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Eine Assistenz namens Kai

Heute schon wissen, was morgen läuft – mit Kai in der Prognose durchstarten (Teil 9)

Bild: Erstellt vom Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk mit DALL-E 3.

 

Im Handwerk müssen oft und schnell Entscheidungen getroffen werden. Sei es bei der Einsatzplanung, im Kundenservice aber auch bei der operativen Arbeit, wenn mal wieder etwas Unvorhergesehenes passiert ist. Dutzende davon treffen Sie täglich und verlassen sich dabei häufig auf Ihr Bauchgefühl. Sie geben also eine Prognose ab, basierend auf ihrer Intuition, schließlich haben Sie schon viele ähnliche Situationen erlebt oder unbewusst Muster erkannt. KI kann bei der Entscheidungsfindung helfen.1)

Das Bauchgefühl ist eine intuitive, nicht-rationale Einschätzung, die bei Progno-sen eine Rolle spielen kann – vor allem, wenn schnelle Entscheidungen gefragt sind. Doch was wäre, wenn Sie Ihre Entscheidungen nicht nur auf Erfahrung stützen müssten, sondern die unbewussten Muster aufgezeigt bekämen und sich somit auf handfeste Daten stützen könnten? Hier kommt Kai ins Spiel. Kai analysiert Daten, erkennt Muster und hilft, bessere Entscheidungen zu treffen. Klingt kompliziert? Ist es nicht. Denn Kai arbeitet im Hintergrund und liefert verständliche Ergebnisse, die direkt in den Arbeitsalltag integriert werden können.

Kai nutzt verschiedene Methoden, um Prognosen zu erstellen – je nachdem, welche Daten vorliegen und welches Ziel verfolgt wird. Die drei wichtigsten Ansätze sind:

  • Zeitreihenprognose
  • Abhängigkeitsbasierte Prognose
  • Klassifikationsbasierte Prognose.

Wenn die Zeit Ihre beste Informationsquelle ist

Bei der Zeitreihenprognose analysiert Kai historische Daten, die über einen bestimmten Zeitraum gesammelt wurden. Ziel ist es, Muster wie Trends, Saisonalitäten oder Zyklen zu erkennen und daraus zukünftige Entwicklungen abzuleiten. Eine Zeitreihe ist eine chronologische Folge von Messwerten – zum Beispiel monatlicher Umsatz, Temperaturdaten, Verkaufszahlen, Maschinenlaufzeiten oder Energieverbrauch. Neben dem wesentlichen Vorteil – der Verbesserung der Entscheidungsgrundlage – werden die Entscheidungen transparent. Zeitreihenprognosen sind oft der erste Schritt zu intelligenten Systemen, z. B. automatische Bestellungen oder dynamische Preisgestaltung. Insgesamt bieten zeitreihenbasierte Prognosen eine datenbasierte Entscheidungsgrundlage und sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Digitalisierung und Automatisierung.

Wenn viele Faktoren zusammenspielen

Manche Dinge sind nicht nur eine Frage der Zeit. Oft hängt eine Entwicklung nicht nur von einem einzelnen Faktor ab. Vielleicht fragen Sie sich: Wie beeinflusst das Wetter die Nachfrage nach bestimmten Dienstleistungen? Oder wie wirkt sich ein neuer Preis oder eine Werbekam pagne auf Ihre Auftragseingänge aus? Kai kann solche Zusammenhänge analysieren und berücksichtigt dabei verschiedenste Einflussgrößen – sowohl aus Ihren internen Daten als auch aus externen Quellen wie Wetterdaten, regionalen Trends oder Marktbewegungen. Angenommen, Sie sind im Bereich Sonnenschutz tätig. Sie bieten Markisen, Jalousien und Außenrollläden an. Sie wissen aus Erfahrung, dass warme Temperaturen den Verkauf ankurbeln – aber wie stark und wann genau? Eine abhängigkeitsbasierte Prognose würde nicht nur die Verkaufszahlen der letzten Jahre betrachten, sondern auch:

  • den Strompreis,
  • die Wetterprognosen,
  • die wirtschaftliche Lage im Land,
  • die Verfügbarkeit von Förderprogrammen,
  • und bereits vorhandene Solaranlagen einbeziehen.

