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Fashion Week Ostwestfalen

Trends 2011. In New York, Paris, Mailand und Berlin stolzieren spindeldürre Models über die Laufstege. In Ostwestfalen, dem Mekka der Küchenmöbelindustrie, geht es während der Hausmessen gewöhnlich deutlich geerdeter zu. Die Entwicklungen im Überblick.

Wirkt wie gebraucht, ist aber neu: Küchenmöbel im Used-Look, gesehen bei Eggersmann.

 

Auffallende handwerkliche Bearbeitungsspuren – die neuen Küchen im „Handmade“ und „Used Look“ setzen einen gelungenen Kontrapunkt zu den grifflosen und hochglänzenden Puristen. Sie erzeugen ein neues Feeling, das daran erinnert, worum es in der Küche geht: sinnliches Erleben durch handwerkliches Tun. Das mag auch ein Grund dafür sein, warum beispielsweise Landhausküchen immer eine Fangemeinde haben werden, auch wenn sich der Marktanteil nur um rund 15% bewegt. Ihr Outfit wurde jedenfalls dem kollektiven Zeitgeist optisch angeglichen, dessen Tenor weiterhin „Reduktion“ lautet. Daraus resultiert ein verschlankter Landhaus-Look.

Individueller
Eine interessante Entwicklung scheint sich in Richtung Co-Branding abzuzeichnen. Die Küchenbranche hat schon immer mit erfolgreichen Designern und renommierten Designbüros zusammengearbeitet – vor allem in der Hausgeräteindustrie geht man damit erfolgreiche Wege (Porsche, Swarovski etc.). Interessant ist, dass sich inzwischen auch einige Küchenmöbelhersteller mit namhaften, branchenfremden Lifestyle-Marken bzw. Designern zusammentun, um ihren Küchen ein noch individuelleres Gesicht zu geben.

Softer
Auch wenn alles Geradlinige, Puristische, Kubistische immer noch im Zenit steht, so gibt es erste Anzeichen zu runderen, softeren und auch weiblicheren Formen nach dem Motto: Cooler Hochglanz ist schön, Organisches und Softes ebenso. Und erst recht alles, was fühlbar raue Oberflächenstrukturen (sägerau) hat, handwerklich hochwertig bearbeitet wurde und Unikat-Charakter aufweist, wie beispielsweise Fronten aus echtem Schiefer, Leder, in Metall mit sicht- sowie fühlbar aufgetragener Spachteltechnik oder in hochwertiger Keramik.

Samtweich
Der Anteil an Glas legt weiter zu, denn kaum ein Werkstoff ist so vielseitig einsetzbar – von hochglänzend bis satiniert, von kühl bis softmatt. Ein echter Blickfang mit Alleinstellungscharakter sind die neuen Glasfronten designed by Ritzenhoff® (Ballerina). Glasnischen mit plakativen und stimmungsvollen Motiven wecken dagegen die Lust auf Kochen, Essen und Genießen, während Design-Nischenmotive auf eine künstlerische Note in der Küche setzen (z.B. Nolte). Weitere attraktive Möglichkeiten sind z.B. Glas-Einsätze in Oberschränken (die übrigens wieder höher werden und dadurch mehr Stauraum bieten) und Abschlussvitrinen.

Schützend
Von zunehmender Bedeutung sind auch die Themen Verantwortung für die Umwelt, Nachhaltigkeit und Material-Ehrlichkeit. Am Beispiel der Hausgeräteindustrie zeigt sich, dass mit besonders nachhaltigen und ressourcenschonenden Geräten gute Umsätze zu generieren sind. „Ökologisch korrekt“ produzieren, so lautet die Maxime inzwischen auch in der Küchenmöbelindustrie. So verwendet beispielsweise Nobilia in der Fertigung ausschließlich Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, um die Natur aktiv zu schützen und war als erster Küchenmöbelhersteller PEFC-zertifiziert. Andere zogen nach, wie beispielsweise Nolte (sowohl FSC-, als auch PDFC-zertifiziert), Eggersmann, Leicht oder Schüller (PEFC) und demonstrieren damit eine verantwortungsvolle und nachhaltige Waldwirtschaft. Laut einer aktuellen Meinungsumfrage im Auftrag der Alno AG haben für 97% der Befragten „Langlebigkeit“ und „Wertigkeit“ (76%) höchste Priorität. In einer telefonischen Befragung wurden im September d. J. 1005 Personen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 2500 Euro von Meinungsforschern befragt, wie das Unternehmen mitteilt. Das veranschlagte Nettoeinkommen orientierte sich dabei an der Käuferschicht für Küchen der Produktmarke Alno.

