Sole-Wasser-Wärmepumpe modular gedacht
M-TEC bringt eine neue R290-Serie für die Innenaufstellung auf den Markt. Im Interview erklärt Geschäftsführer Peter Huemer das Konzept, die Planung und den Einsatzbereich der modular aufgebauten Einheiten
Mit einer neuen modularen Sole-Wasser-Wärmepumpe für die Innenaufstellung erweitert M-TEC Systems sein Portfolio im Leistungsbereich bis 28 kW – und setzt dabei konsequent auf das natürliche Kältemittel R290. Die IKZ sprach mit Peter Huemer, Geschäftsführer von M-TEC Systems, über die technischen Besonderheiten der neuen Wärmepumpe, über praxisrelevante Aspekte bei Planung und Auslegung, das Sicherheitskonzept mit Propan sowie den Punkt Lieferfähigkeit.
IKZ: Die neue Sole-Wasser-Wärmepumpenreihe ist modular aufgebaut und verschiedenen Leistungsgrößen verfügbar. Dazu erhältlich sind ein Steuerungs- und Hydraulikmodul, ein Passivkühlmodul sowie ein Boiler-Modul. Welche konkreten Vorteile bietet dieses Konzept dem Installateur bei Transport, Einbringung und Montage im Vergleich zu klassischen Kompaktgeräten?
Peter Huemer: Wir haben bewusst kein schweres Kompaktgerät entwickelt, sondern ein Baukastensystem mit klar getrennten Funktionsmodulen. Jedes Modul ist transportfreundlich, passt durch Standardtüren und lässt sich auch in engen Kellern problemlos einbringen. Das reduziert körperliche Belastung und Einbringungsrisiken erheblich. Die Module sind hydraulisch und regelungstechnisch fertig vorbereitet und somit in wenigen Minuten fertig installiert. Das verkürzt Montagezeiten und minimiert Fehlerquellen auf der Baustelle.
IKZ: Welche Leistungsgröße können Sie bei kaskadierendem Betrieb realisieren? Oder anders gefragt: Welche Gebäudetypen können Sie mit den neuen Modellen abdecken?
Peter Huemer: Ein System deckt 6,5 bis 28 kW ab. In der Kaskade sind bis zu 78 kW möglich. Da die Minimalleistung eines Wärmepumpenmoduls 2 kW beträgt ergibt sich ein riesiger Modulationsbereich von 2 bis 78 kW Heiz leistung. Damit bedienen wir vom Einfamilienhaus über Mehrfamilienhäuser bis hin zu kleineren gewerblichen Anwendungen ein breites Spektrum. Durch die stapelbaren Wärmepumpen Module steigt die Ausfallssicherheit und die Anlage kann jederzeit einfach erweitert werden.
IKZ: Das System kann verschiedene Wärmequellen einbinden. Wie muss ich mir das in der Praxis vorstellen? Welche praktischen Vorteile verspricht das für die Planung und den Betrieb?
Peter Huemer: Unser System ist nicht auf eine einzelne Quelle fixiert. Erdsonden, Flächenkollektoren, Grundwasser, PVT-Module, Eisspeicher oder Wärmerückgewinnung können angebunden und kombiniert werden. Das integrierte Quellenmanagement priorisiert automatisch die effizienteste Quelle. Gleichzeitig können einzelne Wärmequellen wie Erdwärme durch z. B. PVT-Module oder einen Luft-Sole-Wärmetauscher über den Sommer regeneriert werden. Für Planer bedeutet das maximale Freiheit. Für Betreiber bedeutet es höhere Jahresarbeitszahlen und eine insgesamt stabilere Systemperformance über das Jahr hinweg.
IKZ: Bleiben wir kurz bei der Planung: Worauf sollten Installateure bei der hydraulischen Einbindung besonders achten – insbesondere bei der Kombination mehrerer Module?
Peter Huemer: Die einzelnen Module sind einfach stapelbar und hier ist nichts zu beachten. Wichtig ist jedoch richtige Einbindung in das Gesamtsystem. Pufferspeicher, Heizkreise und Quellen müssen abgestimmt sein. Dazu bietet M-TEC eine Fülle von unterschiedlichen Hydraulikschemen, die in einem Handbuch auswählbar sind und bei der Inbetriebnahme im Regler auswählbar sind. Die Multimodulation verteilt den Heizbedarf automatisch auf die einzelnen Module. Das System übernimmt viel, aber die Grundhydraulik muss stimmen.
IKZ: Welche typischen Planungsfehler sehen Sie im Markt bei Sole-Wasser-Wärmepumpen? Worauf sollten also Planer und planende Fachbetriebe achten?
