Neue Hydraulikwand im Geberit Informationszentrum Langenfeld
Pfullendorf. In großen Gebäuden mit zahlreichen Entnahmestellen ist eine präzise Planung der Trinkwasserinstallation unverzichtbar. Grundlage hierfür ist die Berechnung nach DIN 1988-300, die das voraussichtliche Nutzungsverhalten abbilden muss.
Die neue Hydraulikwand im Geberit Informationszentrum (GIZ) Langenfeld ist künftig fester Bestandteil des Schulungsangebots. Sie „bietet umfassende Möglichkeiten, bestehende Probleme und deren Ursachen sowie mögliche Lösungsansätze in Trinkwasserinstallationen messtechnisch zu veranschaulichen“, betont Friedrich Stöckl, Fachreferent Sanitärtechnik, der die Anlage mit entwickelt hat. Bild: Geberit
Die neue Hydraulikwand simuliert realitätsnah die Trinkwasserinstallation eines Gebäudes mit zwölf Nutzungseinheiten. Mittels der Regulierventile können gezielt Szenarien erzeugt und analysiert werden, zum Beispiel die Auswirkungen gleichzeitiger Entnahmen auf das Druckverhalten im Leitungsnetz. Bild: Geberit
Im Geberit Informationszentrum (GIZ) Langenfeld wurde nun eine neue Hydraulikwand in Betrieb genommen, an der Fachleute eine Trinkwasserinstallation in einem Gebäude mit zwölf Nutzungseinheiten auf vier Etagen erleben und deren Parameter verändern können. Sie erfahren hier in einer realistischen Größenordnung, wie Betriebszustände hervorgerufen werden und sich beeinflussen lassen. Entwickelt wurde die Anlage von Friedrich Stöckl, Fachreferent Sanitärtechnik bei Geberit, in Zusammenarbeit mit Yves Dieplinger aus dem Geberit Entwicklungszentrum in Jona, Schweiz.
Die Demonstrationsanlage visualisiert Rohrnetzparameter wie Fließgeschwindigkeit, Druckverhältnisse und Entnahmemengen. Verschiedene Installationsarten – wie Reihenleitung, T-Stück-Installation oder Ringleitung – können flexibel kombiniert und unterschiedliche Nutzungsmuster dargestellt werden. Dabei stehen 18 stufenlose Regulierventile und rund 70 Sensoren zur Verfügung, um sämtliche Betriebszustände exakt zu erfassen. Die Darstellung der Strömung erfolgt zusätzlich über mechanische Durchflussanzeiger. So wird nachvollziehbar, wie sich das Nutzerverhalten auf den Fließdruck an den Entnahmestellen auswirkt, und unter welchen Bedingungen Funktionsstörungen auftreten können.
„Die Hydraulikwand bietet umfassende Möglichkeiten, bestehende Probleme und deren Ursachen sowie mögliche Lösungsansätze in Trinkwasserinstallationen messtechnisch zu veranschaulichen“, erklärt Friedrich Stöckl. Zudem verdeutliche sie, wie sich hydraulische Optimierungen auf die Trinkwasserhygiene und den Nutzerkomfort auswirken – etwa im Spannungsfeld zwischen möglichst geringen Rohrdurchmessern zur Minimierung von Wasserinhalten und ausreichenden Volumenströmen mit den nötigen Fließdrücken für eine komfortable Nutzung bei zu erwartender Gleichzeitigkeit. Dadurch werde auch deutlich, wie entscheidend ein präzises sanitärtechnisches Raumbuch als Grundlage für eine normgerechte und funktionale Trinkwasserplanung ist.
Die Hydraulikwand ist künftig fester Bestandteil des Schulungsangebots im GIZ Langenfeld. Sie wird insbesondere in Seminaren zum Thema Trinkwasser eingesetzt, darunter die Zertifikatslehrgänge „ZVSHK-Fachkraft für Trinkwasserhygiene“ sowie die „VDI 6023 Seminare“.
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