Werbung

Baden-Württemberg - Aufwärtstendenz setzt sich fort

Das Sanitär-, Heizungs-, und Klimahandwerk steht gut da

Fachverbandsgeschäftsführer Dietmar Zahn (l.), Fachverbandsvorsitzender Joachim Butz (M.) und Referatsleiter Markus Weik zeigten sich bei der Jahrespressekonferenz am 19. Mai zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2014.

 

Ein Umsatzplus von 1,5 % und eine fast 2%ige Steigerung bei der Beschäftigtenzahl lassen das baden-württembergische SHK-Handwerk zufrieden auf das zurückliegende Geschäftsjahr blicken. Bei der Jahrespressekonferenz des Fachverbandes Sanitär-Heizung-Klima (SHK) Baden-Württemberg am 19. Mai 2015 in Stuttgart sprach der Fachverbandvorsitzende Joachim Butz angesichts der leichten Aufwärtstendenz von einem „wirtschaftlich positiven Jahr“.

5,3 Mrd. Euro Umsatz hat der Handwerksbereich in Baden-Württemberg demnach mit seinen rund 46 500 Beschäftigten im vergangenen Jahr erzielt. Das Wachstum fußt vor allem auf dem Sanitärbereich und dem Kundendienstgeschäft, dagegen schwächeln Heizung und Erneuerbare Ener­gien nach wie vor. „Wer die Energie- und Wärmewende ernsthaft will, der muss im Heizungskeller ansetzen“, beklagte Butz den weiterhin bestehenden Modernisierungsstau. Gleichzeitig bekräftigte er die Forderungen nach einer steuerlichen Förderung energetischer Sanierungen, die jedoch nicht zulasten des Handwerkerbonus gehen dürfe.
Mit dem Inkrafttreten der Novelle des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes Baden-Württemberg am 1. Juli wird bei einem Heizkesseltausch auf viele Hausbesitzer die Frage zukommen, wie sie den von 10 auf 15 % erhöhten Anteil an Erneuerbaren Energien erfüllen können. Hier verzeichnet der Fachverband nach Aussagen des Geschäftsführers Dietmar Zahn bereits jetzt einen größeren Informations- und Beratungsbedarf bei den Eigentümern. Und die Ausweitung des Geltungsbereichs auf Nicht-Wohngebäude werde dazu führen, dass nach dem Stichtag wesentlich mehr Gebäudebesitzer betroffen sein würden als beim bisherigen Gesetz. „Dafür haben die Hauseigentümer nun mehr Kombinationsmöglichkeiten, um eine maßgeschneiderte Lösung für ihr Gebäude umzusetzen“, so Zahn.
Kritisch sieht das SHK-Handwerk die zunehmende Zahl an Anschluss- und Benutzungszwängen an Nah- und Fernwärme sowie Verbrennungsverboten durch Kommunen. „Wir sprechen uns keineswegs gegen Wärmenetze aus, aber Nah- und Fernwärme sind keine Allheilmittel“, betonte Fachverbandsvorsitzender Butz. Der Wärmemarkt müsse „frei, fair und technologieoffen“ sein, damit jeder Eigentümer selbst bestimmen könne, wie er den Wärmebedarf seines Gebäudes decken möchte. Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, hat die Berufsorganisation gemeinsam mit vier im Wärmesektor aktiven Verbänden unlängst ein „Aktionsbündnis Baden-Württemberg für individuelles Heizen“ gegründet.
Angepackt hat der Fachverband auch die Nachwuchsproblematik mit der Bildung der Fachgemeinschaft „TOP-Ausbilder im SHK-Handwerk“. Zwar sind die Lehrlingszahlen 2014 im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,7 % gesunken, doch angesichts der rund 2200 landesweit vakanten Lehrstellen soll verstärkt auf die hochqualifizierten Ausbildungsberufe aufmerksam gemacht werden. „Wir bieten besonders ambitionierten Ausbildungsbetrieben eine Plattform und unterstützen diese in ausbildungsrelevanten Bereichen“, erläuterte Butz. Für Ausbildungsplatzsuchende positionierten sich die „TOP-Ausbilder im SHK-Handwerk“ durch ihr Engagement als attraktive Arbeitgeber.
Angesichts der vielfältigen Herausforderungen in der Gebäudetechnik – vom Einsatz effizienter Heiztechnik über die Trinkwasserhygiene bis hin zu generationengerechten Bädern – blickt der Verband optimistisch in die Zukunft. Nahezu 90 % der Betriebe rechnen mit einer gleichbleibenden oder sogar besseren Geschäftslage in den nächsten Monaten. „Daher gehen wir für dieses Jahr von einem leichten Plus von 1,5 bis 2 % aus“, lautete die Verbandsprognose.

 


Artikel teilen:
Weitere Tags zu diesem Thema: