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Lüftung in Sporthallen und Fitnessstudios

Worauf es bei der TGA-Planung ankommt

Ein „AIR1 XC“-Kompaktlüftungsgerät im Deckeneinbau – für diese Anwendung wurde die Serie entwickelt. Kompakte Maße und eine clevere Wartungslösung ermöglichen die einfache Integration in abgehängte Decken. (Helios Ventilatoren)

In dem Fitnessstudio sorgt das Kompaktlüftungsgerät in Verbindung mit einem Kanalsystem für die erforderliche Luftqualität. (Helios Ventilatoren)

Auch dezentrale Großgeräte wie das „KWL Yoga“ von Helios Ventilatoren sorgen in Fitnessstudios für eine bestimmungsgemäße Belüftung – besonders geeignet für den Einsatz in Bestandsgebäuden. (Helios Ventilatoren)

Ein Filterwechsel ist beim „AIR1“ durch den vorhandenen Einschubrahmen sowie eine Schnellspannvorrichtung am Gerät ... (Helios Ventilatoren)

... gut möglich. Optional ist ein mehrstufiges Filterkonzept integrierbar. (Helios Ventilatoren)

Das dezentrale Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung „KWL Yoga“ ist in drei Gerätegrößen für Volumenströme bis 400, 700 und 1000 m3/h erhältlich. (Helios Ventilatoren)

 

Ob beim schweißtreibenden Workout im Fitnessstudio oder beim Hallensport im Schulunterricht – frische, saubere Luft ist unverzichtbar für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Doch was so selbstverständlich klingt, stellt den Planer vor anspruchsvolle Aufgaben. Lüftungsanlagen in Sporthallen und Fitnessräumen müssen nicht nur die hohen Anforderungen an die Luftqualität berücksichtigen, sondern auch den Herausforderungen der Energieeffizienz und den speziellen Bedürfnissen der unterschiedlichen Nutzungsbereiche gerecht werden. Wie das gelingt, zeigt der Bericht.

Neben einem guten Verständnis der baulichen Gegebenheiten – etwa gemäß DIN 18032 – braucht es fundiertes Wissen über die technischen Anforderungen, wie sie u.a. in der DIN EN 16798-3 und der VDI 6022 geregelt sind. Dieser Beitrag bietet einen praxisnahen Überblick über die wichtigsten Planungsgrundlagen, erläutert Berechnungsansätze für Volumenströme und stellt sowohl zentrale als auch dezentrale Lüftungslösungen mit Wärmerückgewinnung vor. Darüber hinaus zeigt der Bericht typische Stolpersteine in der Planung und Potenziale für mehr Effizienz im Betrieb auf.

Anwendungsbereiche der DIN 18032

Die DIN 18032 bezieht sich auf die bauliche Auslegung von Sporthallen und Sporträume für Schul-, Wettkampf-, Vereins-, Breiten-, Freizeit- und Behindertensport, in denen z. B. Badminton, Basketball, Fechten, Fußball bis hin zu Volleyball ausgeübt werden können. Sie umfasst u. a. Anforderungen an Sportböden, Flächenbedarf und bauliche Sicherheit. Die Norm gilt nicht für die Planung von Sporthallen für Eissport, Leichtathletik, Radsport, Reitsport, Tennis und andere Sporthallen für spezielle Sportarten. Obwohl sie keine konkreten Lüftungsvorgaben enthält, definiert sie Raumarten und Nutzungsprofile, die zur Auslegung der Lüftung herangezogen werden können. Die Norm empfiehlt grundsätzlich, eine natürliche Be- und Entlüftung anzustreben. Das bedeutet, dass frische Luft durch Fenster, Lüftungsschächte oder andere Öffnungen in die Halle gelangt und verbrauchte Luft entweicht. In vielen Fällen, in denen eine natürliche Lüftung nicht ausreicht – etwa bei großen Hallen oder Fitnessstudios mit hohen Nutzerzahlen oder speziellen Anforderungen – sind mechanische Lüftungsanlagen (RLT-Anlagen) erforderlich. Die Norm gibt dabei klare Hinweise, dass in Sporthallen für Schulsport, Vereinssport oder Mehrzwecknutzung die geforderten Volumenströme zuverlässig einzuhalten sind.

Anforderungen an die Lüftung – Normative Grundlagen

Die Planung der Lüftung erfolgt in Anlehnung an:

  • DIN EN 16798-3: Lüftung von Nichtwohngebäuden
  • VDI 6022: Hygienische Anforderungen

Diese Richtlinien enthalten u.a. verbindliche Vorgaben zur Auslegung der Luftvolumenströme, Mindestabstände für Außenluft- und Fortluftöffnungen und zur Sicherstellung der Luftqualität.

Empfohlene Mindestaußenluftvolu-menströme nach DIN 18032 für Sportanlagen:

  • Geräteturnhallen, Mehrzweckhallen, Fecht-/Tanzräume: 60 m3/h je Sportler
  • Kraft-/Konditionsräume, Kampfsportbereiche: 100 m3/h je Nutzer oder Gerät
  • Zuschauerplätze (Nichtraucher): 20 m3/h pro Sitzplatz.

