„Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“
Mit einer neuen Hallenstruktur und praxisnahen Formaten will die SHK+E Essen 2026 Handwerk, Industrie und Planung noch gezielter zusammenbringen. Das Thema Sektorenkopplung wird eine wichtige Rolle spielen
Als erste wichtige SHK-Fachausstellung im Messejahr 2026 öffnet die SHK+E Essen vom 17. bis 20. März 2026 ihre Tore. Im Interview erläutert Torben Brinkmann, Projektleiter der SHK+E Essen, welche Schwerpunkte die Messe setzt, welche neuen Formate geplant sind und wie Fachhandwerker, Planer und Hersteller vom Besuch profitieren können.
IKZ: Die SHK+E Essen ist seit Jahrzehnten ein Branchentreff fürs SHK-Handwerk. Was macht sie 2026 besonders relevant?
Torben Brinkmann: Durch ihren frühen Termin eröffnet die SHK+E Essen das Geschäftsjahr und bringt Handwerk, Handel, Industrie sowie Planer und Architekten zusammen. Angesichts von Digitalisierung, Fachkräftemangel und Wärmewende schätzen Besucher und Aussteller die Praxisnähe und thematische Breite der Messe. Ihre Lage im Ruhrgebiet mit hoher Dichte an Fachbetrieben sowie die Nähe zu den Beneluxländern unterstreichen ihre Bedeutung.
IKZ: Gibt es im kommenden Jahr neue Formate, Services oder Partnerschaften, die insbesondere SHK-Betriebe ansprechen sollen?
Torben Brinkmann: Ein zentrales Angebot für 2026 ist der neue „Sanitär-HUB“. Dort erhalten Handwerker einen Überblick über Innovationen der Sanitärindustrie und einen Anlaufpunkt für den fachlichen Austausch. Ergänzt wird das durch ein Architekten-Event und etablierte Formate wie „Treffpunkt Trinkwasser“, „Heizungsforum“ und „Content Lab“, die praxisnahe Inhalte und Kontakte zu Herstellern vermitteln sollen. Neben SHK+E-Handwerk, Großhandel und Wohnungswirtschaft möchten wir künftig auch Dachdecker, Energieberater und Schornsteinfeger gezielter ansprechen, um Netzwerke branchenübergreifend zu erweitern.
IKZ: In der Heizungstechnik kommt man um den Begriff Wärmewende kaum herum. Wo wird er in Essen sichtbar, etwa in Bezug auf Wärmepumpen, Wasserstoff oder die Sektorenkopplung?
Torben Brinkmann: Die Wärmewende zeigt sich vor allem in den Hallen 1 und 3, wo Heizungstechnik und Elektro-Angebote verzahnt werden. Im Mittelpunkt stehen Wärmepumpen als Schlüsseltechnologie, ergänzt durch Photovoltaik, Batteriespeicher, Energiemanagementsysteme, Wallboxen und Wechselrichter. Damit können Handwerker komplette Lösungen für die Kopplung von Wärme, Strom und Mobilität kennenlernen. Als technologieoffene Plattform präsentiert die Messe aber auch weitere Heizsysteme. Eine Start-up-Fläche in Kooperation mit der VdZ bringt zusätzliche Impulse und neue Ansätze für die Praxis.
IKZ: Wie nimmt die SHK+E Essen den digitalen Wandel mit?
Torben Brinkmann: Eine zentrale Rolle spielt das Content Lab, das seit 2024 mit dem YouTube-Kanal „SHK Info“ und den „Heizungsbauern aus Leidenschaft“ umgesetzt wird. Dort zeigen Influencer, wie Fachbetriebe Social Media für Marketing und Recruiting nutzen können. Ergänzend gibt es eine Podcast-Box, Live-Streamings und Social-Media-Berichte. Gemeinsam mit der „Azubi-Lounge“ des Fachverbandes SHK NRW richtet sich die Messe gezielt an junge, digitalaffine Besucher. Trotz aller Digitalisierung bleibt die Messe vor allem Ort des persönlichen Austauschs; digitale Formate verstehen wir als Ergänzung, um Reichweiten zu erhöhen und das Erlebnis zu verlängern.
IKZ: Die Nachwuchsförderung ist ein gemeinsames Anliegen der Branche. Wie möchten Sie junge Menschen für das SHK-Handwerk begeistern?
Torben Brinkmann: Der Fachverband SHK NRW spielt hier eine zentrale Rolle. Für die „Azubi-Lounge 2026“ wird derzeit ein umfangreiches und spannendes Programm vorbereitet. Ergänzend bauen die Innungen ihre Schulkooperationen aus, um Jugendliche direkt zu erreichen und für die Messe zu gewinnen. Im Rahmen des Programms „Ausbildungswege NRW“ sollen so noch mehr Schulen eingebunden werden als in den Vorjahren.
IKZ: Wie stellen Sie sicher, dass Besucher sich gut in der neuen Hallenstruktur zurechtfinden, um ihren Messebesuch effizient gestalten zu können?
Torben Brinkmann: Das Feedback aus der Branche ist uns wichtig und fließt in die Planung ein, unterstützt durch unseren Beirat. Neu ist ein digitales Einlasssystem, das Tickets in der Smartphone-Wallet speichert. Über unsere Website „Meine Messe“ lassen sich Routen planen, Aussteller kontaktieren und Termine vereinbaren. Ergänzend bieten wir geführte Touren, etwa zu Montageoptimierung oder speziell für Architekten und Azubis.
IKZ: Klimaschutz und Energieeffizienz sind Kernthemen der Branche. Spiegelt sich das im eigenem Messekonzept wider – wenn ja, an welcher Stelle?
Torben Brinkmann: Wir orientieren uns an den UN-Nachhaltigkeitszielen und haben Maßnahmen ergriffen, um nachhaltig zu handeln. Energieeffiziente LED-Beleuchtung spart beispielsweise jährlich über 100 t CO₂, CO₂-Fühler regeln die Frischluftzufuhr. Zudem gibt es Ladestationen für E-Autos. Speisereste werden zu Biogas oder Biodünger verarbeitet, und wassersparende Armaturen reduzieren den Verbrauch um mehr als 10 000 m3/p.a., um nur einige Maßnahmen zu nennen.
IKZ: Viele Menschen freuen sich vor allem auf den direkten Austausch. Wie schafft es die SHK+E Essen, in diesem Jahr wieder Nähe und Netzwerkeffekte zu ermöglichen?
Torben Brinkmann: Der persönliche Austausch ist in der Tat das Herzstück einer Messe. Neben den Ständen bieten mehrere Foren, der neue „Sanitär-HUB“ und ein abendliches „Get-together“ zusätzliche Plattformen für Begegnungen. Auch die Aussteller selbst laden nach Messeschluss zu Gesprächen ein – so entstehen Kontakte und Netzwerke, die über die Messe hinauswirken.
IKZ: Abschließend: Was wünschen Sie sich persönlich für die SHK+E Essen 2026 – und darüber hinaus?
Torben Brinkmann: Ich wünsche mir, dass die SHK+E Essen ein Ort bleibt, an dem Herausforderungen auf konkrete Lösungen treffen – persönlich, direkt und praxisnah. Angesichts von Wärmewende, Modernisierungsdruck, Fachkräftemangel und Digitalisierung wollen wir Besuchern Perspektiven und Ausstellern spürbaren Mehrwert bieten: relevante Kontakte, gute Gespräche und das Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein.