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Windstrom ins virtuelle Speicherkraftwerk

Vernetzte Sonnenbatterien sollen überschüssigen Windstrom zwischenspeichern und so gegen deren Abregelung (Redispatch) wirken. Gemanagt wird das Ganze per Blockchain, die Vergütung erfolgt über eine Kryptowährung. Konkret ist jetzt ein weiterer, dritter Block im virtuellen Kraftwerk (VPP) von Sonnen in der Region Nordost-Deutschland ans Netz gegangen.

Volkswirtschaftlich ein Schaden: Windräder werden abgeregelt, wenn die Netze die Menge nicht aufnehmen können, z. B. bei Sturm, die diese Kraftwerke dann auf einmal produzieren. Bild: BWE/Jens Meier

Die VPP-Konzeption von Sonnen: Überschüssiger Windstrom (gelb) wird in einem Netzwerk aus Sonnenbatterien gespeichert. Die Windräder können weiterlaufen und ihren Strom (blau) weiter einspeisen. Bild: Sonnen

 

Das Konzept sieht vor, dass Sonnen von ihm an den Markt gebrachte Heimspeicher miteinander zu virtuellen Großspeichern kombiniert, um je nach Bedarf Strom aus dem Netz aufnehmen und wieder abgeben zu können. Durch die Abgabe von Strom wieder ins Netz werden sie gesetzlich als Kraftwerk definiert.

Irrsinn Abregelung
Bisher greift ein Netzbetreiber in Fällen ein, um eine Überlastung an bestimmten Punkten im Stromnetz zu vermeiden (Redispatch). Diese können dann auftreten, wenn gerade mehr Energie vorhanden ist als das Stromnetz transportieren kann. In der Regel werden unter den Stromerzeugern der erneuerbaren Energien bisher dann die Windräder abgeregelt, um den Engpass zu vermeiden. Volkswirtschaftlich gesehen ist die Abregelung ein Irrsinn, denn der nicht produzierte Strom wird trotzdem vergütet. Sonnen will alternativ überschüssigen Windstrom aus dem Netz nehmen, indem es ihn auf die Sonnenbatterien verteilt, und damit den Redispatch minimieren.

Vermarktung an digitaler Börse
Vermarktet wird die gerade freie Speicherkapazität an der digitalen Börse „EW Origin“ der Energy Web Foundation (EWF). Wird zum Beispiel vor einem Sturm ein Überschuss an Windstrom und damit ein möglicher Engpass im Stromnetz vorhergesagt, meldet der Netzbetreiber seinen Bedarf an. Auf der anderen Seite bietet Sonnen freie Speicherkapazität des virtuellen Kraftwerks für einen bestimmten Zeitpunkt an. Die Origin-Software registriert die Anfrage des Netzbetreibers und bringt sie automatisch mit dem Angebot von Sonnen zusammen. Nimmt der Netzbetreiber dieses Angebot an, berechnet Sonnens VPP-Software automatisch die jeweiligen Zeitpunkte für die Aufnahme des überschüssigen Windstroms.
„Mit diesem Projekt machen wir den nächsten Schritt hin zu einem intelligenten Stromnetz, das viel flexibler mit Schwankungen aus erneuerbaren Energie umgehen kann“, sagt Jean-Baptiste Cornefert, Managing Director von Sonnen eServices. „Virtuelle Speicherkraftwerke wie von Sonnen sind der bisher fehlende technische Baustein für dieses Stromnetz und können helfen, dass weniger Ökostrom verloren geht.“

Vergütung per Blockchain
Die einzelnen Transaktionen zwischen Sonnen und dem Netzbetreiber werden über einen sogenannten „Smart Contract“ in eine Blockchain geschrieben. Smart Contracts sind digitale Verträge, die automatisch die vereinbarten Bedingungen zwischen zwei Parteien hinterlegen. Erfolgreiche Transaktionen erledigt die Blockchain automatisch über die Kryptowährung „DAI“.

 


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