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Solarbranche fordert Weiterentwicklung der Solarthermie-Förderung

Von den drei Sektoren der Energiewende, Strom, Verkehr und Wärme, hapert es bei der Wärme. Die jährlich neu zugebaute Kollektorfläche Solarthermie bspw. ist in den letzten zehn Jahren nicht nur absolut, sondern auch im Anteil der über das Marktanreizprogramm (MAP, Bafa-Förderung) geförderten Anlagen stark gesunken. Der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat jetzt ein 12-seitiges Papier erarbeitet, das Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Solarthermie-Förderung beschreibt, z. B., Solarthermie im Neubau mehr zu fördern oder auch eine Prämie für SHKler einzuführen.

Die jährlich neu zugebaute Kollektorfläche Solarthermie ist in den letzten zehn Jahren nicht nur absolut, sondern auch im Anteil der über das Marktanreizprogramm (MAP, Bafa-Förderung) geförderten Anlagen stark gesunken. Der BSW-Solar fordert eine Reform der Solarthermie-Förderung. Bild: Ritter

Der Verband schlägt vor, die Anforderungen an Kombianlagen im Neubau für eine Bafa-Förderung zu senken. Bild: BSW-Solar/Wagner&Co.

Um den Anreiz für Installateure zu erhöhen, wieder vermehrt sich dem Solarthermie-Geschäft zuzuwenden, schlägt der BSW eine pauschale Erfolgsprämie vor, zzgl. eines Jahresbonus’. Bild: BDH

 

Das Papier ist im Kontext der vom Bundeswirtschaftsministerium für 2019 angekündigten Konkretisierung der „Förderstrategie Effizienz und Wärme aus erneuerbaren Energien“ zu sehen.

Niedrigere Förderschwelle im Neubau
Der Verband schlägt u.a. vor, solare Kombianlagen auch im Neubau wieder mehr Bafa-förderfähig zu machen. Bislang sind dort über die Innovationsförderung solarthermische Anlagen auf Ein- oder Zweifamilienhäusern nur dann förderfähig, wenn sie eine solare Deckungsrate von mindestens 50 % aufweisen. Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) schreibt im Neubau ja grundsätzlich den Einsatz von erneuerbaren Energien vor – alternativ können Häuslebauer auch in zusätzliche Dämm-Maßnahmen investieren. Der Vorstoß des BSW zielt darauf ab, die Schwelle zu senken, ab der im Neubau Solarthermie gefördert werden kann, sobald die Mindestforderungen des EEWärmeG übertroffen werden: Wenn der Referenzertrag (Würzburg 50°C) bei Wohngebäuden mit höchstens zwei Wohnungen mindestens 25 kWh je Quadratmeter Nutzfläche, bei Wohngebäuden mit mehr als zwei Wohnungen mindestens 20 kWh je Quadratmeter Nutzfläche und bei Wohngebäuden mit 30 oder mehr Wohneinheiten mindestens 15 kWh je Quadratmeter Nutzfläche beträgt.

Ausbau der Kollektor-Ertragsförderung
Daneben plädiert der Verband dafür, die so genannte Kollektorertrags-Förderung, die bislang nur für große solarthermische Anlagen gilt, optional auch für Antragsteller der bisherigen Basisförderung (Ein- und Zweifamilienhäuser) zu ermöglichen, deren Anlagen derzeit nur nach Fläche gefördert werden. Eine kollektorertragsorientierte Vorgabe setze Anreize zu einem intensivierten Qualitätswettbewerb bei den Kollektoren und zu einer Erhöhung des Qualitätsbewusstsein im Handwerk, die sich durch die derzeitige flächenbasierte Vorgabe nicht in diesem Maße erreichen lasse, heißt es als Begründung dazu im Papier.

Grundsätzliche Anhebung der Fördersätze

Der BSW fordert auch grundsätzlich die Anhebung der Fördersätze. „Die Höhe der bisherigen Zuschüsse reichte in den vergangenen fünf Jahren nicht aus, um den Solarthermie-Markt zu beleben“, heißt es in der Begründung. Konkret (bezogen auf den Solaranteil): Für die kombinierte Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung im Bestand 40 % Förderzuschuss, im Neubau 30 %, Warmwasserbereitung im Gebäudebestand 30 % und jene im Neubau mit 20 %.

Prämie für Installateure

Neben weiteren Vorschlägen wie z. B. zur Speicherförderung oder zur solaren Prozesswärme plädiert der Verband auch für die Auszahlung einer Erfolgsprämie von 500 € pauschal für Solarthermie-Kombianlagen und 300 € für Warmwasser-Anlagen an Installateure. Hinzukommen sollte nach Auffassung des BSW ein Jahresbonus, gestaffelt nach Gesamtzahl der installierten Anlagen. Beispielsweise wäre ein Bonus von 10 % auf den ausgezahlten Gesamtbetrag ab 5 Anlagen (20 % ab 10 Anlagen usw.) denkbar, so der Verband.

 


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