Farbwelten
So wohltuend und beruhigend alle Erd-, Sand- und Brauntöne – vorzugsweise mit einem Touch Grau abgemischt – sind, so gibt es auch den Mut zu ausgefallenen Farbstellungen. In erster Linie sind das alle Magenta-, Deep-Purple- und Lila-Töne, doch auch ein kräftiges Sonnengelb, fröhliches Orange oder Olivgrün bringen Pepp in die Küchenlandschaft nach der Devise „Colour Your Life“. Schwarz, Weiß und Rot gehören nach wie vor zu den Basics. Seine Noblesse erhält Schwarz vor allem durch die samtige Anmutung. Metallic-Farben wie Kupfer, Bronze, Champagner oder Silber sorgen für einen glamourösen Auftritt in der Küche, Perlmuttfarbenes für Transparenz, während zartes Eisblau (Aqua) auf Klarheit und Kühle setzt. Der Klassiker schlechthin sind und bleiben alle Grautöne, von hellem Steingrau bis dunklem Anthrazit.

Ursprünglich
Zu den Favoriten zählt eindeutig die Eiche (furniert und als Reproduktion) in allen natürlichen, grau-braunen und „Used“-Varianten, gefolgt von warmen, cognacfarbenen Hölzern, wie beispielsweise  Nussbaum, Walnuss oder Zwetschge. Die Betonung liegt vor allem auf der Ursprünglichkeit des Holzes, seiner Eigenart und handwerklich perfekten Verarbeitung (gebürstet, gestrahlt, geschliffen). Ob natürliches Echtholz oder hochwertige Holzreproduktion im Sägeschnitt- und „Used“-Look, sie alle lassen sich hervorragend mit den neuen matten sowie hochglänzenden Unis kombinieren.

Bicolor
Für reizvolle Kontraste sorgen beispielsweise zweifarbige Fronten, bei denen sich der Klassiker Magnolia weiß in einem eleganten Farb-Mix präsentiert: als farblich abgesetzte Schubkastenbänder direkt unterhalb der Küchenarbeitsplatte, deren Dekor sich bei den Arbeitsflächen und Wangen wiederholt. Sie bilden quasi eine Art Passepartout für die Unterschränke.

Variieren
Grifflos ist elegant und schön – ganz ohne Frage –, doch auch andere Zierbeschläge haben etwas zu bieten. Allen voran massive Stangen- und markante Bügelgriffe, auch Muschelgriffe sowie alles, was  besonders ergonomisch in der Hand liegt. Für Differenzierung und Individualisierung sorgen Zierbeschläge, die mit Glas oder Leder veredelt wurden. An manchen Stellen lautete das Motto: Wenn schon Griffe, dann markant.

3-D
Im Zeitalter von 3-D und dem dadurch ausgelösten Hype darf man sich beispielsweise an der perfekten Glaskanten-Optik erfreuen oder an der 3-D- bzw. Synchronpore (Leicht). Das Unternehmen stellte im House4Kitchen Synthia vor – ein Kastanie-Dekor, dessen geprägte Porenstruktur deutlich sicht- und fühlbar der Holzmaserung folgt. Um die authentische Wirkung noch zu verstärken, seien die Synthia-Dekore vertikal auf Bild gefertigt und die Oberflächen matt eingestellt, wie Geschäftsführer Stefan Waldenmaier auf dem Rundgang erläuterte.

Innenwelten
Auch wenn es außen etwas run­der und sanfter wird, hinter den Fronten bleibt es für den vollen Durchblick schön rechtwinklig und geradlinig. Auszüge und Schubkästen inklusive individueller, flexibler und ergonomischer Organisationssysteme haben inzwischen einen Grad an Perfektion erreicht, der kaum noch zu toppen sein dürfte – jüngstes Beispiel hierzu ist das neue Schubkasten-und Auszugsdesign von Poggenpohl.
...und nicht zu vergessen: elektrische Öffnungsunterstützung für Oberschrankklappen und breite Auszüge, warm-weißes LED-Licht und (multi)mediale Unterhaltung/Vernetzung. Die Kombination von zeitgemäßem Design mit funktionalen und komfortablen Aspekten wird immer mehr zum wohltuenden Alltag in modernen Küchen. (acg)

www.kuechenplaner-magazin.de

www.in-wohnen.de

 


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