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Verrückter Plan?

Greenpeace Energy will schrittweise RWE’s rheinische Braunkohlereviere kaufen, stilllegen und in Erneuerbare-Energien-Parks umwandeln. RWE winkt in einem ersten Kommentar das als Träumerei ab. Doch utopisch scheint das Ganze nicht.

So könnte eine Nutzung der ehemaligen Tagebauflächen im rheinischen Revier aussehen. Finanziert werden soll sie auch von Bürgerinnen und Bürgern. Die Bereitschaft dazu ist laut Umfrage offenbar hoch. Simulation: Greenpeace Energy

RWE lehnt die Greenpeace-Offerte ab. Derweil fokussieren RWE und E.on den Ausbau des Erneuerbare-Energien-Geschäfts inzwischen gemeinschaftlich über Innogy.

Bild: RWE Innogy SE

 

Laut Greenpeace-Berechnungen würde die Umwandlung etwa 7 Mrd. € kosten. Das Geld hat das Unternehmen nicht, appelliert deshalb an die Bürger, diese Form der Energiewende mitzufinanzieren. Eine erste Umfrage dazu zeigt große Bereitschaft.
Konkret schlägt Greenpeace Energy vor, im Jahr 2020 den Tagebau Hambach und die sechs ältesten und am wenigsten effizienten Kraftwerksblöcke stillzulegen, 2022 den Tagebau Inden und sechs weitere Kraftwerksblöcke, 2025 Garzweiler und die letzten drei Blöcke. „Insgesamt beläuft sich der Preis dafür auf rund 384 Mio. €“, sagt Fabian Huneke vom Analyseinstitut Energy Brainpool, das die Wirtschaftlichkeit des Projekts berechnet hat. Dies ergebe sich aus den Gewinnen, die mit den Kraftwerken noch am Strommarkt erzielt werden könnten, bis sie wegen steigender CO2-Preise unrentabel würden.

Umsetzung als Bürgerenergie-Konzept

Für die anstehenden Aufgaben sollen mehrere neue Gesellschaften gegründet werden. Eine Betreibergenossenschaft setzt das Bürgerenergie-Konzept um und errichtet auf allen geeigneten ehemaligen Tagebauflächen Windkraft- und Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 3,8 bzw. 4,4 GW. Der Aufbau des gesamten erneuerbaren Kraftwerksparks würde nach Berechnungen von Greenpeace Energy rund sieben Mrd. € kosten. Laut Medienberichten hat RWE dazu noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben und in einer ersten Reaktion die Überlegungen als Träumerei abgetan.

Erste Umfrage zeigt Bereitschaft

Doch utopisch scheint das Ganze nicht. Gut ein Drittel der Deutschen kann sich vorstellen, Geld in den großflächigen Aufbau von erneuerbaren Energien im rheinischen Revier zu investieren. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar Emnid im Auftrag von Greenpeace Energy. 81 % der Befragten befürworten demnach ein Konzept des Ökoenergieanbieters, mit dem die Braunkohlesparte des RWE-Konzerns übernommen und stillgelegt und Wind- und Solaranlagen auf den ehemaligen Abbauflächen ausgebaut würden. „Die Umfrage belegt, dass ein zentraler Teil unseres Konzepts aufgehen kann – nämlich eine umfängliche Teilhabe und Einbindung der Bürgerinnen und Bürger“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy. Laut Greenpeace Energy dürften die Anlagen unter üblichen Marktbedingungen eine Rendite von fünf bis sieben Prozent erwirtschaften. „Wir lassen uns von dieser ersten Reaktion nicht abschrecken und wollen weiterhin mit RWE sprechen“, so Tangermann.

Für Interessenten an einer Projektbeteiligung ist ab sofort eine Infoseite online: www.reinrevierwende.de

 


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