Für die meisten Betriebe besteht sicherlich noch kein Grund für übertriebenen Pessimismus, bewegt sich die Ertragslage doch vielfach nach wie vor auf einem zufriedenstellenden Niveau. Der nach wie vor enorme Fehlbestand an Wohnungen und der gewaltige Sanierungsbedarf werden der Sanitärbranche insgesamt über dieses Jahrzehnt hinaus eine ordentliche Auslastung sichern. Gleichwohl kann es für den einzelnen Betrieb von entscheidender Bedeutung sein, durch die gezielte Bearbeitung weiterer Marktsegmente rechtzeitig Schritte für die Sicherung des Auftragsvolumens einzuleiten.

Bild 1: Der Edelstahl-Waschtisch überzeugt im Ratinger Hotel "Inn Side Residence" nicht nur durch sein Design. Auch in puncto Pflegeleichtigkeit und Langlebigkeit weist er Vorteile auf.

Hohes Nachfragepotential im Hotelbereich

Einen besonders attraktiven Markt stellt das Hotel- und Gastronomiegewerbe dar. Vor dem Hintergrund wachsender Gästeansprüche und eines zunehmenden Wettbewerbsdrucks plant - einer Erhebung der VDS zufolge - derzeit jedes vierte Hotel Investitionen in den Badbereich. So rangieren in der Gunst der Gäste - ebenfalls ein Ergebnis der Studie - das geräumige Gästebad und die Ausstattung der sanitären Anlagen noch vor der Großzügigkeit der Zimmer und dem gastronomischen Angebot. Der Trend geht zum großzügigen, behaglichen Wohnbad auf höchstem Komfortniveau.

Unter dem Strich umfaßt das jährliche Investitionsvolumen allein bei der Modernisierung der Gästebäder insgesamt fast eine Milliarde DM. Statistisch wird jedes Hotelbad alle sieben bis zehn Jahre für durchschnittlich 7500,- DM renoviert. Neben Funktionalität, Ästhetik und Komfort spielen für die Hotelbetriebe auch wirtschaftliche Kriterien wie die erleichterte und damit weniger personalkostenintensive Pflege und Reinigung eine entscheidende Rolle.

Trend zur Erlebnisgastronomie

Doch auch in der Gastronomie wird die Meßlatte für sanitäre Anlagen zunehmend höher gelegt. Wurden die Gästetoiletten früher eher stiefmütterlich behandelt und lediglich nach dem Grad ihrer Sauberkeit beurteilt, so kommt ihnen heute eine ganz andere Bedeutung zu. Immer mehr Gaststätten und Restaurants verwirklichen neue, interessante Einrichtungskonzepte und tragen damit den gestiegenen Ansprüchen der Gäste Rechnung. Der Trend zur gehobenen "Erlebnisgastronomie" macht dabei nicht vor der Toilettentür halt - gefragt sind auch im Sanitärbereich innovative, designorientierte Problemlösungen, die zugleich auf die hohen Anforderungen des Gastronomiebereiches an Solidität, Langlebigkeit, Pflegeleichtigkeit und Wirtschaftlichkeit abgestimmt sind.

Unter dem Strich bietet dieser Bereich des Objektgeschäfts dem Sanitär-Fachhandwerk also jetzt und in Zukunft außerordentlich interessante Markt- und Umsatzpotentiale, die nicht links liegengelassen werden sollten. Wer sich hier als Spezialist für bedarfsgerechte, innovative Ausstattungskonzepte ins Gespräch bringen kann, hat gute Chancen, sich auf Sicht ein zukunftsträchtiges weiteres Standbein aufzubauen. Gefragt ist dabei nicht nur die fachliche Kompetenz des ausführenden Betriebes - wichtig ist zudem, daß man auf ein speziell auf die besonderen Anforderungen des Hotel- und Gastronomiebereiches zugeschnittenes Produktsortiment zurückgreifen kann.

Bild 2: Die WC-Kabinen des "Ristorante Lorenzini" befinden sich hinter einer Holzverkleidung mit hohen Türen und sind mit wandhängenden Edelstahl-WCs ausgestattet.

Im Trend: Edelstahl rostfrei

Mit Edelstahl rostfrei hat sich dabei gerade in den vergangenen Jahren ein für den Sanitärbereich verhältnismäßig neues Material durchgesetzt. Hiermit lassen sich nicht nur neue Designakzente in Hotelbädern und Toilettenanlagen setzen, es zeichnet sich zudem durch Systemvorteile bei Hygiene, Pflegeleichtigkeit und Langlebigkeit aus. Ein interessantes Komplettprogramm für Hotels und Gastronomiebetriebe bietet beispielsweise der Herforder Anbieter Kuhfuss Sanitär, der sich ausschließlich auf Sanitärausstattungen aus Edelstahl spezialisiert hat. Das Sortiment wird komplett aus einer Hand geliefert und kann individuell auf eine Vielzahl von Einsatzfällen zugeschnitten werden.

Die Vorteile des verwendeten Werkstoffs Chrom-Nickelstahl 18/10 liegen dabei auf der Hand: Die Oberflächen des glatten, porenfreien und pflegeleichten Materials sind abriebfest, es besteht also nicht die Gefahr von Absplitterungen oder Verfärbungen. Zudem sind qualitativ hochwertige Sanitärobjekte fugenlos gepreßt und weisen keine tiefliegenden Ränder auf - keine Chance also für Schmutznester und Bakterienbildung.

