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In Qualität investiert

Kesseböhmer. Rund 20 Mio. Euro hat das Familienunternehmen am Standort Bad Essen in eine neue Galvanik zur Oberflächenveredelung investiert. Ein mutiger und zukunftsichernder Schritt.

Qualität ist oberstes Gebot: Rund 1200 speziell konzipierte Gestelle hat ­Kesseböhmer im Einsatz, damit beim fertigen Produkt keine Kontaktstellen zu sehen sind.

 

Mit dem Bau einer zweiten Galvanikanlage am Unternehmensstammsitz in Bad Essen hat der Beschlagsspezialist die Voraussetzungen für weiteres Wachstum geschaffen. „Denn das Zusammenspiel von zwei Anlagen erweitert die Kapazität, erhöht die Liefersicherheit für die Kunden und bietet ein hohes Maß an Flexibilität“, betonte Geschäftsführer Dieter Finke bei der Vorstellung der modernen Anlage. Und das zu Recht mit Stolz: Das Unternehmen verfügt mit der neuen Galvanik über eine der modernsten Anlagen der Welt; europaweit ist es eigenen Angaben zufolge die größte Anlage dieser Art in der dekorativen Oberflächenveredelung von Produkten aus Stahl.
Kesseböhmer steht für einen hohen Qualitätsanspruch. Diese Positionierung hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren kontinuierlich geschärft und durch Investitionen untermauert. Ein besonderes Qualitätskriterium von Kesseböhmer-Produkten, so Dieter Finke, sei eine makellos galvanisierte Oberfläche ohne sichtbare Kontaktstellen. Dies in der Serienfertigung stets reibungslos umzusetzen, verlangt ausgeprägtes Know-how von Menschen und Technik. Doch Qualität resultiert aus mehreren Faktoren und ist nicht allein auf eine – wenn auch wichtige - makellose Oberfläche zu reduzieren. „Um die bestmögliche Qualität zu erzielen, denken wir diesen Prozess von Anfang bis zum Ende“, erläuterte der Geschäftsführer. Die Beschaffenheit des Roh-Materials sei dabei ebenso wichtig wie die vielfältigen, aufeinander abgestimmten Bearbeitungsschritte sowie die grundsätzliche Konstruktion der Produkte. „Wir achten schon in der Konstruktion darauf, dass sie die Artikel optimal galvanisieren lassen“, betonte auch Hartmut Birth, Leiter Galvanik. So seien die Gestelle für den Eintrag der Ware in die verschiedenen Galvanisierungsbäder individuell auf die jeweilige Geometrie des Produktes abgestimmt. Rund 1200 unterschiedliche Gestelltypen, in die die Teile weitestgehend kontaktfrei eingehängt werden können, sind im Einsatz. Immer mit dem Ziel, dass beim fertigen Produkt keine Kontaktstellen zu sehen sind.

Diese Oberflächen sind möglich: ­Glanzchrom, ­Mattchrom, Glanznickel, Mattnickel, Glanzgold, Mattgold, Kupfer, transparente Schutzlackierung.

Hohe Liefersicherheit
Mit dem Bau einer zweiten Galvanik will das Unternehmen das weltweite Wachstum der Gruppe sichern. Industriekunden verlangen heutzutage die Lieferung „just in time“ – und das mit einer 100%igen Liefersicherheit. „Mit zwei räumlich getrennten und parallel operierenden Galvanik-Anlagen können wir die bedarfsnahe Lieferung an das Band unserer Kunden sicherstellen.“ Alle relevanten Prozesse seien doppelt gesichert, sodass auch bei unvorhergesehenen Ereignissen die Versorgungssicherheit stets gewährleistet sei. Zugleich könnten Produktionsspitzen aufgefangen werden. Das reibungslose Zusammenspiel zwischen der Produktion und den beiden Galvanik-Anlagen, also die gesamte innerbetriebliche Logistik, funktioniert übrigens über ein Fahrerloses Transportsystem (FTS).

Der Kundenwunsch zählt
Weitere Qualitäts-Bausteine sind für Kesseböhmer Kundenorientierung und die Realisierung von speziellen Kundenwünschen. Mit der neuen zusätzlichen Anlage sieht das Unternehmen seine „ohnehin hohe Kompetenz“ noch weiter gestärkt. Die Orientierung an den Kundenwünschen böte zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten – auch für eine Lohnfertigung. Galvanisiert werden Stahl, Edelstahl, Kupfer und Messing in folgenden Oberflächenvarianten: Glanzchrom, Mattchrom, Glanznickel, Matt­nickel, Glanzgold, Mattgold, Kupfer – auf Kundenwunsch mit einer abschließenden transparenten Schutzlackierung.

Dieter Finke, Geschäftsführer Kesseböhmer: „Null Prozent Reklamationsquote bei Oberflächen.“

Für den weltweiten Vertrieb der Produkte ist das gezielte Eingehen auf die Besonderheiten der Transportwege (insbesondere der Seewege) und die klimatischen, teilweise tropischen Bedingungen vor Ort (Feuchtigkeit und Temperatur) erforderlich. Für den dazu nötigen erhöhten Korrosionsschutz bietet Kesseböhmer den Einsatz von MPS-Nickel oder spezielle Oberflächenvarianten an. Der „größte Goldelektrolyt Deutschlands“ mit einem Warenfenster von 3600x1400x600 mm bietet Raum auch für großformatige Werkstücke.

Mitarbeiter im Blick
Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Planung der Galvanik-Anlage seien ergonomische Arbeitsbedingungen gewesen. So können die Mitarbeiter bei der Bestückung der Träger ihre Arbeitshöhe selbst bestimmen. Die neue Galvanik beschäftigt 40 zusätzliche Mitarbeiter, darunter ein Meister, ein Techniker und vier Galvaniseure. 10 junge Leute sind zurzeit in der Ausbildung als Oberflächenbeschichter bzw. Galvaniseur. Geplant sei, hier pro Jahr weitere drei bis vier neue Auszubildende einzustellen. Zweimal gab es bereits eine Auszeichnung als landesweiter Jahrgangsbester. Insgesamt sind 150 Auszubildende bei Kesseböhmer beschäftigt. Damit sichert sich das Unternehmen „ein Reservoir an gut ausgebildeten Mitarbeitern“ und wird, so die Geschäftsleitung, seiner „gesellschaftlichen Aufgabe als eines der größten Unternehmen der Region gerecht“.

www.kesseboehmer.de

Dank der neue Galvanikanlage (Foto) beträgt die Tageskapazität nun insgesamt ca. 60.000 Artikel. Das ist eine galvanisierte Oberfläche von rund 3500 bis 4000 Quadratmetern.

 


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