„Ole“: Ein KI-Chatbot für das SHK-Handwerk trainiert
Bielefeld. Ob als Telefonassistent oder als Recherchetool auf der Baustelle: KI-Agenten und Chatbots sind heute aus dem Handwerk nicht mehr wegzudenken. Einer dieser speziell trainierten Chatbots ist „Ole“, den die Ole KG entwickelt hat. Die IKZ stellt ihn vor.
Wenn man derzeit über KI spricht, denkt man häufig an Chatbots oder KI-Agenten, die Fragen beantworten oder eigenständig Telefonanrufe entgegennehmen können. All diese Anwendungen haben eines gemeinsam: Sie beruhen auf sogenannten großen Sprachmodellen (LLMs). Diese liegen auf speziellen Servern und einige sind öffentlich zugänglich. Was dabei auf der Strecke bleibt, ist jedoch der Schutz der Daten. Ein zweiter Punkt: Wie zuverlässig diese KI-Systeme funktionieren und wie gut sie ihre Aufgaben erledigen können, hängt auch davon ab, mit welchen Daten sie trainiert wurden.
Die gute Nachricht: In der Zwischenzeit gibt es Anbieter, die solche Sprachmodelle auf eigenen Servern betreiben und somit sicherstellen, dass die Daten aus dem eigenen Unternehmen nur dafür genutzt werden, das eigene System zu trainieren. Einer dieser Anbieter ist die Ole KG mit Sitz in Bielefeld und deren KI-Chatbot heißt „Ole“. Der digitale Fachassistent liefert Antworten in unter 30 Sekunden, direkt auf dem Smartphone des Monteurs oder am Desktop im Innendienst.
Diese vier Kernfunktionen beherrscht „Ole“
Aktuell vereint der digitale Fachassistent vier Kernbereiche in einer App:
- Bei Störungen hat er Zugriff auf über 260 000 Störcodes von 110 Herstellern. Dafür muss der Monteur nur die Fehlermeldung eingeben, die Antwort des Chatbots liefert eine mögliche Ursache und Lösung.
- Er verfügt über eine Wissensdatenbank: Das LLM wurde mit über 4000 Anleitungen und technischen Dokumentationen zu mehr als 5500 erfassten Anlagen trainiert. Darunter waren Heizungsanlagen, Wärmepumpen und Brennwertkessel.
- Trainiert wurde Ole auch mit Dokumentation: Er kann auf mehr als 5000 digitale Checklisten für Wartungen, Inbetriebnahmen und Inspektionen zurückgreifen.
- Er erkennt Ersatzteile: Das System hat Zugriff auf über 5 Millionen Ersatzteile, direkt aus dem Kontext der jeweiligen Anlage heraus.
Eine weitere Stärke: Bei seinen Antworten greift er auch auf Fachportale, wie IKZ.de zurück, und verweist auf die Quellen, die er für seine Antwort genutzt hat, wie Co-Founder Hendrik Wöhle während der Produktpräsentation erläutert. „Ole“ sei auch kein fertiges Produkt von der Stange, der KI-Chatbot entwickele sich kontinuierlich weiter, direkt am Bedarf der Betriebe orientiert. So fließen Kundenfeedback und konkrete Wünsche aus dem Arbeitsalltag regelmäßig in neue Funktionen ein.
Das schätzen die Fachbetriebe an „Ole“
Michael Hoppe, Installateur- und Heizungsbaumeister ist Inhaber von Hoppe Heizung mit Sitz im oberschwäbischen Baindt. Er schätzt die schnellen und fundierten Antworten, die der KI-Chatbot seinen Monteuren auf der Baustelle liefert. „Ole‘ bringt unseren Betrieb weiter. Meine Monteure sind nun in der Lage, viele Routinefragen selbst klären zu können, dafür müssen sie nicht mehr ihren Chef fragen.“ Gleichzeitig spare das Team enorm viel Zeit bei der Recherche und Suche nach Dokumentationen oder Ersatzteilen. Das mache sich gerade beim Kundendienst bemerkbar. Die Mitarbeiter haben häufig mit unterschiedlichen Anlagen zu tun. „Wenn mein Monteur vor Ort zeitnah auf alle notwendigen Unterlagen oder Ersatzteile zugreifen kann, kann er sich auch besser um die Kundenwünsche kümmern. Dass er sich dafür Zeit nehmen kann, darum geht es mir ja.“
Auch die Datensicherheit ist so ein Punkt, die Michael Hoppe überzeugt hat. „Wir können ‚Ole‘ mit unseren eigenen Daten füttern, so kann ich meine interne Dokumentation aufbauen und insgesamt die Arbeitsabläufe verbessern.“ Den KI-Chatbot sieht er dabei als ein weiteres Werkzeug, das fest in seine Handwerkersoftware integriert ist.
Mit seinem positiven Nutzerfeedback ist Michael Hoppe nicht alleine. „Dank Ole sparen wir spürbar Zeit im Service - und gleichzeitig haben wir jederzeit Zugriff auf aktuelles Wissen“, sagt etwa Daniel Stöcklein, Geschäftsführer der Stöcklein GmbH mit Sitz in Giesen. „Es ist, als hätten wir einen zusätzlichen Kollegen gewonnen, der immer verfügbar ist, Antworten kennt und unser Team im Alltag aktiv unterstützt.“
https://ole.de/