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Geballte Ladung

Maschinen mit Akku-Betrieb leisten mehr als anfangs erwartet

Ein Beispiel für den Ersatz von Handwerkzeug sind 12-V-Akku-Rohrschneider für Kupferrohre. Dank ihrer minimierten Baugröße lassen sich mit diesen Geräten auch bereits verlegte Rohre leicht bearbeiten. Bild: Techtronic Industries Central Europe GmbH (Milwaukee)

Mehr als 300 Schnitte in Stahlrohre mit einer Akkuladung: Damit ist die „GKM 18 V-LI Professional“-Metallkreissäge eine echte Alternative zu kabelgebundenen Geräten. Bild: Robert Bosch GmbH

Durch die „LiHD“-Akku-Technologie ist der Betrieb eines Zweihand-Winkelschleifers für Scheiben mit 230 mm Durchmesser möglich. Bild: Metabowerke GmbH

Auf der Baustelle muss der Anwender vor dem Gebrauch des Werkzeugs und des Zubehörs eine Sichtkontrolle auf Beschädigungen durchführen. Bild: Kress-elektrik GmbH & Co. KG

Die Betriebssicherheitsverordnung gilt für die Verwendung von Arbeitsmitteln aller Art. Sie hat zum Ziel, die Sicherheit und den Schutz der Gesundheit von Beschäftigten zu gewährleisten.

 

Akkubetriebene Maschinen sind auf den Baustellen nicht mehr wegzudenken. Sie leisten Erstaunliches. Doch das war nicht immer so. In den Anfängen kämpften die Akkumulatoren noch mit einer geringen Leistung, langen Ladezyklen und einer kurzen Lebensdauer. Mit fortschreitender Technologie wurden die Schwächen immer weiter bereinigt und die Technik kompakter. Einen kleinen Einblick in die Geschichte der Energiespeicher und was der Markt so alles für den Baualltag bereithält, ist in dem nachfolgenden Artikel zusammengefasst.

Die Entwicklung des Akkumulators begann bereits 1789. Damals experimentierte der italienische Biophysiker Luigi Galvani mit Fröschen und stieß dabei auf das Grundprinzip, nach dem bis heute Batterien und Akkus funktionieren – die galvanische Zelle. 1899 entwickelte Waldemar Jungner in Schweden den Nickel-Cadmium-Akkumulator. Beinahe zeitgleich beginnt auch Thomas Alva Edison in den USA den Weg, allerdings setzte er auf Eisen statt Cadmium. Auch der luxemburgische Ingenieur Henri Tudor leistete mit dem ersten Bleiakkumulator seinen Beitrag für den weltweit zunehmenden Einsatz der Technik.
1997 war es dann soweit. Das Unternehmen Makita brachte den ersten Akkuschrauber mit Nickel-Metallhydrid-Technologie auf den Markt. Die technischen Grundlagen dieses Energiespeichers wurden von Stanford R. Ovshinsky und Masahiko Oshitani ab 1962 bis 1982 zur marktreifen Zelle entwickelt. Allerdings reagiert diese Entwicklung empfindlich auf Überladung, Überhitzung, falsche Polung, Tiefentladung (Stromentnahme bis zur nahezu vollständigen Erschöpfung der Ladekapazität) oder Tief­entladung mit Umpolung, wie sie z.B. bei in Reihe geschalteten Zellen auftreten kann.

Innovationsmotor Lithium-Ionen-Technologie
Zu großen Entwicklungssprüngen in den letzten Jahren hat die Einführung der Lithium-Ionen-Technik geführt. Erst dadurch wurde der Einsatz von Akkuwerkzeugen zu einer echten Alternative für kabelgebundene Geräte gemacht. Lithium-Ionen-Akkus sind bei vergleichbaren Leistungsdaten leichter, kompakter und auch umweltfreundlicher als die bisherigen Nickel-Cadmium- oder Metall-Hydrid-Akkus. Sie werden ohne Schwermetalle hergestellt. Zudem kennen sie keinen Memory-Effekt und weisen nur eine sehr geringe Selbstentladung auf, weshalb sie auch nach einer längeren Nutzungspause sofort einsatzbereit sind. Vor allem aber lässt die Leistung im Unterschied zu herkömmlichen Akkus bei der Arbeit nicht allmählich nach, sondern bleibt bis zur vollständigen Entladung konstant.
Dank dieser spezifischen Vorteile sind damit ausgerüstete Geräte zu echten Problemlösern geworden. Unabhängig von Leis­tungsklassen findet bei Akku-Werkzeug mit Lithium-Ionen-Technik heute mehr eine Evolution als eine Revolution statt. Die Technik wird im Detail verfeinert, um den Anforderungen von Elektrowerkzeugen im mobilen Einsatz immer besser gerecht zu werden. So konnte die Anzahl der Ladezyklen im Vergleich zu den ersten Akkus dieser Art erhöht und auch die Verträglichkeit gegenüber tiefen Temperaturen verbessert werden.

