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Rohrbruch von innen abdichten: Ein Abdichtverfahren kann in rund 90% der Fälle aufwendige Reparaturen im Haus vermeiden

Leitungswasserschäden im Gebäude (Trink-, Brauch- und Heizungswasserrohre) müssen nicht automatisch zu einer großen Baustelle führen. Ein Abdichtverfahren aus dem Hause BaCoGa arbeitet mit einem in die Rohrleitung eingebrachten Flüssigprodukt auf mineralisch-kristalliner Basis. Der Rohrbruch wird durch Bildung von Siliciumdioxid von innen nach außen verschlossen.

Ein traditionell per Austausch der Rohrleitung sanierter Leitungswasserschaden kann für die Bewohner zu einer nervlichen Zerreißprobe ausarten. Bild: HDI Gerling

Entwicklung des Schadendurchschnitts bei Leitungswasserschäden. Quelle: GDV-Statistik, 2009

Das Unternehmen fsw Schelle Wassertechnik dichtet seit mehr als 15 Jahren Rohrleitungen mit Anwendungsprodukten von BaCoGa ab. Die Grafik zeigt die von fsw sanierten Schadensfälle nach Materialart. Quelle: fsw

Erfolgsquote einer Abdichtung mit BaCoGa-Produkten bei unterschiedlichen Rohrleitungs-Werkstoffen. Quelle: fsw

Das Abdichtverfahren in der Praxis: links an einer Trinkwasseranlage, rechts an einer Heizungsanlage. Bild: BaCoGa

„Alle Arbeiten, die mit der Behebung des Wasserschadens zusammenhängen, bieten wir aus einer Hand an“. Fritz Schelle, Inhaber der fsw Schelle Wassertechnik.

 

In einem Einfamilienhaus sind bis zu 400 m Wasserleitungen verlegt. Und mit jedem Meter steigt die Gefahr, dass es zu einem Rohrbruch oder einer Leckage kommt. Besonders unangenehm ist das bei unter Putz liegenden Leitungen.
Jährlich regulieren die Versicherungsunternehmen über die Verbundene Wohngebäudeversicherung (VGV) mehr als 1 Mio. Leitungswasserschäden. 2009 betrug der Schadenaufwand rund 1,9 Mrd. Euro und damit etwa die Hälfte des Gesamtaufwands der VGV. Auch die Höhe der einzelnen Schadenregulierung ist bemerkenswert: Wurde ein durchschnittlicher Schaden im Jahr 1990 mit 925 Euro reguliert, müssen 20 Jahre später dafür fast 1700 Euro bezahlt werden.
Die Versicherer begründen die steigende Zahl der Leitungswasserschäden sowie den immer teureren Durchschnittsschaden so:

  • Die gestiegenen Komfortansprüche im Umgang mit Wasser führen zu einer deutlichen Erhöhung der haustechnischen Gebäudeinstallationen.
  • Der verdeckte Einbau wasserführender Installationen, der das frühzeitige Erkennen von Wasseraustritten erschwert, bringt eine verzögerte Schadenfeststellung mit erhöhtem Reparaturaufwand mit sich.
  • Der zunehmenden Verwendung von Leichtbauweisen (Gipskarton, Faserplatten, biologische Dämmungen etc.) folgt bei einem Wasserschaden schnell ein Totalverlust dieser Bauteile.
  • Aus dem hohen Alter der Gebäude bzw. der haustechnischen Installationen ohne ausreichende Instandhaltung resultieren verschleiß- und altersbedingte Schäden.


Rohrsanierung: Erneuern, Innenbeschichten oder Abdichten
Prinzipiell stehen zur Sanierung einer Leckage bei Wasserrohren drei Verfahren zur Verfügung:

  • Aufstemmen der Wand bzw. des Bodens und Erneuerung der Rohrleitung im schadhaften Bereich,
  • Beschichtung der Rohrinnenoberfläche mit Epoxidharz,
  • Einsatz einer Flüssigabdichtung auf Basis von Natriumsilicat.


Erneuerung des schadhaften Rohrs
Das Rohr zu erneuern ist die traditionelle Herangehensweise: Im ersten Schritt ist der Ort der Leckage zu suchen – bei einem Heizungswasserschaden ist diese Stelle mit einer Wärmekamera und einem Feuchtemessgerät vergleichsweise schnell ermittelt. Bei einem Kaltwasserschaden kann das aber dauern. Im zweiten Schritt wird das Rohr freigelegt und ausgetauscht. Im dritten Schritt ist das reparierte Rohr wieder zu verputzen (zuvor ist meist eine längere Trocknungsphase abzuwarten).

