Werbung

KfW-Programm 455-B - der Topf ist leer

Seit dem 30. Juli sind die Mittel des KfW-Förderprogramms „Barrierereduzierung – Investitionszuschuss“ für 2026 ausgeschöpft. Mit den bereitgestellten 50 Mio. Euro konnten dem Vernehmen nach seit April rund 26 800 Wohnungen barrierereduziert umgebaut werden – etwa durch bodengleiche Duschen, den Abbau von Türschwellen oder den Einbau von Aufzügen.

Markus Sironi, Chefredakteur. Bild: IKZ

 

Dass die Fördermittel innerhalb weniger Monate vergriffen sind, hat niemanden überrascht. Schon in der Vergangenheit war die Nachfrage im KfW-Programm deutlich größer als die verfügbaren Mittel – der Fördertopf war regelmäßig bereits zur Jahresmitte ausgeschöpft. Branchenverbände – allen voran der ZVSHK – hatten deshalb zu Recht kritisiert, dass 50 Mio. Euro nicht ausreichen. Gefordert wurden 150 Mio. Euro Bundesmittel.

Barrierefreiheit hat offenbar immer noch nicht den Stellenwert, der ihr zusteht. Sie ist kein Luxus und keine Sonderausstattung. Sie entscheidet darüber, ob Menschen auch im Alter oder mit körperlichen Einschränkungen selbstbestimmt in ihrem Zuhause leben können. Gleichzeitig entstehen durch die Förderung Wohnungen, die dauerhaft barrierearm bleiben und damit langfristig allen Bewohnern zugutekommen.

Förderprogramme mögen das sprichwörtliche „süße Gift der Subventionen“ sein. Doch wenn sie dazu beitragen, Zehntausende Wohnungen barriereärmer zu machen und Menschen ein längeres selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, überwiegt der gesellschaftliche Nutzen.

Entscheidend bleibt, dass die Förderung verlässlich und bedarfsgerecht ausgestattet wird. Ob und mit welchem Finanzvolumen das KfW-Programm 455-B im kommenden Jahr fortgeführt wird, ist derzeit noch offen.

Markus Sironi
Chefredakteur

 


Artikel teilen:
Weitere Tags zu diesem Thema: