Energie aus Abwärme nutzbar machen
Mit der nach eigenen Aussagen weltweit einzigartigen Technologie zur Nutzung von Abwärme will die SteamDrive GmbH in Heidenheim einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung leisten. Denn: Moderne Verbrennungsmotoren wandeln zwar chemische Energie in mechanische Arbeit um, haben aber einen mechanischen Wirkungsgrad von nur 40 Prozent. Damit bleiben 60 Prozent der Energie ungenutzt, die in Form von Abwärme über Abgase und Kühlwasser entweichen. Produkte der jetzt mehrfach ausgezeichneten SteamDrive GmbH gewinnen einen Teil dieser in der Abwärme enthaltenen Energie zurück und machen sie erneut nutzbar.
Zwanzig Jahre lang arbeitete Jürgen Berger beim Heidenheimer Maschinenbaukonzern Voith. Bei der Herstellung von Eisenbahn-Antrieben beobachtete er, dass 60 Prozent der Dieselenergie ungenutzt als Abwärme verpufft. Ein Effizienzpotenzial, das er nutzen wollte – "SteamDrive" war geboren. Die Hubkolben-Expander bilden das Herzstück dieses Abwärmenutzungssystems: Die Abwärme wird im Wärmetauscher in Dampf umgewandelt und dem Expander zugeleitet. In den Zylindern des Expanders entspannt sich der verdichtete Dampf und setzt die Kolben in Bewegung. „Dabei wird ein Drehmoment erzeugt, das entweder direkt einem Antrieb zugeführt oder in elektrische Energie gewandelt werden kann“, erklärt Berger.
Preisgekrönte Unternehmensgründung
Doch "SteamDrive" passte beim Weltkonzern Voith nicht in die Strategie. Im Jahr 2013 entschlossen sich Jürgen Berger und sein damaliger Chef Heinz Tengler für ein Management-Buy-out. Über zwei Jahre nach der Unternehmensgründung ist der "SteamDrive" jetzt serienreif. Derzeit bietet das Unternehmen seine Systeme zur Abwärmenutzung vor allem den Herstellern und Nachrüstern von Blockheizkraftwerken und Verbrennungsmotoren an. Aber auch die direkte Integration in Bestandsanlagen ist möglich. „'SteamDrive' funktioniert bei jeglicher Art von industrieller Abwärme“, betont Berger.
Für die erfolgreiche Gründung haben Jürgen Berger und Heinz Tengler nun den zweiten Platz beim Gründerpreis von Schwäbisch Media belegt. Mit der Auszeichnung würdigt das Medienhaus herausragende Unternehmensgründungen im Südwesten. Bereits im April hatte der Huber Verlag für Neue Medien "SteamDrive" das Prädikat „BEST OF 2016“ im Rahmen des Industriepreises verliehen. Und seit der Verleihung des Innovationspreises Ostwürttemberg im Juni darf sich das Unternehmen offiziell zu den Leistungsträgern der Region Ostwürttemberg zählen.