Ohne Kabel, aber mit Kraft
Während Geräte mit 18, 28 oder gar 36 V in bestimmten Arbeitssituationen den kabelgebundenen Elektrowerkzeugen Konkurrenz machen, gelingt es mit der handlichen und leichten 12-V-Technik in vielen Fällen. Arbeiten, die früher manuell ausgeführt wurden, konnten mit neuen Akkuwerkzeugen mechanisiert werden. Vor allem im 12-V-Bereich wurde mit neuen Akkubauformen ein sehr kompaktes Gerätedesign möglich, bei dem der Akku direkt im Handgriff Platz findet. Die Werkzeuge werden damit so handlich, dass selbst an schwer zugänglichen Stellen besser als bisher gearbeitet werden kann. Ein Beispiel dafür ist der Akku-Rohrschneider „C12 PC“ aus dem Hause Milwaukee. Er schneidet laut Angaben des Herstellers 12-mm-Kupferrohre in weniger als 3 Sek.
Doch auch die weiteren Spannungsklassen müssen sich keinesfalls vor ihren kabelgebundenen Brüdern verstecken. Mit der „GKM 18 V-LI Professional“ stellte Bosch kürzlich seine erste Akku-Metallkreissäge vor. Schnell, präzise und nahezu funkenfrei soll sie Rohre, Profile, Gewindestangen, Bleche oder Installationsschienen trennen. Der 18-V-Lithium-Ionen-Akku ermöglicht mit einer Ladung nach Herstellerangabe mehr als 300 Schnitte in Stahlrohre mit einem Durchmesser von 20 mm. Damit ist sie durchaus im Tagesablauf eines SHK-lers als Alternative einsetzbar.
Stehen größere Schnitt- und Schleif­aktionen an, bietet Metabo das passende Werkzeug. Mit seiner neuen „LiHD“-Akku-Technologie präsentiert der Hersteller im letzten Jahr laut eigenen Angaben einen „Quantensprung auf dem Weg zur Unabhängigkeit von der Steckdose“. Die Akkupacks mit Hochleistungszellen versprechen bis zu 67% mehr Leistung und ermöglichen damit komplett neue Anwendungen – u.a. den Betrieb eines Zweihand-Akku-Winkelschleifers mit 230 mm Scheibendurchmesser und der Leistungsdichte eines 2400-W-Netzgeräts. Überdies erwärmen sich die Akkus im Dauereinsatz weniger, was einen positiven Einfluss auf die Lebensdauer der Zellen hat: „Ein ‚LiHD‘-Pack hält bei vergleichbarer Belastung etwa doppelt so lange wie ein herkömmlicher Lithium-Ionen-Akku“, so das Unternehmen.

Vor Betrieb prüfen
Mit der Leistung der Akku-Geräte steigt auch die Gefahr, die von ihnen ausgeht. Daher sind auch diese von einer regelmäßigen Funktionsprüfung nicht ausgeschlossen. Die „Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)“ enthält für solche Arbeitsmittel allgemeine Arbeits- und Gesundheitsschutzanforderungen. Unternehmer dürfen demnach nicht Arbeitsmittel zur Verfügung stellen und verwenden lassen, wenn sie Mängel aufweisen, die die sichere Verwendung beeinträchtigen. Deshalb hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass Arbeitsmittel vor ihrer jeweiligen Verwendung durch Inaugenscheinnahme (Sichtprüfung) und erforderlichenfalls durch eine Funktionsprüfung auf Mängel kontrolliert werden. Bei einem Winkelschleifer könnte die Sichtprüfung z.B. äußere Beschädigungen an der Maschine und dem Kabel bzw. Akku umfassen. Die Funktionsprüfung würde das Einschalten der Maschine, die Beobachtung des Laufs sowie das Ausschalten bedeuten.
Weiterhin müssen die Schutz- und Sicherheitseinrichtungen der Arbeitsmittel einer regelmäßigen Funktionskontrolle unterzogen werden. Dies gilt auch für Arbeitsmittel, für die eine wiederkehrende Prüfung vorgeschrieben ist.

www.milwaukee.de

www.bosch-professional.com

www.metabo.de

www.uve.de

 


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