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Sanieren im Bestand: Aktuelle Marktdaten für Sanitär, Heizung und Klima

Über 83 % des Umsatzes im Bereich Sanitär, Heizung und Klima werden mit der Sanierung im Bestand erwirtschaftet. Bild: AdobeStock-zenturio1st

 

Arnsberg. Die Wärmewende schreitet voran, wenn auch langsam. Auch in den Bereichen Sanitär und Klima bleibt ein nicht zu unterschätzendes Marktpotenzial. Über 83 % des Umsatzes werden mit der Sanierung im Bestand erwirtschaftet. Die IKZ mit dem Überblick.

Erstmals wurden 2025 mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft, das geht aus den aktuellen Zahlen des dena-Gebäudereports hervor, der Anfang Mai veröffentlicht wurde.  Ihr Anteil stieg von 27 % im Vorjahr auf 48 % mit insgesamt rund 299 000 Anlagen. Dennoch blieben Millionen veralteter Öl- und Gasheizungen weiter in Betrieb, obwohl die Technik vieler Anlagen längst überholt sei. Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks nach Auswertung der aktuellen Erhebungen für das Jahr 2025. „Rund 19,5 Millionen und damit mehr als die Hälfte aller Heizungsanlagen (inklusive Warmwasserheizer) nutzten im Jahr 2025 fossile Energieträger.“ Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies insgesamt einem Rückgang von 2 %. Zwar setze sich die Dekarbonisierung im Heizungskeller damit fort, die Dynamik bleibe jedoch gering.

Eigentümer und Handwerk bringen Wärmewende voran

Es sind hauptsächlich die Eigentümer und die Handwerksbetriebe, die für diesen Zuwachs sorgen. „Sie setzen, auch dank der Förderung für BEG-Einzelmaßnahmen (Bundesförderung für effiziente Gebäude), immer stärker auf Wärme aus erneuerbaren Energien“, teilt die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) mit. Wie Corinna Enders, Vorsitzende der dena-Geschäftsführung, weiter ausführt: „Die neuen Zahlen verdeutlichen, wie Deutschland seine Abhängigkeit von Energiepreisschwankungen bei Öl und Gas reduzieren kann.“

Serielles Sanieren: Steigende Nachfrage

Die Förderzahlen der BEG-Einzelmaßnahmen deuten auch darauf hin, dass der Markthochlauf von Wärmepumpen anhalten dürfte. So entfallen rund 85 % der BEG-Maßnahmen für Wärmeerzeuger auf Wärmepumpen.  Die aktuellen Zahlen zeigen außerdem eine weiterhin gute Nachfrage nach seriellen Sanierungen. Dabei handelt es sich um energetische Gebäudesanierungen mit digitalisierten Prozessen und vorgefertigten Elementen, auch im Bereich der Gebäudetechnik.

Geschäftsklima der SHK-Fachbetriebe insgesamt positiv

Das Geschäftsklima der Branche bewerten die befragten Betriebe mit +15 insgesamt positiv im ersten Quartal 2026. Zu diesem Ergebnis kommt das SHK-Konjunkturbarometer von VDS und VdZ. „Die Geschäftslage wird zwar etwas schwächer eingeschätzt als zuletzt, insbesondere der Kundendienst entwickelt sich jedoch besser als bei Sanitär und Heizung.“ Die Erwartungen an die kommenden Monate fielen verhaltener aus, vor allem im Sanitärbereich (-4). Hier bleibe die Lage angespannt, bei gleichzeitig hohem Sanierungsstau. So seien rund 18 % der Bäder (7 Mio.) dringend sanierungsbedürftig, wie die VDS-Grundlagenstudie Bad 2024 ermittelt hat.

Ein hoher Bedarf besteht auch weiterhin beim altersgerechten Umbau. Das Zuschussprogramm KfW 455-B „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss“ steht hier seit April wieder zur Verfügung. Eigentümer und Mieter können damit Maßnahmen zur Barrierereduzierung in bestehenden Wohngebäuden fördern lassen.

Klimatisierung, Lüftung und Gebäudekühlung

Die Wärmewende und die damit einhergehende Zunahme beim Einbau von Wärmepumpen eröffnet noch ein weiteres Marktpotenzial: Die Gebäudekühlung. Gerade in der Kombination mit Flächenheizsystemen ergeben sich interessante Anwendungsmöglichkeiten. Aktuell liegt das Geschäftsklima in diesem Bereich bei -3. Doch der Gesamtmarkt für Raumklimageräte und Luft-Luft-Wärmepumpen erlebte 2025 einen erneuten Aufschwung und mit insgesamt 316 500 verkauften Geräten in Split- und Multi-Split-Ausführung sowie in VRF-Ausführung sein zweitbestes Ergebnis seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 2018. Da die Geräte ebenso effizient heizen wie kühlen können, tragen sie erheblich zum Erreichen der Klimaschutzziele bei, schreibt der Fachverband Gebäude-Klima e. V. (FGK). Gleichzeitig helfen sie, mit den Hitzephasen zurechtzukommen, die durch den Klimawandel zunehmen.

„Die Zeiten sind anspruchsvoll, Aufträge kommen nicht mehr von allein“, sagte zuletzt ZVSHK-Präsident Michael Hilpert über die wirtschaftliche Lage im SHK-Handwerk . Doch: „Die Chancen sind da, die Wärmewende kommt und sie wird nur mit uns funktionieren.“

 


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