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Zentralverband – Neuordnung auf Kollisionskurs

Handlungsbedarf beim Marktanreizprogramm

Zur kompetenten Beratung bei der Effizienzkampagne gilt es, den Kunden auf den geänderten Antrags­modus hinzuweisen.

 

Das Bundeswirtschaftsministerium hat das Antragsverfahren für das Marktanreizprogramm (MAP) für Erneuerbare Energien im ­Wärmebereich vereinheitlicht – diese Vereinfachung erweist sich allerdings angesichts einer knappen Übergangsfrist als problematisch für SHK-Fachbetriebe. Die Berufsorganisation sucht zusammen mit dem Ministerium nach einer befriedigenden Lösung.

Ab dem Jahreswechsel 2017/2018 muss der Antrag auf eine MAP-Förderung in allen Fällen einheitlich vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Der Auftraggeber und Antragsteller muss seinen Antrag also stets schon eingereicht haben, bevor er den Auftrag, beispielsweise zur Errichtung einer Solarthermieanlage oder einer Wärmepumpe, erteilt. Planungsleistungen dürfen allerdings bereits vor Antragstellung beauftragt und erbracht werden. Nicht betroffen sind Anträge, die bis zum Jahresende gestellt werden. Für diese Fälle gilt eine Übergangsfrist.
Diese Neuregelung könnte allerdings zur Frist-Falle für SHK-Unternehmer werden, wenn nicht noch eine Lösung gefunden wird. Denn folgende Situation könnte sich ergeben: Wird z. B. in Unkenntnis der Neuregelung noch in 2017 die neue Heizung beauftragt (Auftrag = Vorhabenbeginn!), das Projekt jedoch erst in 2018 fertiggestellt und in Betrieb genommen (Auftragsvorlauf der SHK-Betriebe beachten!), wären die neuen Fördervoraussetzungen nicht eingehalten!

Zurückhaltung droht
Auch könnten Modernisierungswillige von ihren Plänen abgeschreckt werden, wenn sie die Neuregelung zwar kennen, aber die Förderung in 2017 noch nicht nach dem zweistufigen Verfahren vor Durchführung beantragen können. Hinzu kommt das große Auftragspolster der Fachbetriebe, sodass Unsicherheit bestehen mag, ob die Neuanlage noch in 2017 fertiggestellt und in Betrieb genommen werden kann und somit der Förderantrag noch nach dem (alten) einstufigen Verfahren gestellt werden kann. Die mögliche Folge: Im letzten Quartal leiten die Fachbetriebe wesentlich weniger Maßnahmen in die Wege als sonst üblich, um die Förderung nicht aufs Spiel zu setzen.

Lösung gesucht
Damit die neu strukturierte Förderregelung des MAP tatsächlich eine Erleichterung für mehr Energieeffizienz bringt, bedarf es einer modifizierten Lösung. Sonst ist absehbar, dass Aufträge zurückgehalten werden oder sich z. B. Konflikte bei der Finanzierung ergeben. Der ZVSHK ist deshalb im Gespräch mit Entscheidern im Bundeswirtschaftsministerium, um zu einer befriedigenden Lösung zu kommen.

Hintergrund
Die Bundesregierung fördert seit vielen Jahren die Nutzung Erneuerbarer Energien zur Erzeugung von Wärme und Kälte im Rahmen des MAP. Um das Förderverfahren für Antragsteller noch klarer und transparenter zu machen, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Antragsverfahren überarbeitet und für alle Förderbereiche vereinheitlicht.
Die Förderung von Anlagen im kleineren Leistungsbereich erfolgt durch Investitionszuschüsse über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Größere Anlagen werden mit Tilgungszuschüssen zu zinsgünstigen KfW-Darlehen im Rahmen des KfW-Programms „Erneuerbare Energien – Premium“ gefördert. Alle Informationen zur Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen des Bundes auf www.machts-effizient.de

 


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