Bei dieser Art der Prognose geht es also darum, Zusammenhänge zwischen verschiedenen Faktoren zu berücksichtigen, um zukünftige Entwicklungen zu erkennen. Daraus ergibt sich eine präzise Prognose: Zum Beispiel, dass in warmen, sonnigen Frühlingstagen mit mehr als 20 °C und guten Wetterprognosen für den Sommer die Nachfrage um 35 % ansteigt. Sie können dann gezielt Werbung schalten, Lagerbestände aufstocken und Ihre Montagekapazitäten darauf vorbereiten.

Das Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk – Deutschlandweiter Partner für Künstliche Intelligenz und Digitalisierung im Handwerk

Das Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk unterstützt Handwerksbetriebe und Handwerksorganisationen seit 2016 dabei, die Chancen digitaler Technologien, Prozesse und Geschäftsmodelle zu nutzen – kostenfrei, anbieterneutral und deutschlandweit. Seit 2024 liegt ein besonderer Fokus auf Künstlicher Intelligenz.

Das Zentrum bietet praxisnahe Ratgeber, hilfreiche Seminare und interaktive Tools zu zentralen Digitalisierungs- und KI-Themen im Handwerk sowie einen einzigartigen Digitalisierungscheck. Regionale Technologie-Erlebniswelten laden zum Ausprobieren ein. Experten und Expertinnen unterstützen Betriebe mit vielfältigen Innovations- und Umsetzungsformaten und stehen für Fragen bereit. Mit dem monatlichen Newsletter bleiben Handwerksbetriebe informiert.

Mehr dazu unter www.handwerkdigital.de

Das Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk gehört zur Förderinitiative Mittelstand-Digital. Mit dem Mittelstand-Digital-Netzwerk unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen und im Handwerk.

Entscheidungen im Ja-Nein-Stil

Nicht jede Frage im Alltag dreht sich um Zahlen. Manchmal geht es um einfache Entscheidungen: Kommt ein Kunde wieder? Wird ein Auftrag storniert? Ist ein Gerät bald defekt oder nicht? Kai kann solche Fragen mit Hilfe von klassifikationsbasierten Prognosen beantworten. Kai hilft Ihnen dabei, solche Ja-Nein-Entscheidungen anhand von Mustern zu treffen, die aus Ihren bisherigen Daten gelernt wurden. Kai erkennt wiederkehrende Verhaltensweisen und kann daraus ableiten, wie sich eine bestimmte Kundschaft, ein Auftrag oder Zustand wahrscheinlich entwickeln wird. Es wird also nicht ein Zahlenwert vorhergesagt, sondern eine Kategorie oder Entscheidung – also eine Klassifikation. Diese kann binär sein, wie „Ja“ oder „Nein“. Aber auch mehrere Klassen umfassen, wie „niedrige“, „mittlere“ oder „hohe“ Wahrscheinlichkeit. Denken Sie an Ihre Flotte von Baumaschinen, deren Zustand Sie regelmäßig überprüfen. Kai analysiert die Sensordaten – etwa Temperaturen, Vibrationen oder Laufzeiten – und erkennt frühzeitig Anzeichen für Verschleiß oder mögliche Ausfälle. So können Sie Instandhaltungsmaßnahmen frühzeitig einleiten, bevor ein ernsthafter Schaden entsteht.

Damit Kai gute Prognosen liefern kann, braucht Kai Daten. Das können einfache Excel-Tabellen sein, Sensordaten von Maschinen oder Verkaufszahlen aus dem Kassensystem. Je mehr und je besser die Daten, desto genauer die Vorhersagen. Aber keine Sorge: Kai kommt auch mit kleinen Datenmengen zurecht und lernt mit der Zeit dazu. Bitte denken Sie beim Einsatz von KI immer daran: KI ist nur ein Algorithmus und hat keine Intelligenz. Das heißt, KI macht Fehler.

Ausblick

Seien Sie gespannt auf die nächste Ausgabe, in der Sie Kai mit Kompetenzen im Bereich der Optimierung kennenlernen. Und wenn es Ihnen bis dahin zu lange dauert, dann melden Sie sich einfach bei uns – dem Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk.

Autorin: Dr.-Ing. Martina Schneller,
Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk,
Schaufenster Krefeld

www.handwerkdigital.de

www.mittelstand-digital.de

 


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