Beschichtung mit Epoxidharz
Die häufig angebotene und durchgeführte Sanierung mit Epoxidharz wird schon lange kritisch diskutiert. Im Juli 2011 zog der DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches) seine Arbeitsblätter zur Rohr-Innensanierung zurück. Besonders gravierend: Kein für die Rohr-Innensanierung verwendetes Epoxidharz ist aktuell beim Umweltbundesamt für Warmwasserleitungen kleiner Nennweiten (< 80 mm) als unbedenklich registriert (UBA-Liste). Das Amtsgericht Köln hat im April 2011 entschieden, dass die Sanierung eines Wasserrohres mit Epoxidharz eine Mietminderung in Höhe von 20% rechtfertige, weil Epoxidharz Stoffe enthält, die gesundheitsschädlich sind (AG Köln, Urteil vom 20.4.2011 – 201C 546/10).

Flüssigabdichtung auf Natriumsilicat-Basis
Das unter der Bezeichnung „BCG 84“ von BaCoGa angebotene Dichtungsmittel basiert auf Natriumsilicat mit Zusätzen von Zellulosefasern und organischen Wirkstoffen. Angewandt wird es als wässrige Lösung entweder pur oder mit Wasser im Verhältnis 1:1. Das in die Installation eingeführte und unter Druck gesetzte Mittel tritt an den Leckagestellen aus und reagiert mit dem Kohlendioxid der Raumluft zu Siliciumdioxid (Kieselsäureanhydrid). Dieses Reaktionsprodukt verschließt die Undichtigkeit von innen nach außen. Der Prozess wird durch die Cellulosefasern, die sich an der Rohrinnenseite über der Bruchstelle dünn ablagern, begünstigt. Auch in Beton liegende Leitungen erhalten genügend Luft/Kohlendioxid zum Durchhärten. Allerdings kann dieser Prozess bis zu einer Woche dauern. Nach jedem Einsatz eines BCG-Produktes ist die Installation mehrfach gründlich mit Wasser zu spülen. Für gängige Undichtigkeitsprobleme (Lochfraß im Heizkessel, undichte Fußbodenheizung, defekte Lötstelle, Riss in der Rohrleitung) steht ein spezielles BCG-Dichtmittel zur Verfügung.
Institute wie das MPA NRW (Materialprüfungsamt Nordrhein-Westfalen), das Hygiene-Institut des Ruhrgebietes oder das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V. haben die BCG-Flüssigdichter getestet und beurteilt. Ergebnis der Untersuchungen: BCG-Flüssigdichtungsprodukte können für das Abdichten von Leckagestellen eingesetzt werden. Wichtig: Die Inhaltsstoffe des Abdichtmittels sind in der Positivliste „Kunststoffe im Lebensmittelverkehr“ enthalten. Die Abdichtmittel dürfen also im Lebensmittelbereich (= Trinkwasser) eingesetzt werden.

Abdichten in mehreren Schritten
Das Unternehmen fsw Schelle Wassertechnik ist ein von der BaCoGa Technik GmbH zertifizierter Lizenznehmer und seit 15 Jahren mit den Anwendungsprodukten vertraut. Über die Jahre sanierte das Spezialunternehmen rund 200 Schadensfälle, überwiegend mit Kupfer als Rohrleitungswerkstoff. Die Erfolgsquote liegt – abhängig vom installierten Werkstoff – zwischen 77 und 100%. Der Ablauf beinhaltet folgende Schritte:

Schritt 1: Einsatzmöglichkeiten abklären
Vorab ist zu klären, ob das Abdichtungssystem überhaupt infrage kommt bzw. welches Produkt auszuwählen ist.

Schritt 2: Suche nach dem schadhaften Rohrstück
Dazu werden die Leitungen entleert und mit Druckluft durchgeblasen. Mit einer Handpumpe wird das Rohrleitungsnetz des Hauses abschnittsweise unter Druck gesetzt. Die Zeit bis zum Druckabfall ist ein Maß für die Größe der Leckage im System. Durch Absperren von Abzweigungen und Abdrücken einzelner Leitungsstränge wird der schadhafte Bereich räumlich eingegrenzt.

Schritt 3: Isolieren der Schadenstelle
Der eingegrenzte Rohrleitungsbereich wird über Schläuche mit einem Reaktionsbeschleuniger verbunden (ein 40-l-Pufferspeicher, in dem das Dichtmittel auf 60°C erwärmt werden kann). Auf diese Weise entsteht ein geschlossener Kreislauf. Die erhöhte Temperatur beschleunigt den Reaktionsablauf.

