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Geht der PV-Zubau in die Knie?

Die Bundesregierung hat 2012 den sogenannten Ausbaudeckel für Photovoltaik (PV) beschlossen. Dieser besagt, dass beim Erreichen von 52 GW PV-Leistung in Deutschland Schluss sein soll mit der Einspeisevergütung. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) sieht diesen Deckel nun in den nächsten Monaten erreicht und prophezeit einen Einbruch der PV beim Zubau. Der BSW fordert eine Streichung des Deckels.

Der Zubau an PV in Deutschland wird für 2018 auf rund 2,5 GW prognostiziert. Schließt sich der Ausbaudeckel 2019, dann wird der Zubau nur noch wenige hundert MW betragen, sagt der Branchenverband BSW-Solar. Bild: IBC Solar

Derzeit gibt es noch Querelen in der Regierung über die angekündigten Sonderausschreibungen für PV und Wind. Vorgesehen sind je vier GW Leistung für PV und Onshore-Windenergie, hälftig verteilt auf die Jahre 2019 und 2020. Bei der PV werden das allerdings Solarkraftwerke sein und keine kleinen Aufdach-Anlagen. Bild: Pixabay

 

Nach Ansicht des Branchenverbands droht der Ausbau der PV in wenigen Monaten in Deutschland weitgehend zum Erliegen zu kommen. Vor allem die Installationszahlen für Solarstromanlagen auf Gewerbe- und Industriedächern würden ohne gesetzliche Änderungen schon bald drastisch einbrechen, so die Analyse des BSW. Der Verband fordert daher eine umgehende Streichung des Deckels. Solarstromanlagen würden zwar zunehmend preiswerter, doch noch sei ihr Ausbau für einige Jahre auf eine Flankierung durch Marktprämien aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) angewiesen.Warnung vor MarktrückgangDie bisherige gesetzliche Regelung sieht vor, dass neue PV-Anlagen nur bis zum Erreichen einer Gesamtkapazität von 52 GW eine Einspeisevergütung erhalten. Diese Marke ist laut BSW wahrscheinlich bereits in einem Jahr erreicht. Szenarien des Verbands beschreiben, dass der PV-Zubau auf Gebäuden danach auf wenige hundert MW pro Jahr zusammenschmelzen wird. Die Systempreise für schlüsselfertige neue Solarstromanlagen wären in den letzten zehn Jahren um 75 % gesunken. Doch auf Basis eines reinen Marktwertes könnten Solaranlagen im politisch gewünschten Umfang derzeit aber noch genauso wenig errichtet werden wie Windkraftanlagen, so der Verband.Feigenblatt SonderausschreibungenOhne eine Beseitigung des Solardeckels würden auch die gegenwärtig von der Bundesregierung geplanten Sonderausschreibungen für ebenerdig errichtete Solar- und Windparks ins Leere laufen, die vom Bundeskabinett in den nächsten Tagen beschlossen werden sollen, so der BSW. Die hier erwartbaren Zusatzmengen an Ökostrom könnten den befürchteten Markteinbruch bei der Gebäude-PV nicht annähernd auffangen. Ihre Nichtanrechnung auf den Deckel sei nur ein fauler Kompromiss und kein Zeitgewinn, da der Deckel bereits erreicht wird, bevor aus neu auktionierten Solarparks die erste kW Solarstrom fließe.

 


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