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Vereinte Welten

Garant-Möbel-Gruppe. Stationärer Handel oder Internetvertrieb? Diesem scheinbaren „entweder oder“-Dilemma begegnet der Möbelverband mit einem entschlossenen „sowohl als auch“ und bringt die Welten noch enger zusammen.

1200 Gäste begrüßte die Garant-Möbel-Gruppe zum Partner-Forum in Rheda-Wiedenbrück.

 

„Nichts ist so schnelllebig wie die Entwicklung in der Informationstechnologie“, sagen die Verantwortlichen der Garant-Möbel-Gruppe. Eine Binsenweisheit. Und doch ist dieser Satz auf die Möbelbranche gemünzt aktueller denn je, denn noch immer tun sich viele Unternehmen schwer damit, den Onlinevertrieb ins Tagesgeschäft einzugliedern statt ihn als Bedrohung zu verdammen. Bei Garant in Rheda-Wiedenbrück wurde nun eigens eine strategische Stabsstelle „Unternehmensentwicklung“ geschaffen. Ein direkt der Geschäftsleitung unterstellter Mitarbeiter widmet sich projektorientiert der Erschließung neuer Geschäftsfelder. Und das ohne Profit-Center-Charakter. Zu diesen strategischen Aufgaben gehören insbesondere die Webaktivitäten inklusive einer Überarbeitung des Internetauftritts der Gruppe. Das Ziel ist klar formuliert: „Allen Handelspartnern soll ermöglicht werden, die Möglichkeit des Internet-Marketings systematisch zu erschließen.“ Beim Partnerforum der Gruppe Anfang November im A2-Forum in Rheda-Wiedenbrück erfuhren die rund 1200 Gäste auch hierzu Details.
Schon bei seiner Eröffnungsrede ging Vorstand Franz Hampel auf die aktuelle Lage im Möbelfachhandel ein. „Aktuell zählen wir in Deutschland etwa 9000 Möbelfachhändler, von denen 7000 weniger als eine Million Euro Umsatz erwirtschaften.“ Vor diesem Hintergrund sei das neue Internet-Konzept der Gruppe konzipiert. „Der mittelständische Einrichtungsfachhandel hat Mühe, sich auch im Internet mit den Großflächenanbietern zu messen“, so der Vorstand. Entsprechende Internetshops zeigten, wohin die Reise gehe. Zumal innerhalb der letzten zwei Jahre sich zusätzlich branchenfremde Wettbewerber mit Vertriebskonzepten im Internet platziert hätten. „Diese Anbieter zapfen Marktanteile ab und schmälern den Anteil des Fachhandels bereits heute um mehrstellige Millionenbeträge.“ Als „der Spezialist für Spezialisten“ sehe sich die Garant-Möbel-Gruppe hier in der Pflicht, ihren Handelspartnern Instrumente an die Hand zu geben, um im Online-Shopping Trends zu setzen und von dem wachsenden Internet-Handel zu profitieren.

Die langjährigen Vorstände Franz Hampel (Foto rechts) und Horst Paetzel wollen im Frühjahr 2011 eine Nachfolgeregelung in der Führungsetage der Garant-Möbel-­Gruppe bekannt geben.

Kein eigener Online-Shop
Das Projekt E-Commerce konzentriere sich deshalb auf die Chancen des Handels, seinen Kunden Produkte über das Internet anzubieten. „Hierfür wird in den Internet-Auftritt der Gruppe ein Webshop-Tool eingebunden, das jeder Händler für sich nutzen kann“, heißt es in einer Mitteilung. Die technische Basis werde durch den Verband erarbeitet und gepflegt. So könne jeder Handelspartner individuell und völlig eigenständig entscheiden, was er im Webshop anbieten möchte.
Zusätzlich werde der Verband unter seinem bekannten Markennamen ein zentral betriebenes Portal entwickeln, das durch zentrale Werbemaßnahmen vermarktet wird. „Das hierin präsentierte Sortiment soll zunächst aus Ausstellungsstücken und Restposten zu günstigen Preisen bestehen, wobei die Verlinkung mit den Webshops der Handelspartner sichergestellt sein wird. „Wir treten aber nicht mit einem eigenen Online-Shop auf“, betonten die Verbandsverantwortlichen. Das Angebot sei ein „Sammel-Portal der unterschiedlichen Webshops der Handelspartner“ und werde entsprechend vermarktet.

