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Änderungen im KfW-Sonderprogramm 431Das Ende der Pumpenprämie?

Die KfW-Bankengruppe verändert die Konditionen im Programm "Energieeffizient Sanieren - Sonderförderung". Wird der Austausch von alten Heizungs- und Trinkwasserzirkulationspumpen gegen Hocheffizienzpumpen bislang mit 25% der Gesamtkosten inklusive Einbau, mindestens aber 100 Euro, bezuschusst, so werden Zuschüsse unter 150 Euro künftig nicht mehr ausgezahlt. Faktisch bedeutet dies das Ende der Pumpenprämie, zumindest als reine Einzelmaßnahme. Die neuen Förderbedingungen gelten ab April dieses Jahres.

Der Heizungs-Check, ein praxisorientiertes Verfahren für die energetische Inspektion von Heizungsanlagen, ist künftig eine Voraussetzung für den Erhalt von KfW-Fördermitteln im Sonderprogramm 431, Optimierung der Wärmeverteilung an bestehenden Heizungsanlagen.

 

Das KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren - Sonderförderung" (Programmnummer 431) gewährt Zuschüsse für die qualifizierte Baubegleitung durch einen Sachverständigen während der Sanierungsphase, den Abbau von Nachtstromspeicherheizungen sowie die Optimierung der Wärmeverteilung an bestehenden Heizungsanlagen. Gefördert werden Maßnahmen an Wohngebäuden, nicht aber an Ferien- und Wochenendhäusern. Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Wohnungsunternehmen, Gemeinden, Kreise, Gemeindeverbände sowie sonstige Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts. Soweit die allgemeinen Basisinformationen.

OPTIMIERUNG DER WÄRMEVERTEILUNG IM FOKUS
Vor allem der Programmpunkt "Optimierung der Wärmeverteilung" hat im SHK-Handwerk viel Resonanz erfahren und insbesondere den Pumpenherstellern einen regelrechten Absatzboom bei den Hocheffizienzpumpen beschert. Denn für den Austausch von alten Heizungs- und Trinkwasserzirkulationspumpen gegen Hocheffizienzpumpen werden bislang 25% der Gesamtkosten inklusive der Einbaukosten als Zuschuss gewährt, mindestens aber 100 Euro. Ein finanzieller Anreiz, der bereits viele Eigentümer zum Kauf einer A-Label-Pumpe bewogen und dem Handwerk lukrative Nebenbei-Aufträge beschert hat. Mal eben die alte, ungeregelte Pumpe raus und das Hocheffizienzaggregat dafür rein. Waschkörbeweise sollen die Anträge dafür bei der Kreditanstalt eingegangen sein. Allein bis Ende 2009 wurden insgesamt 60.000 Anträge durch die KfW genehmigt, in der Spitze sind bis zu 3000 Anträge am Tag dort eingegangen, berichtete der Pumpenhersteller Wilo unlängst. Doch das ist bald Vergangenheit. Für alle Zuschüsse gilt ab April dieses Jahres: Zuschussbeträge unter 150 Euro werden nicht ausgezahlt. Faktisch bedeutet dies das Ende der Pumpenprämie, zumindest als Einzelmaßnahme, da erst bei Investitionen von über 600 Euro Zuschüsse fließen und die Gewährung der Bundesmittel an weiteren Bedingungen geknüpft ist. Förderfähig ist ab April nur noch das Gesamtpaket, bestehend aus Heizungscheck, hydraulischem Abgleich und neuer Hocheffizienz-Heizungspumpe. Vor diesem Hintergrund sollten SHK-Fachhandwerksunternehmen ihre Kunden kurzfristig informieren und zu einem raschen Pumpenaustausch anregen.

