Schnell angeschlossen, wenn’s drauf ankommt
Wärmeversorgung mit mobilen Heizzentralen
Mobile Heizzentralen decken nicht nur ein breites Einsatzgebiet ab – von der Versorgung eines Einfamilienhauses bis hin zum Wohn-block, kleinen und großen Veranstaltungshallen bis hin zu Baustellen jeglicher Art. Sie nutzen auch sehr unterschiedliche Wärme-quellen: Öl, Gas, Pellets, Strom – und immer häufiger auch Wärmepumpen.
Der Ausfall der Wärmeversorgung im Gebäude ist eine Ausnahmesituation, in der schnell gehandelt werden muss. Durch die Unterbringung auf einem Anhänger oder in einem Container lässt sich eine mobile Heizzentrale sicher, schnell und einfach transportieren – und oft schon ist sie innerhalb von wenigen Stunden direkt vor Ort und einsatzbereit. Doch es muss nicht immer der akute Notfall sein, der unkomplizierte Heizmöglichkeiten nötig macht. Es gibt auch weitere Fälle. Etwa Sanierungsmaßnahmen und Umbauten, die in der kalten Jahreszeit durchgeführt werden müssen. Oder auch die Estrich- bzw. Bautrocknung im Neubau.
Bei den mobilen Heizlösungen dominieren im Rohbau oftmals Gasheizungen, bei räumlich geschlossenen Sanierungen eher elektrische Heizstrahler. Die größeren Systeme, die als Heizcontainer per Lastenkran vor Ort kommen, nutzen auch Biomasse als Energieträger: Die Hargassner „Wärme-Box“ beispielsweise ist eine fertig montierte wassergeführte Heizung in einem mobilen Container. Als Brennstoff kommen Pellets oder Hackschnitzel zum Einsatz.
Mobil heizen mit mobilen Wärmepumpen
Neben Gas und Biomasse bieten die etablierten Hersteller zunehmend auch mobile Wärmepumpenlösungen an. So hat etwa Enerent neben einer mobilen Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 100 kW Leistung auch eine Luft-Luft-Wärmepumpe mit 40 kW im Sortiment. Das Gerät eignet sich sowohl für eine Eventbeheizung oder -kühlung als auch zur Erwärmung von Baustellen oder zur klimatischen Regulierung in der Landwirtschaft, etwa in Tierställen oder in Produktionsanlagen von Obst und Gemüse.
Die von Atec und Osterhues Haustechnik gegründete Hanse-Wärme fokussiert sich ebenfalls auf mobile Wärmepumpen. Die Wärmepumpe von Atec wird hier als transportable Einheit auf einen Minitransporter mit Elektroantrieb gestellt. Alleinstellungsmerkmal ist der integrierte 80-l-Speicher, für den keine zweite Einheit im Gebäude notwendig ist. Derzeit ist die fahrbare „MobiCop“ in den Leistungsstärken 12 und 50 kW erhältlich; die Variante „MobiCop4U“ ist eine individuelle Kundenlösung (Leistung nach Bedarf, inklusive E-MSR-Technik, auf Container, Anhänger oder stationär).
Die Idee, Erneuerbare Energie auch ortsunabhängig zu nutzen, hat Remko mit der mobilen Wärmepumpe „WPM“ in die Tat umgesetzt. Ein Stromanschluss genügt und sie ist startklar zum Heizen oder Kühlen. Ergänzt wird die „WPM“ bauseits mit Luftverteilsystemen in Form von Kanälen oder Schläuchen. Der Anbieter gibt die Heizleistung mit 35,7 kW an, die Kälteleistung mit 34,4 kW. Der Luftvolumenstrom liegt bei bis zu 6100 m3/h. Die Stromversorgung erfolgt über einen 32-A-Stecker.
Hargassner ist ebenfalls hier aktiv und befasst sich mit Hybridlösungen von Biomasse mit Wärmepumpe. Zur Auswahl stehen vier Grundkombinationen mit der „Airflow-M“: von maximalem Komfort der vollautomatischen High-End-Lösung mit dem Pelletkessel „Nano-PK“ bis zur günstigen Variante mit dem Scheitholzkessel „Smart-HV“ für gelegentliche Holzheizer. „Ein Ziel war es, die Kombination der Wärmepumpe mit Biomasse-Kessel intelligent und flüssig zu ermöglichen. Dabei entscheidet die Wärmepumpe als primäres System mithilfe diverser Parameter, welcher Wärmeerzeuger zum Zeitpunkt der Wärmeanforderung am günstigsten bzw. sinnvollsten in Betrieb geht“, so Martin Daxecker, bei Hargassner Produktmanager für Wärmepumpen.
Viele Anbieter bieten bei ihren mobilen Heizlösungen optional die Möglichkeit einer Fernüberwachung oder Fernregelung an. Damit lassen sich die Geräte komfortabel betreiben. Im Falle einer betrieblichen Störung kann der Kundendienst zudem schnell eingreifen und den Heizbetrieb sicherstellen.