Schritt 4: Einbringen des Abdichtmittels
Über eine Handpumpe am Pufferbehälter wird das erwärmte Wasser/Abdichtmittel-Gemisch eingefüllt und unter Druck in den Kreislauf gefördert. Bereits nach kurzer Zeit verschließen sich die Leckagestellen der Rohrleitungen mit zunächst elastischen Pfropfen. Die Rohrleitungen sind jetzt dicht, aber noch nicht druckbelastbar. Das Gemisch wird zum Aushärten 24 Stunden auf Temperatur gehalten und im Kreislauf gefördert.

Schritt 5: Drucktest und Erfolgskontrolle
Nach Ablauf der Reaktionszeit sind die zunächst elastischen Pfropfen ausgehärtet und haften (formschlüssig) an der äußeren Rohrwandung, ohne den Durchfluss im Rohr zu behindern. Zur Überprüfung der Dichtheit des Rohres wird eine zusätzliche Druckprobe durchgeführt und protokolliert.

Schritt 6: Wiederinbetriebnahme des Rohrsystems
Der mit dem Abdichtmittel beaufschlagte Leitungsabschnitt wird entleert und mehrfach mit Frischwasser gespült. Anschließend ist der abgedichtete Leitungsabschnitt wieder betriebsfähig.

Abdichtverfahren für SHK-Unternehmer
Interessierte SHK-Unternehmen können den Dienstleister Schelle Wassertechnik als Subunternehmen mit der Durchführung des Abdichtverfahrens beauftragen. Schelle bietet seine Beratung und Dienstleistung deutschlandweit an. Entsprechend geschulte und ausgerüstete Installateure können sich zudem als Servicepartner der BaCoGa Technik zertifizieren.

Autor: Dipl.-Ing. Hans Jürgen Bittermann, freier Fachjournalist

www.schelle-wassertechnik.de
www.bacoga.com


Rohrbruch von innen abdichten - Ein Abdichtverfahren kann in rund 90% der Fälle aufwendige Reparaturen im Haus vermeiden

In Ausgabe 18/2012 veröffentlichten wir den in der Überschrift genannten Artikel über ein Abdichtverfahren für undicht gewordene Rohre. Das Unternehmen BaCoGa bietet mit dem Produkt „BCG 84“ ein Mittel an, das in die Rohrleitung eingebracht wird und die undichte Stelle von innen abdichtet. Anwendung findet es laut Hersteller in Heizungs- und Trinkwasseranlagen. Dazu erreichte uns eine Zuschrift von Uwe ­Tomaschek vom DKI (Deutsches Kupferinstitut e.V.), der das Verfahren ablehnt.
Bei der Lektüre der IKZ 18 war ich einigermaßen erstaunt, diesen Artikel zu finden, in dem offen Werbung für das von der Firma BaCoGa angebotene Abdichtungsverfahren für Rohrleitungen mit Natriumsilikat gemacht wird.
Ich weiß nicht, was Sie dazu bewogen hat, diesen Artikel zu veröffentlichen. Sicher ist meines Erachtens jedoch, dass die angesprochene Thematik kritisch hätte hinterfragt bzw. im Rahmen der Veröffentlichung detaillierter erörtert werden müssen.
Die sämtliche Fachwelt spricht und schreibt „sich wund“ über das Thema Hygiene in Trinkwasser-Installationen und hier wird dem Leser ein Verfahren angepriesen, bei dem irgendwelche Bindemittel in die Wasserleitungen gekippt werden sollen, von denen potenziell Reste dort verbleiben können.
Hinzu kommt, dass es für dieses Verfahren (ähnlich wie für die ebenfalls im Artikel genannte Innenbeschichtung mit Epoxidharzen) keinerlei technische oder hygienische Zulassung oder gar eine Freigabe durch irgendeinen mir bekannten Rohr- oder Fittinghersteller gibt. Ebenso wenig existiert ein Regelwerk über die sachgemäße Anwendung des Verfahrens. Gemäß der Trinkwasserverordnung wäre es also schon aus rein formellen Gründen in der Trinkwasser-Installation nicht anwendbar.