Tipp: Einzelheiten zum hydraulischen Abgleich sowie das vom Fachunternehmer zu verwendende Bestätigungsformular dazu finden sich im Internet unter www.intelligentheizen.info

FÖRDERVORAUSSETZUNGEN IM DETAIL
Die Voraussetzungen für eine Förderung im Programmpunkt "Optimierung der Wärmeverteilung" sind: Der Wärmeerzeuger der Bestandsanlage wurde vor dem 1.1.2005 installiert, wird mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt und ist entweder ein Niedertemperatur- oder ein Brennwertkessel. Außerdem müssen der hydraulische Abgleich durchgeführt und alle aufgrund einer Analyse durch einen Fachunternehmer - gemeint ist der Heizungs-Check - erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz des gesamten Heizsystems umgesetzt werden.

Noch bis zum 31. März 2010 wird der Austausch einer alten Pumpe in Wohngebäuden gegen Hocheffizienzpumpen durch die KfW ohne weitere Bedingungen mit 25 Prozent der Gesamtkosten, mindestens aber 100 Euro bezuschusst. Ab April ändern sich die Förderbedingungen.

Gefördert werden insbesondere:

  • die Analyse des Ist-Zustandes nach DIN EN 15378 (Heizungs-Check), die Durchführung des hydraulischen Abgleichs und die Einregulierung der Anlage in den Soll-Zustand,
  • der Ersatz bestehender Pumpen durch Hocheffizienzumwälzpumpen (Effizienzklasse A) und/oder hocheffiziente Zirkulationspumpen eines vergleichbaren Energieeffizienzstandards sowie der Einbau von Strangdifferenzdruckreglern,
  • der Austausch von nicht voreinstellbaren gegen voreinstellbare Ventile sowie
  • die Verbesserung der Regelungstechnik.


Die KfW weist darauf hin, dass die grundlegende Erneuerung einer Heizungsanlage, insbesondere die Erneuerung des Wärmeerzeugers, der Heizflächen und die weiteren in diesem Zusammenhang durchgeführten Maßnahmen in diesem Programmteil nicht gefördert werden. Für den Austausch der Heizungsanlage steht das Programm "Energieeffizient Sanieren - Kredit oder Zuschuss" (Programmnummern 151/152/430) zur Verfügung. Zu beachten ist dabei, dass in diesen Programmen der Antrag vor dem Austausch gestellt werden muss.


Tipp: SHK-Betriebe sollten ihre Kunden kurzfristig informieren und zu einem raschen Pumpenaustausch anregen.

Die Zuschussbeantragung erfolgt online unter www.kfw-formularsammlung.de. Der Antrag muss ab April bis spätestens drei Monate nach Abschluss der Maßnahmen bei der KfW gestellt werden, es gilt das Datum der Rechnungsstellung.

ZUSCHÜSSE, KOMBINATIONEN, ANTRAGSVERFAHREN
Der Zuschuss beträgt 25% der Kosten für die "Optimierung der Wärmeverteilung". Zuschussbeträge unter 150 Euro werden allerdings wie eingangs beschrieben nicht ausgezahlt. Eine Kombination einzelner Maßnahmen der Sonderförderung untereinander ist möglich. Der Einbau einer neuen Pumpe kann also durchaus mit dem Austausch von Thermostatventilen gekoppelt werden. Und auch der geforderte Heizungs-Check an sich ist bereits förderwürdig. Die Kombination von förderfähigen Maßnahmen zur Optimierung der Wärmeverteilung mit einer Heizungserneuerung in dem Programm "Energieeffizient Sanieren" der KfW (Programmnummern 151/152/430) ist dagegen ausgeschlossen. Überdies ist eine steuerliche Förderung gemäß §35a Absatz 3 EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen) bei Inanspruchnahme nicht möglich.
Die Zuschussbeantragung kann bequem online erfolgen unter www.kfw-formularsammlung.de (Formulartyp "Zuschuss", Sonderförderung Programm 431). Ab dem 1. April muss der Antrag bis spätestens drei Monate nach Abschluss der Arbeiten bei der KfW eingehen, für Maßnahmen vor diesem Stichtag hat man sechs Monate Zeit. Maßgeblich ist das Datum der Rechnungsstellung.

www.kfw.de

 


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