Mehr als 2000 Partner
Bevor Garant-Vorstand Horst Paetzel den offiziellen Startschuss für das Garant-Möbel-Partnerforum gab, verkündete Vorstandskollege Franz Hampel eine besondere Botschaft. Wie der Vorstand mitteilte, sei die Zahl der Lizenznehmer von 1997 im Vorjahr auf aktuell 2033 gestiegen. Nach wie vor halte sich der Trend, dass die mittelständischen Mitgliedsunternehmen, die sich in ihren Sortimentsbereichen spezialisiert haben, im Wettbewerb mit den Großbetriebsformen ihre Existenzberechtigung haben, betonte Franz Hampel. Die Verbundgruppe, die traditionell weder Umsatz- noch Ertragszahlen nennt, habe in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres um fünf Prozent zugelegt.
Strukturverschiebungen innerhalb der Handelssegmente, die die Verbundgruppe betreut, seien jedoch auch im laufenden Jahr unvermeidlich gewesen. So habe die Zahl der sogenannten Vollsortimenter, die von den Modulen Garant für gutes Wohnen, MER, Garant für gutes Wohndesign und SB-Möbel abgedeckt werden, im Jahresvergleich von 489 auf 438 abgenommen. Horst Paetzel erklärte dieses Minus durch Geschäftsaufgaben von Häusern, in denen es keine Nachfolger mehr gäbe, sowie durch geringfügige Abwanderungen zu Wettbewerbsverbänden.

Erfolgreiche Küchensparte
Anders dagegen habe es sich bei den Küchenspezialisten verhalten, die unter dem Namen Küchen-Areal am Markt auftreten. In diesem Segment sei die Zahl der Lizenznehmer von 343 auf 364 gestiegen. Wie Paetzel auf Nachfrage erläuterte, erwirtschaften die Küchenspezialisten aktuell rund 48 % des Außenumsatzes (ZR-Umsatz) der Gruppe. Insgesamt sieht sich der Verband nach Umsatz als zweitgrößte Gruppierung bei den organisierten Küchenspezialisten.

Unternehmer, Berater, Autor, Redner: Multi-Talent Edgar K. ­Geffroy zog die Gäste des Garant-Partnerforums mit geistreichen und energiegeladenen Ausführungen zum „digitalen Kunden“ in seinen Bann.

Wie schon in den letzten Jahren sei auch der Bereich Bad & Haustechnik wiederum gewachsen. Die Zahl der betreuten Handwerksunternehmen der Sanitär und Heizungstechnik habe von 1021 auf 1089 zugelegt, wobei die Vermarktungsschienen „Die Bäderprofis“ und „Die Energiewerker“ für einen Wachstumsschub gesorgt hätten.

Ehrgeizige Ziele
Für das Jahr 2011 setzt sich die Verbundgruppe ehrgeizige Ziele. Insbesondere solle der Bereich Wohnen durch die bereits eingeführten Eigenmarken LIVA und AERA gestärkt werden. Und zwar „umsatz- und gewinnbringend“.
Im Dienstleistungsbereich solle das bereits erwähnte E-Commerce-Projekt dafür sorgen, dass der stationäre Handel sich neue Umsatzpotenziale in der Online-Vermarktung erschließt, und dank einer Vereinbarung mit dem Portal kaufDA können Prospekte künftig ins Internet gestellt werden. Bei der Qualifizierung erhalte das Konzept, nach dem sich Händler als 5-STERNE Haus zertifizieren lassen können, neue Impulse.
Ergänzend betonte Hampel, dass das Auslandsgeschäft künftig weiter ausgebaut werden solle. Potenziale seien sowohl im europäischen Ausland und insbesondere in den asiatischen Märkten zu erschließen, wo durch Hochwerthäuser in den Metropolen durchaus Käufer für europäische Möbel anzusprechen seien.
Ohne eine präzise Prognose für das kommende Jahr geben zu wollen, setzt die Verbundgruppe weiter auf Wachstum. Wenn dieses Jahr wie erwartet mit einem Plus zwischen drei und fünf Prozent abschließe, sei damit der Grundstock für eine positive Entwicklung auch im kommenden Jahr gelegt, fassten die Vorstände zusammen. (dib)

 


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