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FAQs zur dezentralen Hallenbeheizung [Seite 3 von 3]

Fragen und Antworten zur Planungs- und Ausführungspraxis

Dipl.-Ing. Harald Petermann verantwortet als Geschäftsführer den Fachbereich Gas bei der figawa. Bild: figawa

Infrarot-Hellstahler. Die Wärmestrahlung wird durch die glühende Keramikfläche emittiert, in der das Gas/Luftgemisch verbrennt. Speziell gedämmte Reflektoren lenken die Wärmestrahlung in die gewünschte Richtung. Bild: figawa

Infrarot-Dunkelstrahler. Gedämmte Reflektoren richten gezielt die Wärmestrahlung und Brennwerttechnik entzieht dem Abgas die Restwärme zur weiteren Nutzung. Bild: figawa

 

Welche Bedeutung hat die räumliche Auslastung bzw. eine nur zeitweise Nutzung des Hallengebäudes für die Auswahl eines Heizungssystems?
Zeitweise werden in Hallengebäuden nur Teilbereiche genutzt oder es sind für verschiedene Nutzungen mehrere unterschiedliche Temperaturzonen erforderlich. Mit zentralen Heizungssystemen sind solche räumlichen Teilnutzungen kaum wirtschaftlich zu beheizen. Hier empfiehlt sich dann die Wahl für dezentrale Hallenbeheizungen.
Wenn das Gebäude z. B. nur 40 von 168 Wochenstunden genutzt wird, spielen Aufheiz- und Abkühlvorgänge in der Jahresenergiebilanz eine ganz wesentliche Rolle. Dezentrale Heizsysteme mit geringer thermischer Trägheit spielen hier ihre Vorteil gegenüber zentralen Heizsystemen in Hallen aus: Sie bringen die Wärmeleistung punktgenau dann und dorthin, wo sie gebraucht wird. Wärmeträgersysteme wie Wasser oder Dampf entfallen bei der dezentralen Heizung, es entstehen keine Stillstands- und Verteilungsverluste. Lange Aufheizzeiten werden durch dezentrale Systeme auch weitestgehend vermieden.

Worin unterscheiden sich Infrarot-Dunkelstrahler zu Hellstrahlern?
Dunkelstrahler beheizen den Aufenthaltsraum vornehmlich durch Infrarotstrahlung. Spezielle Brenner mit Gebläse (in der Regel mit Gas) erzeugen innerhalb eines Stahlrohres eine lang gestreckte Flamme bzw. einen Abgasstrom, der die Rohroberfläche auf Temperaturen von 200 bis ca. 600 °C erhitzt. Die heiße Rohroberfläche emittiert Infrarot-Wärmestrahlung. Durch Reflektorkonstruktionen oberhalb und seitlich der Strahlrohre wird die Wärmestrahlung gerichtet zum Aufenthaltsbereich gelenkt. Die Verbrennungsgase werden mittels eines Abgassystems nach außen abgeführt. Das Einsatzfeld von Dunkelstrahlern beginnt mit Installationshöhen von ca. 3 m, bei hohen Geräteleistungen sind Höhen von mind. 8 m erforderlich.
Hellstrahler emittieren Wärmestrahlung im für das menschliche Auge sichtbaren Wellenlängenbereich. Klassische Hellstrahler arbeiten mit Brenngasen, die in einem speziellen Injektorbrenner vollständig mit der erforderlichen Verbrennungsluft vorgemischt werden, sogenanntes Premix-System. Eine keramische Brennoberfläche kommt im Betrieb bei Temperaturen von 850 bis 950 °C zum Glühen und ist damit gleichzeitig Strahlfläche, die von Reflektorkonstruktionen umgeben ist. Moderne Hellstrahler-Bauformen, sog. Kombistrahler, nutzen die von Abgas überströmten Reflektorflächen als zusätzliche Dunkel-Strahlflächen. Ähnlich wie bei Dunkelstrahlern müssen bei Hellstrahlern Mindestaufhängehöhen von ca. 3,5 m bis hin zu 9 m zur Vermeidung von lokal zu hohen Strahlungsintensitäten gegeben sein.

Welche Eigenschaften haben Hybridsysteme für Hell-/Dunkelstrahler?
Von verschiedenen Herstellern werden auch sogenanntes Hybridsysteme angeboten, die den Abgasen die noch enthaltenen Restmengen an Energie mittels Wärmetauscher entziehen und diese einer Nutzung in anderen Heizsystemen zuführen: z. B. zur Beheizung von angrenzenden Büroräumen oder zur Brauchwassererwärmung. Sie erreichen feuerungstechnische Wirkungsgrade von bis zu 105 % bezogen auf den Heizwert (Hi).

www.figawa.de

 

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