Trendreport Wärmewende 2026: Warum die Umsetzung stockt
Der Trendreport Wärmewende 2026 zeigt, die Akzeptanz ist hoch, aber die Umsetzung stockt. Bild: AdobeStock-amnaj
So sehr vertrauen die Befragten den folgenden Akteuren, wenn es um Informationen und Beratung zur Energie- und Wärmewende geht. Bild: co2online
Berlin. Eine Online-Umfrage zeigt: Die Unsicherheit über politische Vorgaben bremst Hauseigentümer bei der Wärmewende aus. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online hatte diese Umfrage unter ihren Newsletter-Abonnenten durchgeführt. 4875 Personen nahmen teil, davon waren 83 % Hauseigentümer. Warum diese vor allem Orientierung brauchen und welche Rolle das SHK-Fachhandwerk spielt, das beleuchtet die IKZ.
Der Trendreport zeigt: Grundsätzlich gaben 93 % der Befragten an, sie halten den Ausbau erneuerbarer Energien für wichtig. Weitere 86 % befürworten, veraltete Heizsysteme zu ersetzen. Fast die Hälfte der Befragten hat auch in den letzten zwölf Monaten Sanierungsmaßnahmen umgesetzt und weitere 15 % planen Investitionen. Besonders gefragt sind dabei Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen.
„Doch obwohl sich fast alle Befragten bereits mit diesen Technologien beschäftigt haben, zögern viele bei der Umsetzung“, schreiben die Studienautoren. Als größte Hemmnisse werden die finanzielle Belastung sowie die Unsicherheit über politische Vorgaben und Förderbedingungen genannt. So zeige der Vergleich zur Vorjahresumfrage, dass der Kostenfaktor an Bedeutung verliere. „Das kann ein Hinweis darauf sein, dass viele Hauseigentümer Investitionen trotz hoher Kosten als sinnvoll einschätzen“, sagt Nadine Walikewitz, Research-Leiterin bei co2online.
Vertrauen entscheidet: 85 % vertrauen Fachhandwerk bei der Umsetzung
Die Umfrage offenbart neben der Unsicherheit in Bezug auf die politischen Rahmenbedingungen (62 %) auch eine deutliche Vertrauenslücke. Unabhängige Institutionen wie wissenschaftliche Institute, Verbraucherzentralen und Energieberater sind hoch angesehen, während nur 24 % der Bundesregierung bei der Wärmewende-Beratung vertrauen. „Orientierung muss über Kanäle kommen, die als unabhängig und alltagsnah wahrgenommen werden“, betont Walikewitz.
Handwerksbetriebe genießen dabei ein hohes Vertrauen, jedoch mit Unterschieden: Bei der Umsetzung vertrauen 85 % der Befragten den SHK-Fachbetrieben, bei der Beratung sind es hingegen nur 70 %. „Das zeigt: Viele Betriebe überzeugen durch Kompetenz, aber es gibt auch negative Erfahrungen. Bei der Beratung brauchen Handwerksbetriebe noch mehr Unterstützung“, so lautet das Fazit von Nadine Walikewitz und ergänzt: co2online unterstütze dabei mit unabhängigen Informationen und digitalen Beratungstools.
Der Trendreport Wärmewende steht als PDF kostenfrei zum Download zur Verfügung.