Interessantes Wohnbadkonzept im Inn Side Residence, Ratingen

Welche Möglichkeiten Edelstahl rostfrei in der Praxis bietet, zeigt beispielsweise das Anfang 1995 eröffnete Hotel "Inn Side Residence" in Ratingen. Hier wurde ein originelles Wohnbadkonzept verwirklicht, in dem Zimmer und Bad zu einer Einheit verschmelzen. Durch einen fließenden Übergang zwischen Zimmer und Bad - ohne trennendes Mauerwerk - wird die übliche Raumtypologie aufgebrochen und in einem geschlossenen Gestaltungsarrangement zusammengeführt. Nur das stille Örtchen verschwindet hinter einer Tür.

Zentrales Element dieser offenen Wohn-Bad-Konzeption ist eine gläserne Duschsäule, die mitten im Raum steht und vom Boden bis zur Decke reicht. Sie gibt dem Zimmer eine extravagante, nicht alltägliche Note. Neben der Duschsäule ist der Waschtisch zentrales Wohnelement. In eine Granit-Abdeckplatte eingelassen, verleiht der hochglanzpolierte Edelstahl-Waschtisch dem Bad ein luxuriöses und zugleich avantgardistisches Ambiente.

Verchromte Accessoires wie Handtuchhaken, Handtuch- und Badetuchhalter sowie Türgriffe und Garderobe unterstreichen die harmonische Einheit der gesamten Ausstattung. Neben dem außergewöhnlichen Design der Waschtische waren für die Verantwortlichen im Inn Side Residence jedoch vor allem die Vorteile bei Pflegeleichtigkeit und Langlebigkeit ausschlaggebend für die Entscheidung, mit Edelstahl neue Wege bei Design und Funktionalität zu gehen.

Bild 3: Die Urinale des Berner Prominententreffs sind mit einer innovativen Urinalspülsteuerung ausgestattet, die auf körperwarme Flüssigkeit reagiert.

Erlebnisgastronomie im Ristorante Lorenzini, Bern

Ebenfalls mit Edelstahl-Sanitärobjekten wurde vor kurzem in einem gehobenen Berner Restaurantbetrieb ein interessantes Konzept für die Sanitärraumgestaltung in Gastronomiebetrieben realisiert.

Ziel des für die Sanitärplanung und Ausstattung des "Ristorante Lorenzini" verantwortlichen Installateurs war es, an das stilvolle Ambiente der Gasträume anzuknüpfen. Durch die hohe Benutzungsfrequenz gerade in den Spitzenzeiten kam es jedoch zugleich darauf an, den hohen Designanspruch auf einen Nenner zu bringen mit Robustheit, Langlebigkeit und Pflegeleichtigkeit.

Der Reparatur- und Ersatzbedarf für beschädigte Sanitärobjekte wie auch der Reinigungsaufwand sollten auf ein Minimum beschränkt werden. So hatte man am früheren Standort die leidvolle Erfahrung gemacht, daß fahrlässige oder gar mutwillige Zerstörungen auch vor dem gehobenen Gastronomiebereich nicht halt machen - ganz abgesehen von den in stark frequentierten Sanitärräumen auftretenden Hygieneproblemen.

Vor diesem Hintergrund wurde hier eine schwarz-weiße Fliesenlandschaft mit Sanitärobjekten aus rostfreiem Edelstahl kombiniert. Durch die dezente "High-Tech-Optik" der Waschtische, WCs und Urinale konnte in dem bewußt kühl gehaltenen Ambiente ein zusätzlicher optischer Reiz geschaffen werden. Montagefreundlichkeit der Produkte ermöglichte zudem, daß die Installationsarbeiten besonders schnell und problemlos abgeschlossen werden konnten.

Urinalspülsteuerung: wirtschaftlich und hygienisch

Eine technische Besonderheit kommt bei den vier Urinalen in den Herrentoiletten des "Lorenzini" zum Einsatz: Sie sind mit einer innovativen Urinalspülsteuerung ausgestattet, die auf körperwarme Flüssigkeit reagiert.

Der patentierte Wärmefühler ist - im Gegensatz zu anderen Systemen - im Innenkörper des Urinals so montiert, daß er nicht mit Flüssigkeit in Berührung kommt. Verschleiß- oder Ausfallerscheinungen z.B. durch die Ablagerung von Urinstein können also gar nicht erst auftreten. Jede Benutzung wird registriert und löst automatisch die Spülung aus. Hierdurch wird ein maximaler Hygienestandard gewährleistet und einem übermäßigen Wasserverbrauch vorgebeugt. Die Steuerung ist vollständig in das Urinal integriert und kann von außen nicht manipuliert werden.

Das Komplettprogramm bietet dem Sanitär-Fachhandwerk die Möglichkeit, maßgeschneiderte Problemlösungen für vielfältige Einsatzgebiete im Hotel- und Gastronomiebereich zu entwickeln. Ein wichtiges Argument im Verkaufsgespräch ist dabei auch, daß sich durch die Ausstattung mit Edelstahl-Produkten erfahrungsgemäß ein besonders günstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis erzielen läßt. Dies gilt sowohl bei Anschaffung und Installation als auch im laufenden Betrieb, wo die Betriebskosten durch verringerten Reinigungsaufwand und reduzierten Ersatz- und Reparaturbedarf niedriger sind als in herkömmlich ausgestatteten Objekten.


( B i l d e r :   Kuhfuss Sanitär)


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