24. Fachsymposium bei Hoval Deutschland
Energie im Kreislauf halten
München. „Energie im Kreislauf: Wenn nichts verpufft“, unter diesem Motto zeigten Gastgeber Hoval Deutschland und fünf weitere Referenten aus Industrie und Handwerk, wie sich Wärme, Abwärme und Sonnenenergie im Kreislauf halten lassen.
Das 24. Fachsymposium zeigte dabei: An Technik für die Wärmewende mangelt es nicht. Entscheidend sei, wie konsequent sie in der Praxis angewendet werde. Beim Thema Wohnraumlüftung wurde deutlich, dass vereinfachte Standards wie beim Gebäudetyp E echte Lösungen nicht durch Notbehelfe ersetzen können. Da die Hersteller immer mehr vorgefertigte Systeme oder Systemlösungen anbieten, erleichtert dies auch die Arbeit der Monteure auf der Baustelle.
Wie sich dieser Systemgedanke technisch umsetzen lässt, erläuterte gleich eingangs Manfred Gerngroß, Technischer Leiter von Hoval Deutschland, in seinem Vortrag unter dem Titel: „Heizen, Kühlen und Warmwasser mit Wärmepumpen“. Er fokussierte sich dabei auf Systemlösungen für Mehrfamilienhäuser, Gebäudenetze oder Gewerbe. Hoval hat dafür mit seinem „Hybridsystem 3.0“ eine Reihe modular kombinierbarer Bausteine entwickelt. „Die richtige Dimensionierung macht es aus“, brachte er das Prinzip dahinter auf den Punkt, bei der die Wärmepumpe die Grundlast deckt und ein fossiler Erzeuger nur die Spitzenlast übernimmt.
Wärmeverteilung und Raumluftqualität in Gebäuden
Durch eine Absenkung der Vorlauftemperatur lässt sich ebenfalls Energie einsparen. Ismet Bajramovic, Key Account Manager bei der ECA Germany GmbH, präsentierte ein Praxisbeispiel aus Saarbrücken: In einer sanierten Bürogemeinschaft senkten 23 wasserführende Niedrigtemperaturheizkörper vom Typ „X-Air“ die Vorlauftemperatur von 55 auf 35 °C. Diese Heizkörper arbeiten Lüfterunterstützt. Dabei liege deren Leistung pro Lüfter bei 1 W, 12-13 W seien dies im Schnitt pro Heizkörper.
Das Thema Wärmerückgewinnung spielt auch bei der Wohnraumlüftung eine wichtige Rolle. Uwe Schumann, Leitung Verbandsarbeit & Wissensmanagement bei der Pluggit GmbH, legte darüber hinaus in seinem Vortrag den Fokus noch auf einen weiteren wichtigen Aspekt: Die Raumluftqualität. Er verwies auf die laufende WHO-Initiative für eine Resolution zu gesunder Innenraumluft bis zur Weltgesundheitsversammlung 2028. Kritik übte er an der neuen Gebäudetyp-E-Verordnung und daran, wie das Thema Wohnraumlüftung ausgelegt sei. Er veranschaulichte dies am Beispiel eines Pilotprojekts einer Neubau-Wohnanlage in Ingolstadt: Dort regeln – statt einer Lüftungsanlage – motorisch gesteuerte Fenster sensorgestützt den Luftwechsel.
Photovoltaisch-thermische Kollektoren (PVT) können ein weiterer Baustein sein, um Energie – in diesem Fall neben Strom auch Wärme – in die Gebäude einzubringen. Wie das funktioniert, erläuterte Dipl.-Ing. Frank Draber, Vertriebsleitung Commercial West bei ATEC, am Beispiel des „PVT-Autark“-Kollektors. Dieser erreiche einen Gesamtwirkungsgrad von 89 % bei Vorlauftemperaturen von 70 bis 80 °C. So ermögliche der „PVT-Sole“-Kollektor beispielsweise in Kombination mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe einen Betrieb ohne Erdsonden.
Abwärmenutzung aus Abgasen
Wie man erzeugte Energie zurückgewinnen kann, mit diesem Thema beschäftigte sich Thomas Roßmann. Er ist Vertriebsleiter bei KW/NET/Bomat (Raab-Gruppe). „20 bis 50 % der Brennstoffenergie verlassen als Abwärme ungenutzt viele industrielle Prozesse.“ Rund 200 TWh seien dies jährlich. Der steigende CO2-Preis wiederum könne dazu führen, dass Abwärmenutzung noch wirtschaftlicher werde. Bomat biete dafür ein breites Portfolio an Wärmetauschern. Entweder zur Nutzung der zurückgewonnenen Wärme für Eigenverbrauch oder Wärmemarketing oder, um den Brennstoffeinsatz bei gleicher Wärmeleistung zu reduzieren. Eine vormontierte Plug-and-play-Lösung lieferten dafür die neuen „SKID-Systeme“ von 250 kW bis 4 MW.