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Solarverband Bayern fordert gezielten solaren Ausbau

Freising. Angesichts der Überschwemmungskatastrophen in den letzten Wochen fordert der Solarverband Bayern verbesserte Rahmenbedingungen, um den Ausbau der dezentralen solaren Energieerzeugung nicht länger zu behindern. Die EEG-Zubauziele seien seit Jahren zu niedrig, eigene Vorgaben wie zuletzt der Entschließungsantrag der Bundesregierung vom 17.12.2020, die Zubauziele im ersten Quartal 2021 den EU-Zielen anzupassen, würden nicht umgesetzt. 

Die solare Nutzung von Dachflächen, ohne dass die Gebäude Eigenverbrauch aufweisen, soll förderfähig sein, fordert der Solarverband Bayern. Bild: Manfred Antranias Zimmer - pixabay

 

In seiner Pressemitteilung kritisiert der Verband die deutlich verminderte Wirtschaftlichkeit. So sei die EEG-Vergütung in den letzten 24 Monaten um über 30 % gesunken, bei gleichzeitig deutlich gestiegenen Einkaufspreisen. Die Größe von PV-Flächen werde dem Stromverbrauch angepasst. Da Anlagen ohne hohen Eigenverbrauch nicht rentabel zu errichten seien, blieben große Flächen auf Hallen- oder Gewerbegebäuden ungenutzt. Dem Betreiber wird über EEG § 8, Abs. (1) die Kostentragung des Netzanschlusses bis zum „nächstliegenden technisch und wirtschaftlich günstigsten Verknüpfungspunkt“ auferlegt. Mit dem Ausbau der Photovoltaik wandere der Verknüpfungspunkt immer weiter weg von der zu installierenden Anlage bis zum Ortsteiltrafo. Zugleich seien durch die gesetzliche Unzumutbarkeitsregel für den Netzausbau §12 EEG 2021 einerseits, wonach die Kosten des Netzausbaus max. 25% der Kosten der Errichtung der Stromerzeugungsanlage betragen dürfen, und die extremen Preissenkungen bei der Photovoltaik in den letzten 17 Jahren von ca. 5000 Euro auf mittlerweile unter 1000 Euro pro kWp andererseits seien kaum noch Netzausbauten zulässig. Der Anlagenbetreiber müsse ein eigenes Kabel für den Netzanschluss verlegen. Gerade in nicht-städtischen Siedlungsgebieten sei die wirtschaftliche Errichtung einer PV-Anlage so kaum mehr darstellbar. Desweiteren nehme die bei hohen Installationszahlen schneller sinkende EEG-Vergütung pro Anlage („atmender Deckel“) den Unternehmen im Handwerk und der Industrie die Planungssicherheit.

Der Verband fordert ein Sofortmaßnahmenpaket, das u.a. eine genaue Definition des Verminderungspfades und der Stromerzeugungsziele für alle Erneuerbaren Energien beinhaltet, eine Kopplung von Fördergeldern, z.B. Wirtschaftsförderung, mit der Verpflichtung zu maximaler Solarenergienutzung, eine Solare Baupflicht, vorausschauendenNetzausbau durch die Netzbetreiber und eine Streichung der Verpflichtung, die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch zu leisten. Dies ermögliche Stromverkäufe innerhalb von Gebäuden oder Quartieren, wodurch das Mieterstromgesetz abgeschafft werden könnte. Diese und die weiteren Forderungen entsprechen einem Positionspapier des Verbandes von Juni dieses Jahres, das hier zur Verfügung steht.  

 


 


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