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MAP-Anträge sind noch keine eingebauten Anlagen

Die deutliche Zunahme der Anträge auf Förderung von Holzfeuerungen durch das Marktanreizprogramm (MAP) 2018 ist erst dann ein erfreuliches Signal, wenn sie sich in tatsächlichem Marktwachstum niederschlägt, sagt der DEPV. Dies sei bislang nicht der Fall.

Das Bundesamt für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hat Anfang des Jahres die Förderbedingungen für Holzfeuerungen umgestellt: Statt nachher muss vorher beantragt werden. Dies führt zu Verzerrungen in der Statistik. Bild: Bafa, Michael Rostek

Pelletfeuerungen können theoretisch eingebaut werden ohne dass der Förderbescheid vorliegt. Absichern sollte man sich in der Praxis aber über eine Klausel in der Auftragsvergabe. Bild: Dittmar Koop

 

Seit diesem Jahr muss der Förderantrag für eine Holzpelletfeuerung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) vor der Auftragsvergabe gestellt werden statt nach der Inbetriebnahme.

Konfusion in der Deutung

Das führt zu Konfusionen bei der Lesart der Marktentwicklung anhand der dem Bafa vorliegenden Förderanträge. In den monatlich vom Bafa veröffentlichten Zahlen sind neben den Vorab-Anträgen nach dem neuen Online-Verfahren nämlich auch Anträge für im Jahr 2017 installierte Anlagen enthalten, da für sie noch bis September eine Übergangsfrist gilt. „Leider unterscheidet das Bafa nicht nach Neu- und Altfällen“, berichtet Martin Bentele, Geschäftsführer beim Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV). Die Statistik sei momentan kein Weiser für tatsächlich eingebaute Feuerungen, Bentele: „Gegenüber dem Vorjahr ist bisher keine Zunahme beim Einbau von Pellet- und Holzfeuerungen festzustellen.“ Das Bafa verzeichnet laut DEPV derzeit eine deutliche Zunahme der Anträge.
Die monatliche Erhebung des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) zu den realen Heizungsverkäufen verzeichnete im Pelletbereich bis Mai 2018 gegenüber dem Vorjahr sogar einen zweistelligen Rückgang.

Handwerkerbremse
„Die im DEPV organisierten Hersteller arbeiten natürlich mit Hochdruck daran, dass aus den Vorab-Anträgen schnell eingebaute Kessel und Öfen werden. Verunsicherung beim Kunden, wann genau er den Auftrag erteilen darf, um die mehrere Tausend Euro betragende MAP-Förderung zu bekommen sowie die hohe Auslastung im SHK-Handwerk bremsen die Wärmewende momentan leider stark“, sagt Bentele weiter. Laut Bafa darf der Heizungs- oder Ofenbauer sofort nach Erhalt der Eingangsbestätigung beauftragt werden. Keinesfalls müsse man bis zur Zustellung des Förderbescheides warten.

Achillesferse der Förderung
Die Zustellung des Förderbescheids kann indes bis zu drei Monate dauern. In dieser Zeit kann laut DEPV die neue Pelletfeuerung aber schon eingebaut werden. Doch weist der Verband darauf hin, dass Anträge auch abgelehnt werden könnten, zum Beispiel wegen Formfehlern oder nicht förderfähigen Inhalten.
Doch gibt es hier einen Ausweg über eine Konditionierung von Aufträgen: Es ist laut Verband möglich, in den Vertrag zur Auftragsvergabe eine Klausel aufzunehmen, die besagt, dass für die beauftragte Anlage eine Bafa-Förderung beantragt wird und der Vertrag erst mit Erhalt eines positiven Zuwendungsbescheids in Kraft tritt.

 


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