Fachhandwerker mit MarketinggespürSHK-Betrieb nutzt eigene haustechnische Anlagen zur Demonstration für Kunden
Die Firma Axel Hanl GmbH aus Bad Endorf ist ein erfolgreiches Familienunternehmen der Heizungs- und Sanitärtechnik im Chiemgau. Beim Neubau des eigenen Bürogebäudes setzte der Betrieb auf den Einsatz Erneuerbarer Energien. Das Besondere dabei: Die Geräte und Verfahren dienen potenziellen Kunden auch zur Demonstration, und der Technikraum entspricht allein durch die saubere Verarbeitung einem Ausstellungsraum.
Mit mittlerweile zehn Beschäftigten hat sich der Betrieb Hanl seit zwölf Jahren auf die Installation von Wärmepumpen spezialisiert. Daher überrascht es nicht, dass beim Neubau des Bürogebäudes mit Wohneinheit und Werkhalle Regenerative Energien genutzt sowie eine Betonkernaktivierung – kombiniert mit Wärmepumpentechnik – zum Einsatz gekommen ist. Doch mehr noch: Der Technikraum des Gebäudes wird von Axel Hanl häufig in die Kundenberatung miteinbezogen: „Potenzielle Kunden wollen sehr genau wissen, wie die Wärmepumpentechnik funktioniert. Da hilft es in der Beratung sehr, Geräte im laufenden Betrieb zu zeigen. Die Identifizierung mit solchen technologischen Lösungen wird erleichtert, wenn der Handwerker selbst auf diese Technik setzt“, sagt Hanl und weiter: „Platzbedarf und Geräuschpegel lassen sich u.a. so ganz einfach darstellen. Unser Technikraum ist dadurch zu einem Kundenberatungsraum geworden.“ Das gesamte Gebäude verfügt zudem über eine kontrollierte Lüftung.
Im großzügigen Technikraum können Kunden über einzelne Geräte anschaulich informiert werden.
Gebäudebeschaffenheit
Grundvoraussetzung für das wirtschaftliche Heizen ist immer ein guter Wärmeschutz des Gebäudes. Bei dem Büro- und Wohngebäude des Bad Endorfer Betriebes wurde dies durch einen Vollwärmeschutz bei massiver Ziegelbauweise umgesetzt. So beträgt der U-Wert der Außenwand 0,30 W/(m² · K). Bei der Gewerbehalle entschied sich der Bauherr für eine Holzständerkonstruktion. Die Wände haben dabei einen U-Wert von 0,35 W/(m² · K).
Betonkernaktivierung
„Die integrierte Betonkernaktivierung ist mittlerweile auch bei kleineren Industrieobjekten wirtschaftlich“, sagt der Heizungsspezialist. Das Verfahren unterscheidet sich gegenüber der gängigen Fußbodenheizung eines Einfamilienhauses lediglich durch die Dicke der Betonplatte. So wird bei der Betonkernaktivierung die Masse des Gebäudes selbst zur Temperaturregulierung herangezogen, indem in die Massivböden Kunststoffrohre verlegt werden, durch welche Wasser als Heiz- oder Kühlmedium fließt. Entscheidend für die Speicherfähigkeit ist die Anordnung der Rohre. Bei der Umsetzung seiner Idee verlegte Heizungsbauer Hanl allein für die Beheizung der Werkhalle mehr als 2000 m Rohr mit 20 mm Durchmesser in dem Betonboden.
Die Kühlung der Büro- und Wohnräume im Erdgeschoss erfolgt ebenfalls durch eine Betonkernaktivierung in der darüberliegenden Decke, wohingegen im Obergeschoss Kühlkonvektoren installiert sind. Hanl: „Als weitere Vorteile der Betonkernaktivierung gegenüber Radiatoren erweisen sich freie Stellflächen sowie die wirtschaftliche Arbeitsweise der Anlage bei einer gleichmäßigen Wärme- und Kälteverteilung.“
Bei Investitionen in Gewerbebauten interessieren sich nach Hanl’s Meinung immer mehr Kunden für langfristig wirtschaftliche Lösungen – unabhängig von Öl und Gas. „Sie lassen sich den Investitionsaufwand detailliert darlegen. Früher wurde die Betonkernaktivierung häufig bei Großobjekten geplant. Das hat sich geändert. Und für unseren Neubau können wir sehr niedrige Betriebskosten von jährlich 1300 Euro für Heizung, Klimatisierung und Eisfreihaltung ausweisen. Das überzeugt natürlich bei der Beratung besonders“, erklärt der SHK-Unternehmer.
Innen wird durch Betonkernaktivierung geheizt und gekühlt, draußen ist der Parkplatz durch Nutzung des Grundwassers auch im Winter weitgehend eisfrei.
Effektive Wärmepumpetechnik
Die erforderliche Wärme für das gesamte Heizsystem wird durch eine Wasser/Wasser-Wärmepumpe „TTW 13“ von Tecalor mit einer Leistung von 12,5 kW gewonnen. Für die notwendige Grundwasserförderung wurden ein Entnahme- und Schluckbrunnen mit einer Tiefe von 16 m gebohrt. Durch die niedrige Vorlauftemperatur bei der Betonkernaktivierung kann so ein effizienter Betrieb gewährleistet werden. Berechnungen im Vorfeld ergaben, dass eine maximale Vorlauftemperatur von 28 °C bis zu einer Außentemperatur von –16 °C ausreichen. Das Grundwasser wird im Winter zusätzlich zur Enteisung des Parkplatzes genutzt.
Um seinen Kunden auch die Vorteile einer Luft/Wasser-Wärmepumpe demonstrieren zu können, installierte Hanl darüber hinaus ein funktionsfähiges „TTL 18“-Gerät in Außenaufstellung. Interessierte überrasche dabei besonders der beinah geräuschlose Betrieb, so der Wärmepumpenspezialist. Zur Heizungsunterstützung und Brauchwassererwärmung befindet sich zudem eine Solaranlage auf dem Dach.
Um den Interessenten auch die Vorteile einer Luft/Wasser-Wärmepumpe demonstrieren zu können, installierte Hanl neben einer Wasser/Wasser-Wärmepumpe auch ein funktionsfähiges „TTL 18“-Gerät in Außenaufstellung.
Fazit
Fachhandwerker wie Hanl können so aus Überzeugung – auch beim eigenen Bauvorhaben – auf die Nutzung Erneuerbarer Energien setzen und stehen mit ihren Erfahrungen für Beratung und Ausführung bereit. „Die gute Zusammenarbeit mit Tecalor spüren auch die Kunden. Wenn notwendig, sind die Außendienstmitarbeiter bei der Beratung dabei. Alle möglichen Fragen oder Probleme lassen sich so im Vorfeld ausräumen. Spezielle Lösungen oder Alternativen können diskutiert werden. Das schafft auch Vertrauen in unsere Arbeit. Insbesondere, wenn es um Großobjekte geht, wo eine detaillierte Planung und frühzeitige Zusammenarbeit mit Architekten oder Planern notwendig ist“, ergänzt der Fachhandwerker mit Gespür fürs Marketing.
Bilder: Tecalor GmbH, Holzminden
www.tecalor.de