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Tote Hose in der Förderstatistik

Frankfurt a. Main/Berlin. Die Bereiche „Heizungsoptimierung zur Emissionsminderung“, „Heizungsoptimierung zur Effizienzverbesserung“ sowie „Anlagentechnik“ sind TGA-Themen, aber mit sehr überschaubaren Zahlen in der monatlich aktualisierten Antragsstatistik des BAFA zur BEG-EM-Förderung vertreten. Woran liegt das? Ein paar Gründe sind ausgemacht.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) aktualisiert monatlich die Zahlen zu den gestellten Anträgen im Rahmen der Förderung nach BEG-EM. Bild: BAFA

Auffällig ist, dass klassische TGA-Themen nur wenig beantragt werden. Manches lässt sich an einer Hand abzählen und ist so gering, dass es im Säulendiagramm kaum zu einer Säule wird. Bild: BAFA

 

Ins Fördersegment „Anlagentechnik“ fallen z. B. die Erstinstallation oder die Erneuerung von Lüftungsanlagen. Unter „Heizungsoptimierung zur Emissionsminderung“ z. B. der Einbau von Staubabscheidern in Biomasseanlagen, bei der Heizungsoptimierung zur Effizienzverbesserung“ z. B. der hydraulische Abgleich bei bestehenden Heizsystemen.
Die ausführliche Liste aller möglichen förderfähigen Maßnahmen und Leistungen in den einzelnen Bereichen gibt es unter diesem Link.

Es krankt an verschiedenen Stellen. Clemens Schickel ist Geschäftsführer Technik des Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung (BTGA). Er sagt: „Der potenzielle Förderbetrag für kleinere Optimierungsmaßnahmen ist im Verhältnis zum Aufwand vergleichsweise gering, was die Attraktivität mindert. Gleichzeitig fehlt es an ausreichender Sichtbarkeit dieser spezifischen Fördertatbestände bei Endkunden. Während groß angelegte Maßnahmen wie der Heizungstausch öffentlich stark kommuniziert werden, finden Optimierungsmaßnahmen im Bestand oft nur wenig Beachtung.“ Der teilweise Wechsel der Zuständigkeit vom BAFA zur KfW zu Beginn des Jahres 2024 habe zu Unklarheiten und Verzögerungen bei der Antragstellung geführt. „In dieser Phase der Umstrukturierung wurden viele Maßnahmen schlicht nicht beantragt – sei es aus Zurückhaltung oder aufgrund fehlender Klarheit über Zuständigkeiten und Antragsprozesse“, so Schickel.

Ähnliche Antworten kommen von Claus Händel, technischer Geschäftsführer beim Fachverband Gebäude-Klima (FGK): „Einer der Gründe für die niedrigen Antragszahlen ist sicher der unattraktive Fördersatz für den Bereich „Anlagentechnik außer Heizung“. Mit 15 % bis maximal 20 % ist er so gering, dass sich der erhebliche Aufwand für das Beantragen der Förderung kaum lohnt, insbesondere, weil zusätzlich ein Energieberater hinzugezogen werden muss.“ Hinzu käme, dass die umfangreiche Berichterstattung über Wärmepumpen und die hohe Förderung für den Heizungstausch große Aufmerksamkeit auf sich gezogen und andere wichtige Sanierungsthemen in den Hintergrund gedrängt hätten.

 


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