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Klimaneutrales Wohnen mit Gas

Vor dem Hintergrund der gravierenden Veränderungen im Weltklima ist die in Deutschland notwendige Energiewende inzwischen allgegenwärtig. Sie hat auf alle Sektoren Einfluss - auch auf die Beheizungsstruktur im Gebäudebereich. Zukunft Gas, eine Initiative der deutschen Gaswirtschaft, hat eine Studie über das klimaneutrale Wohnen in Auftrag gegeben. Ein Ergebnis: Im Wohngebäudebestand ist eine Reduktion der CO2-Emissionen hin zur Klimaneutralität möglich - und das über einen für alle finanzierbaren Weg.

Bild: Zukunft Gas

 

Die Studie „Klimaneutral Wohnen“ betrachtet den tatsächlichen Wohngebäudebestand in Deutschland und verknüpft ihn mit Sanierungsmöglichkeiten: Mittels eines Berechnungsalgorithmus wurden für 974 Kategorien an Bestandsbauten detaillierte Wege zur Klimaneutralität bis 2050 ermittelt. Kriterien für die Berechnung waren u.a. Alter und Bauweise der Gebäude, aber auch ob das Gebäude selbst genutzt oder vermietet wird. Ziel der Berechnungen war es, die größtmögliche CO2-Einsparung unter der Randbedingung zu erreichen, dass die Eigentümer der Wohngebäude die erforderlichen Maßnahmen auch finanzieren können. Dabei sind 1760 Sanierungsfahrpläne für alle in Deutschland bestehenden Wohngebäudetypen entstanden.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Klimaneutralität im Wärmemarkt finanzierbar möglich ist. Den größten Anteil an der Reduktion hat dabei der Einsatz von dekarbonisierten Energieträgern1). Und: Auch im Jahr 2050 werden gasförmige Energieträger weiterhin die beliebteste Heizquelle im Wohngebäudebestand sein. Zwei gasförmige Energieträger dürften zum Einsatz kommen: ein Gasmix, der zu 80 % aus Biomethan und 20 % aus dekarbonisierten Wasserstoff besteht, und reiner Wasserstoff, der aus grünen, türkisen und blauen Wasserstoffrouten produziert wird2). Dazu sagt Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Gas: „Die Studie Klimaneutral Wohnen zeigt: Mit Gas geht’s! Durch den Einsatz von dekarbonisiertem Gas als zuverlässigen Energieträger gelingt eine finanzierbare Wärmewende.“
Heutige und zukünftige Techniken können seiner Meinung nach diese Wende unterstützen: Brennwerttechnik, die Brennstoffzelle und Geräte, die mit reinem Wasserstoff betrieben werden können. Dr. Timm Kehler zur Bedeutung von Wasserstoff: „Wir sollten uns intensiver mit effizienten und klimaneutralen Produktionsmöglichkeiten auseinandersetzen. Nur so können wir den künftig hohen Bedarf an Wasserstoff decken und ihn zur neuen Volksenergie machen.“ Auch die Politik sieht der Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Gas in der Pflicht: Sie müsse durch eine Anpassung der Öko-Design-Richtlinie die Geräteindustrie unterstützen, weitere H2-fähige Heizgeräte zu entwickeln.
Die IKZ-HAUSTECHNIK hat ein Interview mit Dr. Timm Kehler geführt. Es erscheint mit der gedruckten Ausgabe 10/2021 und ab etwa Mitte Juli hier auf ikz.de.


1) Die CO2-Bilanz bei der Verbrennung eines dekarbonisierten Energieträgers ist Null.
2) Grüner Wasserstoff wird durch Elektrolyse von Wasser hergestellt, wobei für die Elektrolyse ausschließlich Strom aus Erneuerbaren Energien zum Einsatz kommt.
Grauer Wasserstoff wird aus Erdgas gewonnen.
Blauer Wasserstoff ist grauer Wasserstoff, bei dem das entstehende CO2 abgeschieden und gespeichert wird.

 


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