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Prozess zur direkten Herstellung von Propan

Am 1. Oktober startete an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg das europäische Forschungsprojekt „Direct biological conversion of solar energy to volatile hydrocarbon fuels by engineered cyanobacteria“ (kurz: „DirectFuel“), mit dem Ziel, einen photobiologischen Prozess zur direkten Herstellung von Propan zu entwickeln. Das 9-Partner-Projekt ist auf eine Zeitspanne von vier Jahren ausgelegt und wird mit max. 3.729.519 Euro gefördert.

 

Biologische Energiewandlungsprozesse sind prinzipiell in besonderer Weise geeignet, die Arten von Kohlenwasserstoffen zu generieren, auf denen die gegenwärtige Transportwirtschaft beruht. Die in der Natur vorhandenen Möglichkeiten für die Umwandlung sind jedoch begrenzt. Hauptziel des „DirectFuel“-Projekts ist es deshalb, neue metabolische Synthesewege zu konstruieren, die die gewünschten Eigenschaften besitzen. Propan wurde als Leitverbindung ausgewählt, da es bei Raumtemperatur unter normalem Druck gasförmig ist, jedoch mit nur geringem Druck leicht verflüssigt werden kann. Daher kann es als Produkt, das für die Herstellung von Kraftstoff geeignet, ist ohne direkten Eingriff in den biologischen Produktionsprozess „geerntet“ werden. Auf alle sonst mit der Gewinnung von Biokraftstoffen verbundenen Extraktionsschritte kann verzichtet werden. Es kann jedoch trotzdem leicht und direkt in einen hochverdichteten Zustand überführt werden.
In vielen Ländern der EU existiert bereits eine Infrastruktur für die Distribution von Propan als Flüssiggas. In Deutschland gibt es zum Beispiel heute schon nahezu 6000 Tankstellen, die Flüssiggas anbieten. Der Prozess ist hocheffizient und zur direkten Anwendung geeignet. Er zeichnet sich zudem durch eine hohe Verträglichkeit mit der vorhandenen Lager- und Verteilungsinfrastruktur aus.

Der Projektleiter des im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm geförderten Projektes ist Prof. Dr. Wolfgang Hess, Leiter der Abteilung für Genetik an der Fakultät für Biologie der Universität Freiburg. Die Koordination erfolgt durch die Universität Turku, Finnland.

 


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