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Heizspiegel zeigt Sparpotenziale für Verbraucher

Heizungsoptimierungen und Heizungssanierungen im Fokus

Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online hat gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund den Heizspiegel veröffentlicht. Die Grafik zeigt die Entwicklung für eine 70 m2 große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Bild: co2online

 

Berlin. Heizen wird teurer: Das geht aus dem Heizspiegel hervor, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund veröffentlicht hat. So sind die Heizkosten 2025 und 2026 gestiegen und fossile Heizungen werden langfristig immer teurer. Die gute Nachricht: „90 % der Haushalte können ihre Kosten senken“. Etwa durch Heizungsoptimierungen oder Heizungssanierungen.

„Die Heizkosten steigen wieder – und werden in den kommenden Jahren für viele Haushalte zur Dauerbelastung“, schreibt co2online. „Nach der Entspannung in den Jahren 2023 und 2024 mussten viele Haushalte 2025 wieder mehr fürs Heizen bezahlen.“ Insbesondere das Heizen mit Erdgas und Holzpellets sei im Abrechnungsjahr 2025 deutlich teurer gewesen als zuvor. „Je nach Gebäudeart lagen die Kosten um bis zu 15 bzw. 24 % über dem Vorjahr.“ Auch der kältere Winter habe sich bemerkbar gemacht. „Wärmepumpen und Fernwärme wurden dagegen nur moderat teurer, während Heizöl nahezu auf dem Niveau des Vorjahres blieb.“

Prognose für die kommenden Jahre
Langfristig rechnen die Herausgeber vor allem bei fossilen Energieträgern mit weiteren Kostensteigerungen. Besonders Heizöl und Holzpellets dürften deutlich teurer werden. Beim Erdgas zeichne sich dagegen zunächst durch den Wegfall der Gasspeicherumlage eine Entlastung ab. Allerdings könnten die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise mit Verzögerung auf die Verbraucherpreise durchschlagen und die Gaskosten Ende 2026 oder 2027 wieder steigen lassen.

co2online hat auch eine Heizkostenprognose erstellt. Daraus geht hervor, dass sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln könnten. Ursachen hierfür seien unter anderem steigende CO₂-Kosten, höhere Netzentgelte sowie die sogenannte „Bio-Treppe“. Die Kosten für Wärmepumpen werden dagegen deutlich langsamer steigen und voraussichtlich dauerhaft am niedrigsten bleiben. (Die Details gibt es auf ikz.de: co2online veröffentlicht Heizkostenprognose bis 2045)

Durchschnittliche Heizkosten im Überblick
Heizkosten für eine durchschnittliche 70 m² große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus (in Klammern: Veränderung ggü. Vorjahr; 2026: Prognose):

  • Erdgas 2025: 1.170 Euro (+14 %); 2026: 1.120 Euro (-4 %)
  • Heizöl 2025: 1.030 Euro (0 %); 2026: 1.275 Euro (+24 %)
  • Fernwärme 2025: 1.295 Euro (+6 %); 2026: 1.310 Euro (+1 %)
  • Wärmepumpe 2025: 715 Euro (+5 %); 2026: 735 Euro (+3 %)
  • Holzpellets 2025: 735 Euro (+20 %); 860 Euro (+17 %)


Heizkosten für ein durchschnittliches 130 m² großes Einfamilienhaus. (in Klammern: Veränderung ggü. Vorjahr; 2026: Prognose):

  • Erdgas 2025: 2.040 Euro (+15 %); 2026: 1.930 Euro (-5 %)
  • Heizöl 2025: 2.145 Euro (+1 %); 2026: 2.745 Euro (+28 %)
  • Fernwärme 2025: 2.040 Euro (+3 %); 2026: 2.055 Euro (+1 %)
  • Wärmepumpe 2025: 1.260 Euro (+5 %); 2026: 1.300 Euro (+3 %)
  • Holzpellets 2025: 1.415 Euro (+24 %); 2026: 1.740 Euro (+23 %)


Heizspiegel zeigt Einsparpotenziale: Fachbetriebe gefordert
„Rund 90 Prozent aller Haushalte verfügen noch über Sparpotenzial. Im Durchschnitt lassen sich in einer Wohnung etwa 465 Euro pro Jahr einsparen, in einem Einfamilienhaus sind es sogar 1000 Euro“, so die Herausgeber. Deutschlandweit entspreche dies einem Potenzial von bis zu 24 Milliarden Euro jährlich. Der Heizspiegel kann dafür eine objektive Orientierung liefern. Neben Verhaltensänderungen lassen sich größere Einsparungen über Heizungsoptimierungen, Dämmmaßnahmen oder den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme erzielen. Hier sind die SHK-Fachbetriebe gefordert.

„Beim Heizungstausch sollten Hauseigentümer deshalb nicht nur die Investitionskosten, sondern auch die Betriebs- und Wartungskosten betrachten“, rät Henrik Fork-Weigel, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbundes. Entscheidend sei das Zusammenspiel von Gebäudehülle, Wärmebedarf und Heiztechnik. „Ein Modernisierungskonzept hilft Hauseigentümern, Maßnahmen zu planen und abzustimmen, bevor sie von einer kaputten Heizung im Winter überrascht werden.“ 

„Seit zwei Jahrzehnten verfolgen wir, wie sich die Heizkosten in Deutschland entwickeln und werten dafür zehntausende Abrechnungen aus. Der Trend ist inzwischen eindeutig: Das Zeitalter günstiger fossiler Heizenergie ist spätestens seit der Energiekrise vor vier Jahren vorbei. Fossiles Heizen ist langfristig teurer und bleibt mit größeren Kostenrisiken verbunden als das Heizen mit erneuerbaren Energien. Wer heute eine neue Heizung plant, sollte diese Entwicklung kennen, auch wenn der Einbau von reinen Gas- und Ölheizungen wieder erlaubt ist“, sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online.

www.co2online.de/heizspiegel

 


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