Wärmepumpen für den europäischen Markt
Clivet nimmt neues Werk im italienischen Feltre in Betrieb
Feltre. Im neuen Clivet-Werk am Hauptsitz im italienischen Feltre hat die Produktion begonnen: Auf einer Fläche von rund 14 000 m2 können künftig bis zu 8800 Wärmepumpen pro Jahr in Großserie für den europäischen Markt gefertigt werden, teilt das Unternehmen mit. Wobei der Schwerpunkt auf Anwendungen im Dienstleistungssektor und dem Einsatz natürlicher Kältemittel liege. Insgesamt 24 Mio. Euro hat Clivet nach eigenen Angaben investiert. Der Hersteller reagiere damit auf die steigende internationale Nachfrage nach Wärmepumpen und Lösungen für eine Klimatisierung.
„Die Eröffnung des neuen Werks in Feltre stellt einen strategischen Schritt auf dem Wachstumskurs von Clivet dar“, erklärt Stefano Bellò, Präsident und CEO. „Wir haben uns entschieden, in unsere Region zu investieren, um die zeitnahe Entwicklung der vom europäischen Markt geforderten Lösungen zu gewährleisten, die Produktionskapazität sowohl im Bereich Heizung als auch im Bereich Kühltechnik zu erhöhen und unseren Kunden und Partnern Systeme zur Verfügung zu stellen, die Komfort, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit vereinen.“
Fertigungskapazität liegt bei 8800 Einheiten pro Jahr
In den Produktionslinien werden die Baureihen „Sheen“ in den Leistungsgrößen 30, 60 und 90 kW sowie 30 kWmontiert, außerdem „Thunder(R290)“, „Storm“ und „Modular HP“ für den amerikanischen Markt. „Was die Produktionskapazität angeht, wird das neue Werk bei voller Auslastung 8800 Einheiten pro Jahr produzieren können. Das bedeutet eine Verdopplung der derzeitigen Kapazität für die jeweiligen Produktionslinien,“ fährt Bellò fort. „Der starke Aufschwung für Clivet-Produkte im Dienstleistungssektor und die Erschließung neuer Märkte in der Zukunft werden dazu führen, dass 70 % der Produktion für den Export bestimmt sind.“ Ziel seien insbesondere die Märkte Mittel- und Nordeuropa, wo die Nachfrage nach Wärmepumpen im Dienstleistungssektor stetig weiter wachse.
Produktionslinien nach den Prinzipien des Lean Manufacturing
Marco Bertazzo, Werksleiter bei Clivet, erklärt: „Wir haben die Produktionslinien nach den Prinzipien des Lean Manufacturing entwickelt, mit dem Ziel, effizientere Abläufe zu schaffen und Verschwendung zu vermeiden. Zudem haben wir die Produktionslinien so konzipiert, dass Roboter und Cobots (kollaborative Roboter) sowie automatisch geführte Fahrzeuge im Sinne einer kollaborativen Automatisierung integriert werden können.“ Das Gebäude wird von einer Photovoltaikanlage mit 1008 Modulen und einer Gesamtleistung von 805 kWp mit Strom versorgt. Damit decke die Anlage 67 % des Verbrauchs, wobei der Eigenverbrauch auf 87 % geschätzt werde, sodass auch Energie ins Netz eingespeist werden könne.
„Wir haben die LEED-Zertifizierung in Silber (Leadership in Energy and Environmental Design) beantragt“, so Marco Bertazzo. Dies sei ein international anerkanntes Zertifizierungssystem für Gebäude. „Sie zeigt auf, dass Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt werden, die sich auf Energieeffizienz, Wassereinsparung, die Auswahl nachhaltiger Materialien, die Raumluftqualität sowie den Standort und das Umfeld beziehen – allesamt Merkmale, die im neuen Werk auf höchstem Niveau umgesetzt werden.“
Produktionsstätte als Teil der Expansionsstrategie
Die neue Produktionsstätte sei Teil der Expansionsstrategie, die Clivet innerhalb von MBT Climate vorantreibe, dem europäischen Geschäftsbereich und der Markendachgesellschaft von Midea Building Technologies (Midea-Gruppe). Vorausgegangen war die Errichtung des Innovation Centre in Padua – eines internationalen Bezugspunktes für Forschung und Entwicklung im HLK-Markt, das im vergangenen Sommer eingeweiht wurde.
Derzeit sind 30 Mitarbeitende in den Büros und 50 in der Produktion beschäftigt, wie das Unternehmen mitteilt. Weitere Neueinstellungen seien vorgesehen. „Wir wollen Fachkräfte gewinnen und ausbilden, die in der Lage sind, den technologischen Wandel der Branche mitzugestalten und jungen Menschen aus der Region neue Chancen zu bieten,“ heißt es von Clivet.