Die Luftzufuhr kann über Umluftanteile unterstützt werden, muss jedoch stets den Mindestbedarf an Frischluft gemäß Nutzerzahl sicherstellen. Ergänzend empfiehlt sich ein CO₂-gesteuertes Lüftungskonzept zur automatischen Anpassung an die Auslastung.

Berechnung der Volumenströme

Vor der Berechnung des Luftvolumenstroms sollte geprüft werden, ob die empfohlene Fläche pro Sportler eingehalten wird. In Fitnessräumen wird üblicherweise eine Fläche von etwa 4 bis 6 m2 pro Person empfohlen. Diese Richtlinie basiert auf gängigen Normen und Erfahrungswerten. Sie stellt sicher, dass die Nutzer genügend Platz haben, um Geräte sicher zu nutzen, Übungen durchzuführen und sich frei zu bewegen – ohne andere zu stören oder sich eingeengt zu fühlen. Je nach Trainingsart oder eingesetzten Geräten kann die benötigte Fläche pro Person variieren, was wiederum Einfluss auf die maximale Nutzerzahl und damit auf den erforderlichen Volumenstrom hat.

Im Folgenden wird dargestellt, wie sich die benötigten Außenluftvolumenströme in verschiedenen Nutzungsbereichen eines Fitnessstudios berechnen lassen.

Grundformel:

qV,tot = n x q V,b

qV,tot = Gesamt-Außenvolumenstrom in m3/h

n = Anzahl an Personen

qV,b = personenbezogener Außenvolumenstrom in m3/h (je Person)

Beispielrechnung: Ermittlung des Luftbedarfs für die Bereiche Training, Umkleiden und Duschen.

Trainingsbereich (personenbasiert)

Hier wird der Luftvolumenstrom auf Basis der Anzahl anwesender Personen berechnet

  • Trainingsfläche: 180 m2 (nur informativ – hat keinen Einfluss auf die Berechnung)
  • Nutzeranzahl: 30 Personen – Luftbedarf: 30 × 60 m3/h = 1800 m3/h
  • Umkleiden und Duschräume (raumvolumenbasiert)

Hier wird der Volumenstrom anhand des Raumvolumens und einer festgelegten Luftwechselrate bestimmt. Für Umkleide- und Sanitärräume gelten folgende empfohlene Luftwechselraten

  • Umkleideräume: 6-facher Luftwechsel pro Stunde
  • Duschräume: 8- bis 10-facher Luftwechsel pro Stunde.

Diese Luftwechselraten sind die Grundlage für die Berechnung des notwendigen Außenluftvolumenstroms und werden mit dem Raumvolumen multipliziert.

  • Fläche Umkleide: 50 m2, Raumhöhe: 3 m = Volumen: 150 m3 Luftwechselrate: 6-fach -> 150 m3 × 6 = 900 m3/h
  • Fläche Duschräume: 30 m2, Raumhöhe: 3 m = Volumen: 90 m3 Luftwechselrate: 8-fach -> 90 m3 × 8 = 720 m3/h

Gesamtvolumenstrom

qv,tot = 1800 m3/h (Trainingsfläche) + 900 m3/h (Umkleiden) + 720 m3/h (Duschräume) = 3420 m3/h

Lösungsbeispiel: Zentrale RLT-Anlage mit Wärmerückgewinnung für Fitnessstudios

Zentrale raumlufttechnische Anlagen bieten eine effiziente Lösung zur Belüftung größerer oder komplex strukturierter Fitnessstudios. Sie ermöglichen eine gleichmäßige Luftverteilung über ein Kanalsystem sowie die zentrale Steuerung von Luftmengen und Temperatur. Dies ist besonders vorteilhaft in Trainingsbereichen mit variierendem Luftbedarf je nach Nutzerintensität. Ein integrierter Wärmetauscher ermöglicht die Wärmerückgewinnung, wodurch die Energieeffizienz der Anlage deutlich erhöht wird (ab 1000 m3/h ist eine Wärmerückgewinnung verpflichtend). Dabei wird die Wärme der Abluft genutzt, um die einströmende Außenluft vorzuwärmen – insbesondere in der Heizperiode ein entscheidender Beitrag zur Energieeinsparung. Auch bei einem Umluftanteil bleibt die Wärmerückgewinnung ein wesentliches Element zur Reduktion des Heizbedarfs. Die Berechnung des Volumenstroms in einer zentralen RLT-Anlage erfolgt im Prinzip wie bei einer Einzelraumlüftung. Zusätzlich müssen jedoch die Druckverluste durch das Luftkanalsystem und die Anlage selbst berücksichtigt werden.

Anmerkungen zu den Berechnungsbeispielen

Bei der Planung sollte außerdem berück-sichtigt werden, dass RLT-Anlagen Betriebsgeräusche erzeugen können, die in ruhigen Trainingsphasen auffallen. Die DIN 18032 schreibt vor, dass der Schallpegel in den Sportbereichen 45 dB(A) nicht überschreiten darf. Daher sind bei der Planung gegebenenfalls geeignete schallgedämmte Anlagen und Schalldämpfer zu berücksichtigen, um eine angenehme akustische Umgebung zu gewährleisten.