Uwe Tomaschek
Korrosionsschutz
Deutsches Kupferinstitut

 

Anmerkung der Redaktion: Wir wissen durchaus um die vielen Bedenken bei der Rohr-Innensanierung von Trinkwasserinstallationen. Die Vorteile einer Vollsanierung durch den Austausch defekter Rohrleitungen überwiegen selbstverständlich gegenüber dem hier beschriebenen Verfahren. Gleichwohl kann der Einsatz in Ausnahmefällen durchaus eine tragbare Maßnahme darstellen, sofern die anerkannten Regeln der Technik und die Trinkwasserverordnung eingehalten werden.
Im Zuge unserer Recherchen sind wir auf die Konformitätserklärung der Karlsruher DVGW-Forschungsstelle gestoßen. Sie bescheinigt dem Mittel eine Einsatztauglichkeit im Lebensmittelbereich.
Ergänzend dazu hatten wir vor der Veröffentlichung um eine aktuelle Einschätzung des DVGWs in Bonn gebeten. Bis zum Redaktionsschlusstermin der IKZ-HAUSTECHNIK Ende August war jedoch keine Stellungnahme zu bekommen, weil sich der DVGW erst Anfang Oktober in einer Sitzung mit dem BaCoGa-Mittel beschäftigen wollte. Nach Abschätzung des Für und Wider haben wir uns entschlossen, den Artikel zu veröffentlichen.
Volker Meyer (Hauptreferent im DVGW) fasst hier die Ergebnisse der internen Diskussion zusammen:

Das Technische Komitee 3-1 „Trinkwasser-Installation“ hat sich auf seiner Sitzung am 9. Oktober mit der Thematik von Flüssigdichtmitteln in der Trinkwasser-Installation beschäftigt und folgende Empfehlung ausgesprochen: Die Dichtmittel müssen die Anforderungen der Trinkwasserverordnung (§ 11 bzw. § 17) erfüllen. Sie müssen zusätzlich aufgrund ihrer organischen Substanzen eine Prüfung gemäß DVGW W 270 „Vermehrung von Mikroorganismen auf Werkstoffen für den Trinkwasserbereich – Prüfung und Bewertung“ erfüllen. Zusätzlich müssen diese Dichtmittel thermisch bzw. chemisch nach DVGW-Arbeitsblatt W 551 desinfizierbar sein. Da diese Nachweise bislang von keinem Dichtmittel erbracht wurden, steht der DVGW dieser Art von „Sanierung“ in der Trinkwasser-Installation kritisch gegenüber.


Wir haben Wilhelm Klieboldt beide Äußerungen mit der Bitte um eine Stellungnahme zugesandt. Der Geschäftsführer der BaCoGa Technik GmbH sagt:
Die Hygiene im Trinkwasser liegt mir selbst und insbesondere auch unserem Partner Fritz Schelle – ein seit 30 Jahren in der Wassertechnik erfahrener Fachmann – sehr am Herzen. Da muss niemand Bedenken haben. Deshalb kippen wir auch nicht irgendwelche Bindemittel in die Wasserleitungen, wie es Herr ­Tomaschek bewusst abfällig ausdrückt, sondern arbeiten mit einem Selbstdichtmittel, dessen Konformität entsprechend den Positivlisten des Bundesgesundheitsamtes durch Dr. Ivo Wagner von der DVGW-Forschungsstelle in Karlsruhe (Technologiezentrum Wasser) bestätigt wurde. Damit ist unser Produkt BCG 84 für den Einsatz im Lebensmittelbereich und somit auch für Trinkwasser zulässig. Hätte Herr Tomaschek einen kurzen Blick auf unsere Homepage www.bacoga.com geworfen, müssten wir diesen Sachverhalt nicht weiter diskutieren.
Auch das MPA – Staatliches Materialprüfungsamt Nordrhein-Westfalen, Dortmund –, das Hygiene-Institut des Ruhrgebietes in Gelsenkirchen sowie das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V. mit Sitz in Kiel haben unseren BCG-Flüssigdichter getestet und beurteilt – alles nachzulesen im IKZ-Beitrag.
Wir nehmen die Aussagen des Technischen Komitees 3-1 mit großem Respekt zur Kenntnis. Um uns die Begründung der neuen Anforderungen erläutern zu lassen, werden wir mit Volker Meyer Kontakt aufnehmen. Danach werden wir uns gegebenenfalls um die Zulassungen bemühen.
Wir propagieren das Abdichten mit BCG 84 keinesfalls als Verfahren der Wahl, sondern als Alternative, wenn der Installateur und der Hausherr sonst keine Wahl mehr haben. Wie im Fachbeitrag beschrieben, verschließt der sich bildende Pfropfen die Undichtigkeit von innen nach außen dauerhaft und alterungsbeständig – da löst sich später nichts mehr im Wasser auf, sonst hätten wir ja nach kurzer Zeit wieder eine Leckage. Ansonsten wird das restliche flüssige Dichtmittel beim Einsatz im Trinkwasserbereich natürlich sorgfältig aus dem System ausgespült.
Wie gesagt: Eine Alternative für ansonsten „aussichtslose“ Fälle. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

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