Nicht nur auf eine Karte setzen
05.11.09 - 15:56 Uhr
Beim Heizen, Lüften oder Klimatisieren steht maximale Energieeffizienz ganz oben auf der Wunschliste, denn so lassen sich Ressourcenschonung, Klimaschutz und niedrigere Betriebskosten zugleich erreichen. Aber das Sparen muss man sich leisten können. Bei fast allen Bauvorhaben sind die Mittel begrenzt; muss das Maximum daher einem Optimum weichen: dem besten Kompromiss aus (Investitions-)Kosten und Nutzen. Dieses Optimum zu finden, ist nicht trivial. Wer vorhandene Budgets einseitig verwendet, verschenkt oft ein großes Sparpotenzial. Ein Beispiel aus der zentralen Klimatisierung: Mittlerweile schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) den Einsatz einer Wärmerückgewinnung für nahezu alle Geräte vor. Dabei scheint es auf den ersten Blick plausibel, eine maximale Wärmerückgewinnung anzustreben. Eine 90%ige Wärmerückgewinnung spart schließlich mehr als eine 80%ige. An Heizenergie jedenfalls. Aber ein mehr an Wärmerückgewinnung bedeutet meist auch aufwendigere Einbauten, die den Luftwiderstand in die Höhe treiben. Der Ersparnis an Heizkosten steht also ein höherer Stromverbrauch auf der Ventilatorseite gegenüber. Dies dürfen Investoren nicht übersehen, denn im ungünstigsten Fall würden sonst die letzten paar Prozent Heizkostenersparnis über die Jahre hinweg teuer erkauft - mit Strom. Der Energiebedarf zum Temperieren und Lüften muss deswegen parallel betrachtet und Sparmaßnahmen mit Blick auf beides optimiert werden. Überhaupt werden die Stromkosten für den Lufttransport leicht unterschätzt. Bei einem Bürogebäude macht der Stromkonsum des Ventilators in der Zentrallüftung fast die Hälfte der ganzen Gerätelebenszykluskosten aus. Optimierte Ventilatoren und effiziente Antriebe, zum Beispiel mit Energiesparmotoren, sind also grundsätzlich erstrebenswert. Und politisch gewünscht: Die gesetzlichen Anforderungen an die Effizienz der eingesetzten Antriebe werden weiter steigen. Bisher keine Kommentare zu diesem Artikel. |
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