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VdDK-Mitgliederversammlung: Konsequenzen des demografischen Wandels

Der demografische Wandel in Deutschland und seine Konsequenzen für Arbeitsmarkt und Unternehmen waren das Thema des öffentlichen Teils der Mitgliederversammlung des Verbandes der Deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK e.V.) in Herford.

 

Vertreter aller namhaften Küchenhersteller sowie rund 30 Gäste aus befreundeten Organisationen, Unternehmen und Verbänden diskutierten dieses weitreichende Thema auf Basis eines Gastvortrags von Prof. Dr. Ralf E. Ulrich, Direktor des Instituts für Bevölkerungs- und Gesundheitsforschung an der Universität Bielefeld. Als eine wichtige Ursache für den demografischen Wandel in Deutschland nannte Dr. Ulrich den Rückgang der Kinderzahlen. Hierbei befinde sich Deutschland im Rahmen eines weltweiten Trends: So leben bereits heute mehr als 50% der Weltbevölkerung in Ländern mit einer Geburtenrate unter 2,1 Kindern je Frau – 2050 werden es sogar 77% sein.
Dieses Geburtendefizit werde sich nicht durch Zuwanderung allein ausgleichen lassen, so Dr. Ulrich. Und auch familienpolitische Maßnahmen wie das Elterngeld tragen nicht dazu bei, den demografischen Wandel zu verlangsamen oder gar aufzuhalten. Einen Ausgleich zur zunehmenden Überalterung der Bevölkerung – d.h. der wachsende Anteil der Menschen über 60 Jahre im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung – und damit zum Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials kann nach Ansicht von Dr. Ulrich nur durch eine Erhöhung des Renteneintrittsalters erreicht werden.
Diese Entwicklung habe in gesellschaftspolitischer sowie betrieblicher Hinsicht gravierende Auswirkungen: Zunächst führe an der Verlängerung der Lebensarbeitszeit offenbar kein Weg mehr vorbei. Damit entbehre die für die Holz- und Möbelindustrie von der IG Metall geforderte Wiedereinführung von Altersteilzeitregelungen jeglicher Grundlage. Vielmehr müsse das Hauptaugenmerk darauf gelegt werden, wie Arbeitskräfte möglichst lang im Unternehmen gehalten werden können. Aspekte des betrieblichen Gesundheitsmanagements, der Anpassung der Arbeitsbedingungen an längere Lebensarbeitszeiten, der beruflichen Weiterbildung gerade älterer Arbeitnehmer sowie des Abbaus der Altersarbeitslosigkeit verdienten dabei besonderes Augenmerk.

www.vddk.de

 


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