Werbung

Hambacher Wald jetzt beim Oberverwaltungsgericht

Der Hambacher Wald in Nordrhein-Westfalen (NRW) ist nicht nur in Deutschland in diesen Tagen zu dem Symbol für die Rückständigkeit fossiler Stromerzeugung geworden. Zu den Protesten gesellen sich nun auch Klagen, eine davon hat jetzt der BUND NRW angestrengt – und erhält finanzielle Unterstützung aus der Wirtschaft.

Der Braunkohletagebau Hambach ist zum Symbol der Unsinnigkeit fossiler Stromerzeugung geworden. 90 % des Hambacher Waldes standen einmal dort, wo jetzt die Schaufelradbagger von RWE wüten. Immer mehr Menschen wollen nun die letzten 10 % des Waldes vor dem Abholzen schützen. Bild: Frank Gronedahl, Pixelio

Der BUND hat eine Klage gegen die Rodung des Hambacher Waldes beim Oberverwaltungsgericht Münster angestrengt – und erhält jetzt dabei finanzielle Unterstützung aus der Wirtschaft, vom Düsseldorfer Ökostromanbieter Naturstrom. Bild: Naturstrom

 

Der Öko-Energieversorger Naturstrom aus Düsseldorf unterstützt finanziell die rechtlichen Schritte des Bundesverband Naturschutz (BUND) NRW, mit denen eine Rodung des Hambacher Walds noch verhindert werden soll. „Die Räumung des Hambacher Waldes torpediert die Arbeit der Kohlekommission und ist zum aktuellen Zeitpunkt eine unnötige Provokation“, kritisiert Oliver Hummel, Vorstand der Naturstrom AG.

Licht bleibt auch ohne Hambach-Strom an

Der Düsseldorfer Öko-Energieversorger befürwortet die Forderung mehrerer Umweltverbände, Rodungen im Hambacher Wald bis zur Entscheidung der Kohlekommission auszusetzen. Auch, falls die Kohlekommission nicht wie geplant ihre Ergebnisse bis Mitte Dezember vorlegen sollte. 

„Wind- und Solarstrom aus neuen Anlagen ist längst viel günstiger als Kohle- und Atomstrom aus neu errichteten Kraftwerken“, betont Hummel. Der Preisrutsch bei den Erneuerbaren gehe immer weiter. „Landespolitik und Tagebaubetreiber in den Braunkohle-Ländern dürfen diese Entwicklung nicht einfach ausblenden. Der Hambacher Wald kann erhalten werden, ohne dass in NRW die Lichter ausgehen“, so Hummel.

BUND argumentiert über FFH

Der BUND NRW versucht den Hambacher Wald auf dem Rechtsweg zu retten. 

So setzt sich der Verband u.a. gegen die bergrechtliche Genehmigung des Tagebaus Hambach ein. „Entscheidend dabei ist, dass die Restflächen des Hambacher Waldes zwingend als FFH-Gebiet [Flora-Fauna-Habitat] für das europäische Natura 2000-Schutzgebietsnetz hätten gemeldet werden müssen“, erläutert Thomas Krämerkämper, Vorstand im BUND NRW. Die NRW-Landesregierung habe dies unterlassen.

Politik lässt Hosen runter und es wird zäh
Der BUND sieht hinter der Entscheidung der Landesregierung vor allem die Motivation, die Fortführung des Tagebaus nicht zu gefährden. „Solche wirtschaftlichen Gründe dürfen bei der Auswahl der Gebiete jedoch keine Rollen spielen“, sagt Krämerkämper. Das Verfahren liegt derzeit beim Oberverwaltungsgericht in Münster. Laut BUND ist zu erwarten, dass die unterlegene Partei in Revision beim Bundesverwaltungsgericht gehen wird, weswegen mit einem Urteil in letzter Instanz nicht vor 2020 zu rechnen ist.

 


Artikel teilen:
Weitere Tags zu diesem Thema: