Werbung

Batterien schreddern statt sie schmelzen

Die TU Bergakademie Freiberg hat sich an ein neues Recycling-Verfahren für Lithium-Ionen-Batterien herangemacht. Statt sie zu schmelzen wird geschreddert.

Mit dem Verfahren erhoffen sich die Wissenschaftler, vor allem Lithium besser und in größeren Mengen zurückgewinnen zu können als noch heute. Bild: TU Bergakademie Freiberg

Die TU Bergakademie setzt beim Recycling von Lithium-Ionen-Akkus auf mechanische Verfahren. Bei herkömmlichen Verfahren werden die Batterien meist eingeschmolzen und dann die Stoffe voneinander chemisch getrennt. Bild: TU Bergakademie Freiberg

 

Im Verbundprojekt „InnoRec“ forscht die TU Bergakademie Freiberg gemeinsam mit vier Partnern an einem energie- und stoffeffizienten Wiederverwertungsansatz. Bisher werden die Lithium-Ionen-Akkus im Rahmen des Recyclings meist eingeschmolzen und später chemisch voneinander getrennt. Das ist sehr aufwendig und teuer. Denn eine Batterie oder ein Akku bestehen aus einem komplexen Stoffgemisch, darunter Graphit, Aluminium, Kupfer, Nickel, Kobalt, Mangan und Lithium. Die genaue Zusammensetzung der jeweiligen Bestandteile unterscheidet sich dabei je nach Hersteller, was die Aufbereitung zusätzlich erschwert.

Aufbau des Verfahrens
Um vor allem Lithium besser und in größeren Mengen zurückgewinnen zu können, setzen die Wissenschaftler des Instituts für Mechanische Verfahrenstechnik und Aufbereitungstechnik (MVTAT) an der TU Freiberg auf klassische Aufbereitungstechniken wie das Zerkleinern, Trocknen und Sortieren. Diese Techniken können auf unterschiedliche Lithium-Ionen-Akkus angepasst werden. Herauskommen sollen am Ende klein geschredderte Akkubestandteile. Diese werden mit Hilfe eines Luftstroms sortiert, so dass am Ende nur noch die schweren Metallteilchen  aus dem Gehäuse übrig bleiben. Diese können im Vergleich zum Schmelzverfahren zurückgewonnen werden und stehen so dem Stoffkreislauf als Sekundärrohstoffe wieder zur Verfügung.
Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bis 2022 geförderten Projektes im Kompetenzcluster „ProZell“ ist es, das Batterierecycling stofflich effizienter und gegenüber weiter- und neuentwickelten Batteriematerialien robuster zu machen. Der Ansatz soll später auch für neue Batteriesysteme und Elektronikschrott nutzbar sein. Beteiligt sind, neben der TU Bergakademie Freiberg, die TU Clausthal, die TU Braunschweig, die RWTH Aachen und das MEET in Münster.

 


Artikel teilen: