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Solarwärme-Checks offenbaren Optimierungsbedarf

Berlin. Solarwärmeanlagen bergen viel Spielraum für Optimierungen. So lässt sich die Auswertung von 1849 Solarwärme-Checks, die unter Federführung der Energieberatung der Verbraucherzentrale durchgeführt wurden, zusammenfassen1). 

Auswertung der Messungen, Beispiel: Bei diesem Diagramm wurden über eine Schnittstelle die Daten der Globalstrahlung in W/m² eingelesen und zusammen mit den Solarkreistemperaturen dargestellt. So können Rückschlüsse auf die Funktionsfähigkeit der thermischen Solaranlage gezogen werden. Bild: Team Energieberatung vzbv

 

Besonders auffällig war demnach, dass die Effizienz bei über 65 % der thermischen Solaranlagen nicht mit den vorhandenen Einrichtungen überprüft werden konnte, da kein Wärmemengenzähler eingebaut war. Bei knapp der Hälfte der Anlagen gab es Probleme oder Reparaturen, 7 % funktionierten gar nicht. Für 58 % der Anlagen lagen keine Dokumentationsunterlagen vor. Auffällig war außerdem, dass Schwerkraftbremsen nicht funktionierten und die dadurch entstehenden Fehlzirkulationen den Solarertrag zu großen Teilen vernichteten. Auch genügte die Mehrzahl der Anlagen nicht den gesetzlichen Anforderungen an die Dämmung von Leitungen und Armaturen. Hocheffizienzpumpen waren nur bei jeder 11. Anlage im Betrieb.
Die Verbraucherzentrale hält vor dem Hintergrund der Ergebnisse einen höheren Schulungsbedarf seitens des Fachhandwerks für notwendig, u.a. weil es bei der Anlagenoptimierung den größten Einfluss habe. Außerdem seien grundsätzlich hydraulisch einfache Systeme zu bevorzugen. Wartungsvertrag und die Übergabe von Bedienungs- und Dokumentationsunterlagen sollten obligatorisch sein. Hier zeigte die Auswertung, dass 58 % der untersuchten Anlagen keine Dokumentationsunterlagen vorliegen hatten, wodurch eine nachträgliche Optimierung schwierig sei.
An die Geräteindustrie richten die Verbraucherschützer den Wunsch, die Regelungen der Anlagen leichter bedienbar zu gestalten. Dadurch könnten individuelle Anpassungen leichter vorgenommen werden. Alle Anlagen sollten zudem Einrichtungen haben, die den Wärmeertrag der Anlage messen.
Tipp fürs Endkundengespräch: Mit dem “Solarwärme-Check” können Verbraucher die Effizienz ihrer thermischen Solaranlage für 40 Euro überprüfen lassen. Den verbleibenden Anteil des Originalpreises von 422,45 Euro pro Fall zahlt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Bei dem Check werden jeweils mindestens über 72 Stunden an vier Messpunkten der Anlage die Temperaturen gemessen. Anschließend werden die Daten ausgemessen und der Betreiber erhält einen Kurzbericht zum Zustand der Solaranlage und den Optimierungsmöglichkeiten.
Infos dazu gibt es im Internet oder telefonisch unter 0800 809802400 (kostenfrei).
www.verbraucherzentrale-energieberatung.de


1) Link zur Studie: http://bit.ly/2INbp1A

 


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