Für eine optimale Be- und Entlüftung bieten sich für das Beispiel zwei Luftführungskonzepte an

  • Horizontale Umkehrlüftung mit Zuluftöffnungen mindestens 2,5 m über dem Sportboden und Abluftöffnungen auf derselben Seite unmittelbar über dem Boden
  • Deckenlüftung mit Zuluftauslässen in der Decke und Abluftöffnungen zu gleichen Teilen unter der Decke und in Bodennähe. Dabei sollten Auslässe verwendet werden, die die Zuluft zugfrei in die Aufenthaltszone einbringen.

Seminartipp

Für die planerische Auseinandersetzung mit der Lüftung empfiehlt sich die Teilnahme an der angebotenen Seminarreihe „Wohnen und Arbeiten – wie Sie die Lüftung von Mischgebäuden richtig planen“ von Helios Ventilatoren. Das Seminar behandelt verschiedene Aspekte der Lüftung in Mischgebäuden, darunter Wohn- und Gewerbeeinheiten, Tiefgaragen sowie Sporthallen und Fitnessstudios. Anhand konkreter Planungsbeispiele werden zentrale und dezentrale Lüftungssysteme mit und ohne Wärmerückgewinnung vorgestellt.

Termine:

Dienstag, 07. Oktober 2025, Lingen

Mittwoch, 08. Oktober 2025, Münster

Dienstag, 28. Oktober 2025, Saarbrücken

Dienstag, 28. Oktober 2025, Heidelberg

Dienstag, 02. Dezember 2025, Dresden

Dienstag, 09. Dezember 2025, Berlin

Weitere Informationen und Termine unter www.heliosventilatoren.de/seminare

Lösungsbeispiel: Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung eines Fitnessstudios

Für kleinere oder einzelne Nutzungsbereiche bieten dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung eine flexible und effiziente Alternative. Besonders in der Sanierung von Bestandsgebäuden oder bei Gebäuden mit variabler Nutzung sind sie von Vorteil, da sie ohne aufwendige Kanalsysteme auskommen. Der reduzierte Planungs- und Installationsaufwand spart Zeit und Kosten.

Beispiel: Bei 1800 m3/h Luftbedarf können zwei dezentrale Helios-Geräte Typ „KWL Yoga 1000“ eingesetzt werden. Voraussetzung ist die Möglichkeit zur Führung von Außenluft (ODA) und Fortluft (EHA) sowie der Anschluss an Kondensatablauf und Stromnetz. Für Umkleiden und Duschräume könnte man dann eine separate RLT-Anlage planen oder sie gegebenenfalls mit einem dezentralen Abluftsystem ausstatten.

Betrieb und Wartung: Hygienische Anforderungen

Ein durchdachtes Wartungskonzept ist essenziell, um den störungsfreien Betrieb sicherzustellen, Energieverluste zu vermeiden und die Lebensdauer der Anlage zu verlängern. Dazu gehören unter anderem:

  • Regelmäßiger Filterwechsel entsprechend den Herstellerangaben und Nutzungsbedingungen
  • Inspektion und Reinigung der Luftleitungen, Ventilatoren und Wärmetauscher, um Verunreinigungen, Feuchtigkeit oder mikrobiellen Befall zu vermeiden
  • Kontinuierliche Überwachung relevanter Luftqualitätsparameter wie CO₂-Gehalt, Temperatur und relative Feuchte, um den Komfort zu sichern und potenzielle Belastungen frühzeitig zu erkennen
  • Dokumentation aller Wartungsmaßnahmen, um Hygieneinspektionen und Nachweispflichten gerecht zu werden.

Fazit

Die Lüftungsplanung für Fitnessstudios und Sporthallen muss sich an den aktuellen technischen Regelwerken wie DIN 18032, DIN EN 16798-3 und VDI 6022 orientieren. Eine exakte Berechnung der Volumenströme unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen für Trainingsräume, Sanitärräume und Umkleiden ist die Grundlage für eine funktionierende und energieeffiziente Anlage. Zentrale Systeme bieten in großen Fitnessstudios eine hohe Effizienz und eine gleichmäßige Verteilung der Luft. Dezentrale Lösungen sind ebenfalls möglich und bieten hohe Flexibilität bei der Planung und Installation. Wichtig ist in beiden Fällen, auf Schallschutz, hygienische Anforderungen und geeignete Luftführung zu achten, um ein gesundes und angenehmes Raumklima zu schaffen. Eine regelmäßige Wartung nach VDI 6022 ist ebenso wichtig wie die bedarfsgerechte Steuerung der Luftmengen zur Energieeinsparung. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass die tatsächlich umgesetzten Luftmengen in Fitnessstudios oft unter den vorgeschriebenen Werten liegen. Dies führt dazu, dass die Luftqualität (vor allem Gerüche), besonders bei guter Auslastung, nicht den Erwartungen der Nutzer entspricht.

Autor: Thorsten Fiedel, Leitung Schulungswesen Helios Ventilatoren, Villingen-Schwenningen

www.heliosventilatoren.de

 


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