Peter Huemer: Grundsätzlich sehen wir bei gut geschulten Installateuren wenig Fehler. Dazu bieten wir auch die nötigen Schulungen an, in denen die richtige Dimensionierung der Wärmepumpe, der Wärmequelle und die richtige Auswahl des Hydraulikschemas geschult wird. Mit über 50 Jahre Erfahrung und über 6000 selbst installierten Wärmepumpen können wir hier auf einen riesigen Erfahrungsschatz zurückgreifen, den wir gerne an unsere Installateure weitergeben. Zusätzlich versuchen wir zu vermitteln, dass auch die Wärmepumpe nur ein Teil einer Gesamtenergielösung sind und die Einbindung von PV, Batteriespeicher und E-Ladestationen über unser Energiemanagementsystem mitbetrachtet werden soll.
IKZ: Stellen Sie Installateuren digitale Planungstools oder Auslegungssoft ware zur Verfügung?
Peter Huemer: Ja. Unsere Partner greifen über unserem Webshop auf ein Planungstool zu, mit dem sie die Wärmepumpe und auch die Wärmequelle dimensionieren. Zusätzlich steht bei Bedarf ein Mitarbeiter zur Verfügung, um zu helfen.
IKZ: Das Kältemittel R290 wird von vielen Heizungsbauern noch mit erhöhtem Aufwand bei Planung und Installation verbunden. Welche konkreten Sicherheitsmaßnahmen sind bereits im Gerät umgesetzt, und was bedeutet das tatsächlich für die Installation vor Ort?
Peter Huemer: Jedes Wärmepumpenmodul enthält weniger als 150 g Propan. Selbst bei 28 kW Gesamtleistung (somit 4 Wärmepumpenmodule) bleibt das System innerhalb aller gängigen Normen für die Inneninstallation. Es sind keine Gaswarnmelder, keine Zwangsbelüft ung und keine zusätzlichen Sicherheitsabschaltungen erforderlich. Die Sicherheit ist konstruktiv gelöst. Für den Installateur bedeutet das: keine zusätzlichen Auflagen, keine Sonderräume, keine komplexen Sicherheitskonzepte. Die Anlage wird wie eine klassische Sole-Wasser-Wärmepumpe installiert.
IKZ: Benötigen Heizungsbauer spezielle Zusatzqualifikationen für diese Anlage, und welche Schulungen bieten Sie an, um Sicherheit und Rechtssicherheit zu gewährleisten?
Peter Huemer: Spezielle Zusatzqualifi- kationen sind für die Installation nicht erforderlich. Wir bieten jedoch umfassende Schulungen an, insbesondere zur Systemarchitektur, zur Quellenintegration und zur Inbetriebnahme. Unser Ziel ist, dass der Installateur nicht nur sicher installiert, sondern das System in seiner Gesamtheit versteht. Kältetechnische vor Ort Reparaturen können durch den Tausch eines einzelnen Wärmepumpenmoduls vermieden werden.
IKZ: Wie begleiten Sie SHK-Fachbetriebe bei größeren Projekten – beispielsweise bei Erstprojekten mit modularen Systemen oder bei komplexeren hydraulischen Konzepten?
Peter Huemer: Gerade bei Erstprojekten unterstützen wir aktiv in Planung und Auslegung. Unsere Techniker begleiten bei Bedarf auch komplexere hydraulische Konzepte. Wir sehen uns als Systempartner, nicht nur als Gerätehersteller. Das schafft Sicherheit und beschleunigt den Projekterfolg.
IKZ: Ist die Wärmepumpe installiert, geht es an die Inbetriebnahme. Die sorgt bei Heizungsbauern nicht selten für Sorgenfalten. Wie komplex ist die Inbetriebnahme der neuen Serie im Vergleich zu herkömmlichen Sole-Wasser-Wärmepumpen? Gibt es Vereinfachungen im Prozess und welche Funktionen übernimmt die integrierte Regelung automatisch?
Peter Huemer: Die Inbetriebnahme ist klar strukturiert. Man wird im Wärmepumpenregler durch den Prozess geführt. Durch die Auswahl des richtigen Hydraulikschemas sind alle Parameter vorkonfiguriert. Zusätzlich können wir jederzeit per Fernwartung in diesem Prozess unterstützen, was von unseren Installateuren auch gerne in Anspruch genommen wird. Meist jedoch nur zur Überprüfung, ob alles richtig eingestellt wurde. Im Vergleich zu klassischen Systemen ist der Prozess transparenter, weil das System viele Schritte selbstständig koordiniert.
IKZ: Abschließende Frage: Aktuell sind die neuen Wärmepumpen noch nicht erhältlich. Wie sehen die aktuellen Planungen zum Serienstart aus, und welche Vorlaufzeiten sollten Heizungsbauer aktuell einkalkulieren?
Peter Huemer: Eine Vorserie ist bei ausgewählten Partnern schon diesen Winter in Betrieb gewesen. Der Serienstart ist vorbereitet und die Auslieferung steht unmittelbar vor der Tür. Wir fertigen am Standort Oberösterreich und bauen auf unsere moderne Produktion. Diese gibt uns Flexibilität und mit einem geplanten neuen Standort auch weitere Skalierbarkeit.